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Rathaus-Neubau

Dresdner CDU will Kauf des World Trade Centers ausloten

Das World Trade Center hat sich als Alternative zum Neubau eines Verwaltungszentrums ins Spiel gebracht.

Das World Trade Center hat sich als Alternative zum Neubau eines Verwaltungszentrums ins Spiel gebracht.

Dresden.Die CDU im Stadtrat spricht sich für den umstrittenen Grundstückserwerb für das geplante Verwaltungszentrum in der Innenstadt aus. „Das Gesamtareal wird damit aufgewertet“, erklärte CDU-Fraktionschef Jan Donhauser.

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Das neue Verwaltungszentrum am Ferdinandplatz in Dresden soll 2025 bezugsfertig sein und etwa 1700 Mitarbeiter beherbergen. Die Kosten werden derzeit auf 162 Millionen Euro veranschlagt. Der Verwaltungskomplex soll aus zwei Gebäuden bestehen, der Teil im Winkel aus Waisenhausstraße und St. Petersburger Straße über einen bis zu 60 Meter hohen Turm verfügen. Im Doppelhaushalt 2019/2020, der derzeit im Stadtrat verhandelt wird, ist eine Rücklage von rund 100 Millionen Euro geplant.

Zum Baufeld gehört ein Grundstück, das sich bislang noch in Privathand befindet. Fachleute bezeichnen es als „Schikaniergrundstück“, weil der Eigentümer praktisch keinen Nutzen davon hat, aber den Preis hochtreiben kann. Die Stadt will die 350 Quadratmeter, deren Eigentümer ein Arzt vom Bodensee ist, für einen deutlich höheren Preis erwerben, als die Bodenrichtwertkarte für dieses Areal nahelegt. Statt 665 000 Euro will die Stadt 2,03 Millionen Euro zahlen.

Donhauser: Längst überfällig

Donhauser beklagte, dass die Angelegenheit nicht längst durch die Verwaltung geregelt worden sei. „Das betrifft auch Bürgermeister der CDU“, räumte er ein. Mit dem Kauf entstehe jedoch eine einheitliche Fläche im Besitz der Stadt. Das rechtfertige auch den höheren Preis.

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Der Fraktionschef sieht den Erwerb „völlig unabhängig“ von der Entscheidung über den Bau des Verwaltungszentrums. Für ihn sei das alternative Mietangebot des Word Trade Centers (WTC), das seit einigen Tagen vorliegt, noch nicht vom Tisch. Das WTC bietet der Stadtverwaltung 38 000 Quadratmeter Mietfläche, Platz für 1600 Mitarbeiter. Rund 5,8 Millionen Euro würde die Fläche im Jahr kosten. Nach knapp 30 Jahren wären auf dieser Basis die heute geplanten Investitionen in ein neues Verwaltungszentrum als Miete gezahlt.

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) sowie SPD und Grüne haben sich bereits deutlich hinter die Baupläne gestellt. Die Linken äußerten sich bislang zurückhaltender. Welche Auswirkungen die geplatzte Mehrheit für Rot-Grün-Rot im Stadtrat in dieser Frage hat, ist derzeit unklar.

Donhauser sagte, selbst wenn die Rücklage von 100 Millionen Euro in den Haushalt eingestellt werden sollte, wäre dies keine Vorentscheidung für den Neubau des Verwaltungszentrums. Vielleicht gelinge der Verwaltung beim Entwurf für das Verwaltungszentrum ja noch ein besserer Vorschlag – beispielsweise kleiner und ohne den bislang vorgesehenen bis zu 60 Meter hohen Turm, sinnierte Donhauser. Seine Fraktion will im Haushaltsentwurf der Stadt etwa 43 Millionen Euro umschichten und damit unter anderem mehr für Sport und Kitas ausgeben. Woher das Geld genau kommen soll, hat die Fraktion bislang nicht dargestellt. Donhauser lässt dies auch weiterhin offen. Es sei jedoch bisher nicht daran gedacht, für die eigenen Vorstellungen auf die Millionen-Rücklage für das Verwaltungszentrum zuzugreifen. Donhauser regte jedoch an, „die Stadt sollte auch einen Erwerb des WTC ausloten“.

Das WTC war vor mehr als 20 Jahren mit Kosten von 500 Millionen D-Mark auf dem Gelände der früheren Süßwarenfabrik "Elbflorenz" von Privatinvestoren errichtet worden. Insgesamt verfügt es über 90000 Quadratmeter Büro- und Handelsfläche.

Von Ingolf Pleil

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