Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Ungewöhnliche Wahlkampfmethode

Dresdner AfD-Kandidat wirbt auf Tinder um Wählerinnen

Im Kerzenlicht kündigt der 25-jährige AfD-Europakandidat an, auf der Dating-Plattform Tinder mit Wählerinnen über „die Zukunft Europas“ sprechen zu wollen.

Im Kerzenlicht kündigt der 25-jährige AfD-Europakandidat an, auf der Dating-Plattform Tinder mit Wählerinnen über „die Zukunft Europas“ sprechen zu wollen.

Dresden.Mit einer ungewöhnlichen Wahlkampfmethode sorgt der Dresdner AfD-Europakandidat Jonas Dünzel derzeit für Unterhaltung und Schmunzeln im Netz. Auf Facebook veröffentlichte der 25-Jährige am Dienstag, 12. März, ein Video, in dem der Versicherungskaufmann bei Kerzenschein explizit Wählerinnen ermutigt, ihn über die mobile Dating-Plattform Tinder zu kontaktieren. Wo sonst Singles auf der Suche nach schnellen oder doch ernsteren Bekanntschaften ihr Glück versuchen, will der auf Listenplatz 27 zur Europawahl im Mai antretende AfD-Politiker auf Stimmenfang gehen und anscheinend gleichzeitig seine Herzensdame kennenlernen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„AfD-Kandidat zum Anfassen“

Im Polohemd eröffnet er das Facebook-Video im Bett mit den Worten „Hey Mädels“, nennt als Grund für seinen Dating-Wahlkampf eine fehlende „Willkommenspolitik für Kinder“ und bezeichnet sich selbst als „AfD-Kandidat zum Anfassen“. Wie Dünzel auch männliche Wähler mit dieser Strategie erreichen möchte, wird in dem Video mit über 700 Kommentaren bei Facebook leider nicht ersichtlich.

Die Mehrheit der Kommentare macht sich unter dem Video über den Versuch der Wahlwerbung witzig, manch ein Facebook-Nutzer zweifelt etwa an der Ernsthaftigkeit des Videos. Torsten Sommer kommentiert beispielsweise: „Alle 11 Minuten blockt mich ein AfD-Kandidat auf Tinder heißt es dann in Zukunft also?“ in Anlehnung an den Werbeslogan der Dating-Plattform Parship.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Politische Werbung auf Tinder offiziell verboten

Ein anderer Nutzer weist zudem mit Recht darauf hin, dass Tinder politische Werbung sogar offiziell verbietet. In den Community-Richtlinien der Dating-Plattform steht geschrieben, dass ein Konto gelöscht werden kann, sobald „der Zweck des Profils darin besteht, Ihre Veranstaltung oder Geschäftsmodell, Ihre gemeinnützige oder politische Kampagne, Ihren Wettbewerb oder Ihre Forschung zu bewerben.“ Dünzel scheint das nicht zu stören. Im Schlussteil seiner Videobotschaft fordert er interessierte Wählerinnen dennoch auf, bei Erscheinen seines Profils in der Dating-App nach „rechts“ zu „swipen“, um anschließend im privaten Chat mit ihm „über die Zukunft Europas“ zu reden. Die Einstellungen der Dating-App bieten Nutzerinnen jedoch auch die Möglichkeit bei Desinteresse an seiner Politik „zum Anfassen“ nach links zu wischen, um einer privaten Nachrichtenkonversation mit dem jungen AfD-Politiker vorzubeugen.

Von Aaron Wörz

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.