Gartenratgeber

Volker Croys Gartentipps: Wie man seinen Pflanzen im Garten bei Dürre hilft

Vertrockneter Rasen. Jetzt zu gießen wäre nicht nur vergebliche Mühe, sondern Wasserverschwendung.

Vertrockneter Rasen. Jetzt zu gießen wäre nicht nur vergebliche Mühe, sondern Wasserverschwendung.

Dresden. Die Trockenheit ist so schlimm wie vor zwei Jahren. Sie sollten nun vor allem geschwächte Pflanzen abends gießen, damit diese sich nachts wieder mit Wasser vollsaugen können. Wenn Sie an Ihren Gehölzen feststellen, dass Laub schlappt, gelb wird und abfällt, dann liegt das auch an der Trockenheit. Lieber einmal richtig Wasser geben (je nach Baumgröße 40 bis 500 Liter, jedoch nie weniger als 40 Liter), damit sich der Baum bzw. Strauch Reserven sichern kann. Wenn man jeden Tag ein paar Minuten mit dem Schlauch wässert, läuft das Wasser nur breit, dringt kaum in den Boden ein und verdunstet am nächsten Morgen wieder.

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Messen, wie viel Wasser aus dem Schlauch kommt

Messen Sie, wie lange Sie mit dem Schlauch brauchen, um zwei oder mehr Zehn-Liter-Kannen mit Wasser zu füllen. Dann bekommen Sie ein Gefühl, wie lange Sie benötigen, um mit dem Schlauch genügend Wasser auszubringen, das auch in die Tiefe dringt und nicht nur den Staub bindet.

Gehölze zurückschneiden

Wenn Gehölze bei lang anhaltender Trockenheit Laub abwerfen, wäre ein Rückschnitt angebracht, und zwar 20 Prozent des Gehölzes oder mehr, denn der Baum plant an dieser Stelle nicht voraus, sondern stößt nur die Blätter ab, für die es gerade nicht mehr reicht. Aber tags darauf hat er ja noch weniger Wasser und muss wieder abstoßen. So stirbt er auf Raten. Wenn stärker geschnitten wird, dann reicht die Wasserreserve durch die reduzierte Verdunstungsfläche viel länger. Bei beginnendem Astverlust müssen Sie unbedingt zurückschneiden, sonst stirbt der Baum bzw. Strauch oder nimmt so viel Schaden, dass er lange Zeit schlecht wächst oder von Krankheiten überrannt wird.

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Durch Trockenheit abgestorbener Zweig eines jungen Bäumchens.

Durch Trockenheit abgestorbener Zweig eines jungen Bäumchens.

Insektentränken aufstellen

Wenn erstaunlich viele Käfer an Äpfeln, Birnen, Pflaumen und anderen Früchten sitzen, dann liegt es am Wassermangel. Auch Insekten brauchen Wasser. Wenn sie keins finden, holen sie sich den Saft aus den Früchten.

Insektentränken schaffen Abhilfe. Dazu tiefe Schüsseln mit einem kleinen Steinhaufen in der Mitte vollständig mit Wasser füllen, aber so, dass noch Steine herausschauen. Denn diese helfen hineingefallenen Vögeln und Insekten wieder herauszukommen.

Wenn Insekten nirgendwo Wasser finden, saugen sie an Früchten. Um das möglichst zu vermeiden, sollte man im Garten Insektentränken aufstellen.

Wenn Insekten nirgendwo Wasser finden, saugen sie an Früchten. Um das möglichst zu vermeiden, sollte man im Garten Insektentränken aufstellen.

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Die mit Steinen und Wasser gefüllten Schüsseln stellt man dann an schattige Orte im Garten. Ist der Ort sonnig, verdunstet das Wasser zu schnell, ist die Schüssel zu flach, wird sie schnell austrocknen oder man muss täglich nachfüllen. Die Tränken sollten dauerhaft eingerichtet werden, so dass sie jedes Jahr an der selben Stelle stehen. Das wird das Anfressen der Früchte in den Folgejahren stärker reduzieren. Nebeneffekt der Insektentränke: Wespen sind weniger aggressiv, denn Wassermangel verursacht Stress.

Gießringe nutzen

Gießringe bei Gemüse können helfen, dass das Wasser gezielter nur an die Wurzel der Pflanze gelangt. Es gibt direkt Gießringe zu kaufen. Man kann aber einfach auch Töpfe ohne Boden dafür nutzen. Wichtig ist, dass sie wenigstens 5 cm über die Erdoberfläche und ebenso tief in den Boden reichen. Wenn sie noch tiefer in den Boden reichen, verteilt sich das Wasser unterirdisch nicht so stark zur Seite. Kurze Kulturen wie Kohlrabi oder Salat kann man auch in ganzen Töpfen in die Erde setzen. Dann können allerdings die Wurzeln nach der Ernte nicht zwecks Humusbildung im Boden verbleiben. Dafür können die Töpfe wiederverwendet werden.

Tote Wiesen nicht wässern

Bei der Trockenheit sind viele Wiesen abgestorben. Viele Urlauber stehen nach ihrer Rückkehr vor gelben Flächen. Gießen Sie nicht. Das wäre nur Wasserverschwendung. Warten Sie, bis es wieder kühler wird, denn Sie können gar nicht so viel gießen, dass die Wiese sich erholt. Dazu wären mindestens zwei Wochen Dauerberegnung nötig.

Bei Hibiscus die Nerven behalten

Großblumiger Hibiscus ist eine schöne Zierpflanze für Menschen, die Nervenkitzel mögen. Denn die Pflanze friert im Winter komplett zurück und treibt erst Mitte bis Ende Mai aus. Bis dahin ist immer die Gefahr, dass sie nicht wieder austreibt.

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Saatgut von Wildkräutern ernten

Auf Wiesen sind nun verschiedene Kräutersamen erntereif. Wenn die Wiese nicht gemäht wurde, sind vor allem Schafgarbe und Spitzwegerich da. Und wo dieser wächst, gibt es auch Rot- und Weißklee. Wurde während der Blüte gemäht, haben die Pflanzen jetzt wieder neue Blüten gebildet, die aber noch ein paar Tage benötigen.

Um nützliche Wildkräuter wie Spitzwegerich im Garten anzusiedeln, kann man jetzt Samen ernten.

Um nützliche Wildkräuter wie Spitzwegerich im Garten anzusiedeln, kann man jetzt Samen ernten.

Denken Sie bei der Ernte daran, dass Sie nur einen Teil ernten und genug Samen für Vögel, Insekten und auch das Aussamen vor Ort belassen. Sie können auch die Samen von Pflanzen ernten, die in Wegeritzen oder an ähnlichen Orten wachsen, denn später werden diese Pflanzen sowieso meist entfernt.

Wofür brauche ich die Pflanzen im Garten? Schafgarbe und Spitzwegerich sind Heilpflanzen mit bewiesener Wirkung gegen Entzündungen und zur Wundheilung. Klee bindet Luftstickstoff und ist somit eine gute Mulchquelle und gute Unterpflanzung im Garten. Rotklee kann unter Sträuchern zusätzlich deren Ertrag erhöhen, denn er macht im Boden Phosphor pflanzenverfügbarer für sich selbst, aber da er es im Boden macht, bekommen andere Pflanzen auch etwas ab. Phosphor ist zur Frucht- und Samenbildung wichtig.

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Von Beulenbrand befallene Maiskolben entfernen

Was aussieht wie ein Alien, das einem Maiskolben sitzt, ist der Mais-Beulenbrand. Die glatten langen Taschen enthalten Pilzsporen. Diese Pilzkrankheit tritt überall auf, wo Mais angebaut wird. Der befallene Teil muss entfernt und im Restmüll entsorgt werden. Der Biomüll sollte nicht genutzt werden, darüber wird die Krankheit nur verbreitet. Der übrige Kolben kann noch gegessen werden. Es darf aber kein Saatgut fürs Folgejahr davon entnommen werden, da dort noch Sporen kleben können.

Sieht ein bisschen aus wie ein Alien: Mais-Beulenbrand. Der Erreger des Maisbeulenbrandes ist ein Pilz. Er verursacht an den Maiskolben charakteristischen Beulen, die anfangs von einer silbrig-glänzenden Haut überzogen sind. Im Inneren befinden sich schwarzbraune Sporenmassen.

Sieht ein bisschen aus wie ein Alien: Mais-Beulenbrand. Der Erreger des Maisbeulenbrandes ist ein Pilz. Er verursacht an den Maiskolben charakteristischen Beulen, die anfangs von einer silbrig-glänzenden Haut überzogen sind. Im Inneren befinden sich schwarzbraune Sporenmassen.

Erdbeeren abranken

Erdbeerbeete müssen nun von den Jungpflanzentrieben befreit werden, damit diese nicht den Fruchtertrag im Folgejahr reduzieren. Jungpflanzen können auch für Weitervermehrung entnommen werden, aber da sollten nur die ersten zwei Jungpflanzen genutzt werden, da die kleinen später schlecht tragen und immer nur auf Sparflamme laufen.

Von Volker Croy

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