Friedhofs-Rundgang

Den Johannisfriedhof mit allen Sinnen genießen – eine spezielle Führung

Der Johannisfriedhof an der Wehlener Strasse in Dresden-Tolkewitz.

Der Johannisfriedhof an der Wehlener Strasse in Dresden-Tolkewitz.

Dresden. An einer Stätte, wo Menschen bestattet werden, mit allen Sinnen genießen? Dass so etwas möglich ist, soll eine Führung am Sonntag, 19. Juni, über den evangelischen Johannisfriedhof an der Wehlener Straße 13 in Tolkewitz beweisen. Dabei kann man Wissenswertes über sieben geschichtlich bedeutsame Dresdner Unternehmer erfahren – an deren Gräbern. Und nicht nur das: Man darf dabei auch hören, schmecken und riechen, womit diese Persönlichkeiten die Landeshauptstadt einst bereichert haben.

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Die Rundgänge starten 14 und 14.40 Uhr. Den Weg weisen sieben großformatige Plakat-Banner, gestaltet mit Grafiken des Künstlers und Karikaturisten Ulrich Forchner. Maximal 20 Leute können bei jedem dabei sein – diejenigen, die sich zuerst anmelden.

Wissenswertes über hier begrabene Unternehmer

Etwas zu hören beispielsweise gibt es an der Grabstelle von Max Zimmermann (1862– 937). Der gelernte Tischler gründete gemeinsam mit seinem Bruder Richard 1884 in Leipzig die Pianofortefabrik Gebrüder Zimmermann. Später gliederten sie Fabriken in mehreren Orten ihrem Unternehmen ein, unter anderem in Dresden-Cotta, und wuchsen so zum zeitweise größten Klavierhersteller Europas. Max, der Generaldirektor, starb in Dresden.

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Gelegenheit zu schmecken bietet die letzte Ruhestätte von Karl Schmieder. Er nämlich erfand um 1910 die Worcester (sprich: „Wuster“)-Sauce Dresdner Art. Der Mann ist ein Beispiel dafür, wie man dank eines schlechten Gedächtnisses zum Erfinder werden kann: Weil er sich die Zutaten nicht merken konnte, schmeckte seine Würze so ganz anders als das Original, das 1837 zwei englische Chemiker in Worcester mit Hilfe des Zufalls erfanden.

Schnuppern am Grabstein des Schokladenfabrikanten

Schnuppern und probieren kann man am Grabstein von Heinrich Vogel (1844–1911). Er war Mitinhaber der Dresdner Schokoladenfabrik Hartwig & Vogel an der Freiberger Straße. Deren berühmtestes Produkt war der „Tell-Apfel“.

Organisiert hat diese Führung der Freundeskreis Trinitatis- und Johannisfriedhof. Dessen Mitglieder setzen sich seit 2014 mit verschiedenen Aktionen für die Erhaltung einer vielfältigen Friedhofskultur ein. Unter anderem wollen sie den Ostflügel der Friedhofskapelle auf dem Johannisfriedhof, die 1894 nach einem Entwurf von Paul Wallot (1841–1912) errichtet wurde, zu einem Begegnungszentrum gestalten. Architekturstudenten der TU hatten 2010 in einem Wettbewerb erste Ideen dafür entwickelt.

Bekannte Namen: Pfotenhauer, Ernemann, Beutler

Der Johannisfriedhof ist 1881 eingeweiht worden. Vorbild für sein Wegenetz war der Wiener Zentralfriedhof. Ihre letzte Ruhestätte haben hier zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten gefunden, Industrielle wie Georg Jasmatzki, Gründer der Dresdner Zigarettenindustrie, Wissenschaftler wie der Kunsthistoriker Cornelius Gurlitt, Direktoren wie Heinrich Ernemann, der das Fotoapparate-Werk gründete und leitete, Künstler wie die Maler Arno Kiesling und Friedrich Preller oder die Oberbürgermeister Friedrich Wilhelm Pfotenhauer und Gustav Otto Beutler.

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Anmeldung für den 19. Juni (Kosten pro Person 15 Euro) per E-Mail anGenuss-Freundeskreis@web.de

Internetfreundeskreis-trinitatis-und-johannisfriedhof-dresden.de, www.johannisfriedhof-dresden.de, www.tännicht.de

Von Tomas Gärtner

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