„Auseinanderrennen ist keine Kunst“

DNN-Leser Helga und Otto Senff feiern heute Diamanten-Hochzeit

Die DNN-Leser Helga und Otto Senff haben seit ihrer Hochzeit am 22. Februar 1958 einiges zusammen erlebt und gemeistert.

Die DNN-Leser Helga und Otto Senff haben seit ihrer Hochzeit am 22. Februar 1958 einiges zusammen erlebt und gemeistert.

Dresden. Seit 60 Jahren Seite an Seite: Die DNN-Leser Helga und Otto Senff haben seit ihrer Hochzeit am 22. Februar 1958 einiges zusammen erlebt und gemeistert. Schon fünf Jahre vorher lernten sich die beiden beim Tanz im Kurhaus Bühlau kennen. „Ich hab sie gesehen und dachte, das ist sie“, erinnert sich der 88-Jährige. Er hat nicht lange gefackelt und die damals 18-Jährige prompt zum Tanz aufgefordert. Bis er sie vor den Traualtar in der Kirche am Weißen Hirsch führen konnte, dauerte es allerdings noch ein wenig. Der Bauingenieursstudent wollte mit der Hochzeit warten, bis das Paar unabhängig genug und finanziell gut aufgestellt war, um eine Familie zu gründen.

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Eine große Herausforderung am Hochzeitstag war der Brautstrauß. „Blumen waren damals schwer zu bekommen“, erinnert sich die heute 83-jährige Braut. Statt Rosen bestand das traditionelle Gesteck aus Fresien. „Mein Hochzeitskleid hat meine Freundin geschneidert“, erzählt sie. Die gute Freundin ist immer noch an der Seite der Senffs und feiert heute zusammen mit dem Diamenten-Paar.

Das Rezept für eine lange Ehe? „Gegenseitiges Vertrauen“, antwortet Helga Senff. Ihr Mann hat sich stets an dem Sprichwort orientiert „Auseinanderrennen ist keine Kunst, zusammen bleiben schon“. Heute würden Paare manchmal zu schnell aufgeben. „Im Streit ist es wichtig, sich klar zu werden, dass die Liebe wichtiger ist als Unstimmigkeiten“, erklärt Otto Senff. Einfach war es trotzdem nicht immer: Als Ingenieur war der 88-Jährige häufig auf Diensteise in Syrien oder Afrika. Es gab kein Smartphone, keine Computer und nicht mal ein Telefon. „Er hat Briefe geschrieben“, erzählt seine Frau. Für sie waren es teilweise auch schwierige Zeiten ohne Mann, alleine mit zwei kleinen Kindern.

Zusammen sind sie gerne gereist. „Unser Event war eine langer Urlaub in Australien, Neuseeland und auf den Fidschi-Inseln 1996“, berichtet das Ehepaar. Bei den reisefreudigen Senffs gab es natürlich auch Flitterwochen. Die begeisterten Sportler zog es damals acht Tage zum Skifahren nach Frauenwald. Sportlich aktiv sind sie noch immer mit Gymnastik und Fitnesskursen. Als Kind war es Otto Senffs großer Wunsch einmal bei Olympia dabei zu sein – Dieser Traum ist leider nicht in Erfüllung gegangen. Aber als Turner durfte er vor dem ehemaligen DDR-Präsidenten Wilhelm Pieck in Berlin eine Übung am Barren zeigen.

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Sportlich feiern die Senffs auch mit ihrer Hausgemeinschaft in der Bernhardstraße. „Seit 1963 wohnen die meisten hier zusammen“, sagt Helga Senff. Traditionellerweise poltert das Paar am Tag vor dem Jubiläum mit altem Porzellan. Die letzten Feiern haben den Poltervorrat der Senffs allerdings ordentlich strapaziert: „Jetzt ist alle“, resümiert Otto Senff schmunzelnd. Doch auf die Hausgemeinschaft werden sich die beiden auch dieses Mal wieder verlassen können.

Von Tomke Giedigkeit

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