Symposium in Dresden

Digitalisierung: Wenn der Computer den Bleistift ersetzt

Das Hygiene-Museum gehört zu den wichtigsten Werken von Wilhelm Kreis.

Das Hygiene-Museum gehört zu den wichtigsten Werken von Wilhelm Kreis.

Dresden. Der Architekt Wilhelm Kreis, der das Deutsche HygieneMuseum entworfen hat, galt als „Paganini des Zeichenstifts“. Er zeichnete seine Entwürfe virtuos, es handelt sich um kleine Kunstwerke. Braucht in Zeiten von Künstlicher Intelligenz und virtueller Realität der Architekt noch seinen Bleistift oder sollte er dreidimensionale Bauwerke gleich am Computer entwerfen? Anders gefragt: Was bewirkt Digitalisierung im Planen und Bauen? Fragen, auf die ein mit namhaften Referenten besetztes Symposium der Henkel Projektmanagement GmbH und des Bundes Deutscher Architekten (BDA) am Dienstag im Hygiene-Museum Antworten zu geben versuchte.

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Der Kölner Architekt Kaspar Kraemer plädierte für ein Nebeneinander von Bleistift und Computer. „Die Bewegung einer zeichnenden Hand ist für mich unerlässlich für gelingende Architektur“, erklärte der 69-Jährige. Gleichwohl verschließe er sich der modernen Welt nicht. Die gezeichneten und gemalten Entwürfe würden im Computer modelliert, sein mittelständisches Büro arbeite mit der BIM-Methode, so der langjährige BDA-Präsident. Er fürchte allerdings, dass es ein kurzes Nebeneinander werde. „Die jungen Kollegen nehmen den Zeichenstift nicht mehr in die Hand.“

Das größte Problem bei einem Bauprojekt sei die Kommunikation, sagte Matthias Bergmann, Geschäftsführer des Büros albert.ing aus Frankfurt/Main. Wenn sich nicht alle Beteiligten auf dem gleichen Informationsstand befinden würden, komme es zu Reibungsverlusten. Die BIM-Methode sei ein Mittel, die Kommunikation zu verbessern, denn hier würden alle Fachplaner gemeinsam an einem dreidimensionalen Modell arbeiten.

Wenn die Bauwirtschaft digitalisiert, darf die Verwaltung nicht hinterherhinken. Sachsens Innen- und auch Bauminister Roland Wöller (CDU) versprach, dass der Freistaat die Voraussetzungen für den elektronischen Bauantrag und elektronische Förderanträge schaffen werde. Grundlage dafür sei, dass eine leistungsfähige digitale Infrastruktur flächendeckend zur Verfügung stünde. „Das muss der Stadt gewährleisten“, so Wöller.

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Von Thomas Baumann-Hartwig

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