Gedenkstätte

Die Busmannkapelle ist jetzt ein Nagelkreuzzentrum

Bishop Dr. Christopher Cocksworth übergibt Oberlandeskirchenrat Harald Bretschneider (r.) das Nagelkreuz.

Bishop Dr. Christopher Cocksworth übergibt Oberlandeskirchenrat Harald Bretschneider (r.) das Nagelkreuz.

Dresden. In einem feierlichen Akt empfing gestern die noch unvollendete Gedenkstätte Sophienkirche-Busmannkapelle als erster öffentlicher, nichtkirchlicher Ort das Nagelkreuz von Coventry. Zahlreiche Gäste verfolgten die Übergabe-Zeremonie, die auch vor dem Hintergrund der 60-jährigen Städtepartnerschaft Coventry – Dresden stattfand.

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Das 40 mal 60 Zentimeter große Nagelkreuz – eine Nachbildung von Gebälknägeln der zerstörten Kathedrale von Coventry – hat seinen Platz an einer Wand der Gedenkstätte gefunden, in räumlicher Nähe zur Christusfigur „Ecce Homo“, die einst den Nosseni-Epitaph in der Busmannkapelle schmückte. Übergeben wurde es vom anglikanischen Bischof Christopher Cocksworth und dem Vorstandsvorsitzenden der deutschen Nagelkreuzgemeinschaft, Oberlandeskirchenrat Oliver Schuegraf, nach Gebet und Verpflichtung zu Frieden und Versöhnung.

Originalglocke der Sophienkirche läutete

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) erinnerte an die deutschen Bomben, die Coventry 1940 zerstört haben. Er sei dankbar, betonte er, dass Bürgerinnen und Bürger genau hier an dieser Stelle einen solchen Ort der Mahnung und Erinnerung geschaffen haben. Erinnert wurde auch an den Begründer des Nagelkreuzes, Propst Richard Howard, und seine Worte aus der Weihnachtsbotschaft von 1940 „Wir vertrauen“.

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Mit dem Versöhnungsgebet von Coventry und dem Segen von Bischof Cocksworth und dem evangelischen Landesbischof Carsten Rentzing endete der feierliche Akt, wobei auch die Glocke der Sophienkirche zu hören war. Zu besonderen Gelegenheiten wird das Original angeschlagen. Die gotische Sophienkirche war einmal die älteste Kirche der Stadt. Die angefügte Busmannkapelle, benannt nach dem Dresdner Bürgermeister Lorenz Busmann, stammt aus der Zeit um 1400. Die später historisierend veränderte Sophienkirche erlitt im Zweiten Weltkrieg starke Schäden. Ein Wiederaufbau wäre zwar möglich gewesen, doch 1962/63 erfolgte nach dem Willen der SED-Herrschaft der Abriss.

In abstrahierter Form zeichnet nun die Gedenkstätte die Busmannkapelle nach. Die Betonstelen erinnern an die Pfeiler der Kirche. Im Herbst soll das Bauwerk zehn Jahre nach Baubeginn fertig sein.

Von Genia Bleier

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