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Jetzt kommt die Schere

Der Schornstein in Reick verschwindet bis April

Der Bagger hat den Schornstein in Reick bereits von 200 auf rund 50 Meter  heruntergeknabbert.

Der Bagger hat den Schornstein in Reick bereits von 200 auf rund 50 Meter heruntergeknabbert.

Dresden. Über 40 Jahre lang prägte der Schornstein in Reick das Dresdner Stadtbild. Einst war der 200-Meter-Koloss das zweithöchste Bauwerk der Stadt, nun ist nicht mehr viel von ihm übrig: Auf eine klägliche Höhe von 50 Metern hat der Bagger den Drewag-Schlot mittlerweile „abgeknabbert“. Ab kommender Woche startet die finale Etappe des Abrisses.

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„Mithilfe einer krangeführten Hydraulikschere wird der Schornstein zurückgebaut“, erklärt Drewag-Projektleiter Hans-Joachim Ettrich. Der sechs Tonnen schwere Scherenaufsatz liegt bereits vor dem Turm bereit.„Wenn alles klappt, soll Ende April nichts mehr vom alten Schlot zu sehen sein.“ Der äußerlich sichtbare Rückbau begann im Oktober vergangenen Jahres. Dafür hatten die Abrissexperten einen Bagger auf dem Schornstein montiert, der sich Stück für Stück heruntergearbeitet hat. Bis Ende 2017 sollten die Arbeiten beendet sein, der Abriss verzögerte sich jedoch: Starker Wind unterbrach immer wieder die Arbeiten in luftiger Höhe.

Die Drewag leitete jahrelang Abgase durch den Schlot ab. Für diese Aufgabe war der Schornstein jedoch überdimensioniert: Das Innovationskraftwerk in Reick besitzt nur zwei Heißwassererzeuger, 1976 wurde der Betonriese für insgesamt sechs dieser Anlagen gebaut. Für den Betrieb bedeutete das bislang, dass der Schornstein mindestens acht Stunden am Stück betrieben werden musste – um Feuchtigkeitsschäden durch das Abgaskondensat zu verhindern. Das kostete viel Brennstoff. „Zudem muss ein so hohes Bauwerk ständig mit großem Aufwand geprüft und instand gehalten werden“, erklärte Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann.

Daher haben die Stadtwerke den alten Schornstein durch zwei etwa 50 Meter hohe Stahlschornsteine ersetzt. Sie wurden bereits im Sommer 2017 montiert. Die neuen Schornsteine seien beständiger gegenüber dem Kondensat, teilt die Drewag mit. Daher entfällt das bislang übliche „Trockenfahren“ des Schornsteins in Zukunft. Für den Bau der beiden neuen Türme und den Abriss des historischen Giganten aus Stahl und Beton investiert die Drewag insgesamt drei Millionen Euro. Doch die Summe rentiert sich, meint Ostmann: „Der Ersatz des Schornsteins ist ein weiterer Schritt, um das Innovationskraftwerk Reick für die nächsten Jahrzehnte fit zu halten.“

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Von Junes Semmoudi

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