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Sanierungsstopp

Dem Chinesischen Pavillon geht das Geld aus

Rebekka Dumke, Dieter Reinfried und Margitta Herz (v.l.) vor dem chinesischen Pavillon

Rebekka Dumke, Dieter Reinfried und Margitta Herz (v.l.) vor dem chinesischen Pavillon

Dresden. Geldmangel, fehlende Genehmigungen und das Gefühl von der Stadt vergessen zu werden: Die Sanierungsarbeiten am denkmalgeschützten Chinesischen Pavillon am Weißen Hirsch stocken. „Uns fehlen 400.000 Euro“, sagt Margita Herz, Mitglied des Vereins „Chinesischer Pavillon zu Dresden“.

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Seit über zehn Jahren versuchen die Mitglieder das durch Brand und Verwahrlosung zur Ruine verkommene Bauwerk aus der chinesischen Kaiserzeit wieder zum Leben zu erwecken. Ein großes Stück ist schon geschafft. Für 900. 000 Euro aus Fördertöpfen und Spenden wurde der Pavillon zum großen Teil saniert, Fenster und Türen eingebaut, Elektrik und Sanitäranlagen geschaffen. Jetzt soll es an das Sockelgeschoss und die Außenanlagen gehen, damit der Chinesische Pavillon wieder in vollem Umfang für verschiedene Veranstaltungen genutzt werden kann. Als nächstes soll Fußboden verlegt und Beleuchtung installiert werden – wenn das nötige Geld verfügbar ist.

Denkmalschutz verbietet Hinweisschild

„Ein Landschaftsplaner hat ein Konzept für den Außenbereich entwickelt. Mit 120 000 Euro könnten wir sofort mit der Umsetzung starten“, erklärt Herz. Doch ganz so einfach ist es nicht. Ein Streitpunkt mit dem Denkmalamt ist die Zufahrt. Wir würden die Zufahrt gerne pflastern, um zum Beispiel dem Catering die Anlieferung zu erleichtern, sagt der Vereinsvorsitzende Dieter Reinfried. Das Denkmalamt will nach Aussage des Vereins die aktuelle Sandschlemmung als Zufahrt erhalten.

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Der Chinesische Pavillon ist und bleibt eine Baustelle – auch wenn der Verein schon viel reparieren lassen konnte.

Der Chinesische Pavillon ist und bleibt eine Baustelle – auch wenn der Verein schon viel reparieren lassen konnte.

Ziel ist es, die Sanierungsarbeiten 2019 abzuschließen. Denn dann müssen die Unterlagen für die Europas Kulturhauptstadt eingereicht werden, wofür sich Dresden bewerben will. Der Verein hat ein Kulturkonzept entwickelt, das für den Pavillon eine gemischte Nutzung von privater Miete und öffentlichen Veranstaltungen mit Bezug zu chinesischen Traditionen vorsieht.

Besucher aus China

Im Dezember hat der Verein einen Brief an Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) geschrieben, mit der Bitte um finanzielle Unterstützung. „Das wurde abgelehnt“, fasst Reinfried die Antwort zusammen. „Hat die Stadt das Interesse an dem Kulturdenkmal Chinesischer Pavillon verloren?“, fragen sich Herz und Reinfried. Etwas versteckt liegt der Pavillon in einem Waldstück am weißen Hirsch. Wegen Denkmalschutz sei dem Verein verwehrt worden, ein Hinweisschild anzubringen, berichtet Herz. Es läge kein Antrag auf die Anbringung eines solchen Schildes vor, erklärt die Stadt auf DNN-Anfrage.

Für die Zukunft wünscht sich der Verein das Sockelgeschoss wieder für die Gastronomie nutzen zu können, den chinesischen Pavillon als einzigen original-chinesischen Bau aus der Kaiserzeit in Deutschland verstärkt in das Besuchsprogramm für Delegationen aus China aufzunehmen und möglicherweise mit dem nahen Parkhotel zu kooperieren. „Doch dazu muss der Pavillon erstmal fertig werden“, erklärt Herz. Noch fehlt eine Menge Geld.

Von Tomke Giedigkeit

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