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Sozialförderung

Das ist Dresdens erste Quartiersassistentin

Simone Dutschmann ist Dresdens erste Quartiersassistentin im DRK-Begegnungs- und Beratungszentrum „Johann".

Simone Dutschmann ist Dresdens erste Quartiersassistentin im DRK-Begegnungs- und Beratungszentrum „Johann".

Dresden.Mit einem Dauerlächeln läuft Simone Dutschmann durch den sonnigen Garten des Begegnungszentrums „Johann“ im Süden der Johannstadt. Freundlich wird sie von anwesenden Senioren begrüßt, während sie sich nach dem Wohlbefinden der Anwohner erkundigt. Nach über sechs Jahren ohne feste Anstellung ist die 60-Jährige seit wenigen Wochen die erste von sieben Quartiersassistenten in der sächsischen Landeshauptstadt, die ihre Arbeit aufgenommen hat. „Ich freue mich trotz einstündiger Anreise aus Kaditz jeden Tag darauf, aufzustehen und zur Arbeit gehen zu können“, bekundet die fröhliche Dresdnerin.

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Im Begegnungs- und Beratungszentrum „Johann“ des Deutschen Roten Kreuzes organisiert sie Morgensport, Spaziergänge, das Wiesencafé und begleitet Exkursionen. Obwohl das von ihr organisierte Mittagscafé für Senioren erst in ei­ner Stunde beginnt, sind am Donnerstagmittag schon einige Stühle besetzt – die Arbeit von Simone Dutschmann wird von den Anwohnern sehr gut angenommen.

„Gute Geister im Wohnviertel“

„Mit der Quartiersassistenz wollen wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Menschen in Arbeit bringen und das Miteinander im Wohnquartier verbessern“, erklärt Sozialbürgermeisterin Kristin Klaudia Kaufmann (Die Linke). Die Stadt nennt Quartiersassistenten wie Simone Dutschmann „Gute Geister im Wohnviertel“. Das Prinzip des neu entwickelten Konzepts lautet: Menschen, die selbst Unterstützung brauchen, handeln für Menschen, die unterstützt werden wollen.

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Möglich wurde die Anstellung von Simone Dutschmann mit Hilfe der neuen Jobcenter-Förderung „Teilhabe am Arbeitsleben“. Dabei er­halten gemeinnützige Arbeitgeber in den ersten beiden Jahren bis zu 100 Prozent Lohnkostenzuschuss vom Jobcenter. In möglichen drei weiteren Jahren sinkt der Zuschuss um jährlich zehn Prozent. Gemeinnützige Träger aus allen sozialen Be­reichen können Ehrenamtliche und Langzeitarbeitslose vorschlagen, Teil der Sozialförderung zu werden. Das können beispielsweise auch Einrichtungen der Jugendar­beit sein. Über diesen Weg kam auch Simone Dutschmann zu ihrer neuen Arbeitsstelle. Claudia Görlach, Leiterin des DRK-Begegnungs- und Beratungszentrums „Jo­hann“, kannte sie bereits aufgrund ihres ehrenamtlichen Engagements in der Begegnungsstätte „Auftrieb“ und animierte sie zu ei­ner Bewerbung: „Für uns ist das ei­ne willkommene Unterstützung“, sagt Görlach.

Bis jetzt sind 85 Bewerbungen für die Teilhabe am Arbeitsmarkt als Quartiersassistent eingegangen, informiert Alexander Vock, Leiter der Sozialplanung im Sozialamt Dresden. Geplant ist nun, das Projekt zur Stärkung des Zusammenlebens und Instrument gegen Langzeitarbeitslosigkeit in den Stadtteilen Altstadt, Loschwitz und Cotta zu etablieren.

Von Aaron Wörz

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