Skateboarding

Da kommt was ins Rollen: Dresden sucht Standorte für neue Skate-Anlagen

Auch die Halfpipe an der Lingnerallee ist in die Jahre gekommen. Die Dresdner Skate-Gemeinde drängt deshalb auf den Bau neuer Anlagen.

Auch die Halfpipe an der Lingnerallee ist in die Jahre gekommen. Die Dresdner Skate-Gemeinde drängt deshalb auf den Bau neuer Anlagen.

Dresden. Dresden hinkt hinterher – zumindest, was zeitgemäße Skateboard­anlagen angeht. Spätestens seit der Skatepark „Trini“ an der Trinitatiskirche im November 2018 abgerissen wurde, sind die Mängel der Skate-Infrastruktur sichtbar geworden: Die übrigen Anlagen im Stadtgebiet sind in die Jahre gekommen, die lokale Szene ist daher im Vergleich zu anderen Großstädten benachteiligt.

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Und das, obwohl Skateboarding gerade boomt: Durch neue Wettbewerbe wie die „X-Games“ angestoßen, erfreut sich der Rollbrettsport nunmehr internationalem Interesse. Als brandneue Olympiadisziplin gewinnt er sogar noch weiter an Bedeutung.

Stadtrat kennt das Problem

„Es ist schade, dass unsere Stadt nicht mehr den heutigen Standards der Skater entspricht. Bei alten Anlagen besteht vor allem die Gefahr, über herausstehende Schrauben, unsaubere Übergänge oder Löcher zu fahren. Diese Verschleißerscheinungen können zu ernsthaften Unfällen führen“, sagt Sebastian Linda, Pressesprecher des 248 Wheels e.V. Der Verein setzt sich für die Interessen der lokalen Skateboarder ein.

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In Dresden gibt es eine vergleichsweise große Szene, weiß Linda. „Doch auf der Straße werden wir nicht geduldet und die Parks sind zu alt. Viele Dresdner Profiskater trainieren deswegen lieber in anderen Städten, etwa im Olympiastützpunkt Leipzig. Dort muss man sich nicht mit baufälligen Holzhallen und überholten Außenparks zufrieden geben.“

Indessen hat der Dresdner Stadtrat die Dringlichkeit des Problems erkannt: In der letzten Mai-Sitzung stimmte das Stadtparlament auf Initiative der Grünen einem entsprechenden Beschluss zu. Er beinhaltet die Prüfung mehrerer Standorte und den anschließenden Bau von Skateparks in Johannstadt, Prohlis und auf der Neustädter Elbseite.

Standortsuche für Skatehalle

Die Skatehalle Reick, in den 90ern gebaut, ist der älteste Hotspot für Dresdner Skater. Das Gebäude wird sowohl von Skateboardern als auch von BMX- und Scooterfahrern genutzt. Mittlerweile ist der Andrang so groß, dass für jede Sportart bestimmte Zeiten zur Hallennutzung festgeschrieben sind. Zusätzlich machen das baufällige Hausdach und die schwierigen Mietverhältnisse dem 248 Wheels e.V. zu schaffen: Die Mietzeit hat der private Hallenbesitzer auf drei Jahre begrenzt – spätestens dann muss eine neue Halle her.

Deshalb liegt der Fokus nun auf der Suche nach alternativen Standorten. „Wenn ein geeignetes Grundstück gefunden ist, folgt der Erwerb und die Planung. Diese soll, um Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen, in enger Zusammenarbeit mit 248 Wheels e.V. und der lokalen Szene erfolgen“, erklärt Torsten Schulze, sportpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Stadtrat. Er hofft, dass in zweieinhalb Jahren eine moderne Halle eröffnet werden kann.

Auch die Neustädter Elbseite soll im Zuge des aktuellen Stadtratsbeschlusses neue Skate-Anlagen bekommen. Schließlich gibt es seit der Schließung des Fußgängertunnels am Neustädter Markt im rechtselbischen Stadtgebiet kein einziges Trainingsareal mehr. Vor allem ein in Klotzsche geplanter Park, der durch eine Online-Petition initiiert wurde, könnte bald Abhilfe schaffen.

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Skaten im Brückenpark

Ein weiteres Konzept sieht die Errichtung eines Skateparks unter der Waldschlößchenbrücke vor. „Das Bauwerk kann durch seine wettergeschützte Lage so zu einem weiteren Gewinn für die Bürger werden“, meint Benjamin Grill von G.N.b.h. Architekten. Im Rahmen der Kulturhauptstadtbewerbung für 2025 stellte das Architekturbüro den sogenannten Brückenpark als Mikroprojekt vor. Sie wollen einen Skateplatz auf der einen sowie ein Basketballfeld auf der anderen Elbseite errichten lassen.

Das Bauprojekt ist allerdings mit einigen planerischen Problemen verbunden. Diese reichen von Brandgefahr durch mobile Holzrampen bis hin zur Veränderung des Abflussverhaltens, sagt Schulze. Derzeit prüft das städtische Straßen- und Tiefbauamt, inwieweit das Konzept realisierbar ist. Erst danach könnte ein Zeitplan für den Bau erstellt werden.

Zumindest eines scheint jetzt schon klar zu sein: Bis der Brückenpark und die weiteren Bauvorhaben umgesetzt werden, sind noch einige Hürden zu nehmen. Der Anfang ist jedoch getan. Die Stadt hat erste Schritte unternommen, um die Trainingsbedingungen für Dresdner Skater künftig auf olympisches Niveau zu heben.

Von Robin Riehme und Junes Semmoudi

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