Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Neuausrichtung

Cooolcase gibt PC-Fabrik in Mickten auf und plant neue Jobs

Christian Michel hat mit Cooolcase große Pläne. Das Unternehmen will umziehen und plant einen kräftigen Zuwachs bei den Mitarbeitern.

Christian Michel hat mit Cooolcase große Pläne. Das Unternehmen will umziehen und plant einen kräftigen Zuwachs bei den Mitarbeitern.

Dresden.Cooolcase Dresden steht vor einer neuen Transformation-Stufe auf dem langen Weg vom ehemaligen Robotron-Werk zur Mechanik-Foundry: Das ehemalige Computer-Unternehmen zieht aus seiner früheren PC-Fabrik in Dresden-Mickten aus und überlässt sie der Organiksolar-Firma Heliatek. Das hat Cooolcase-Chef Christian Michel angekündigt. „Die Wachstumspläne und die industrielle Ausrichtung beider Unternehmen lassen sich nicht mehr vereinbaren“, sagte er auf DNN-Anfrage. „Einer muss weichen – und das werden wir sein.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Ohnehin brauche sein Betrieb mehr Platz für Wachstum und eine Neuausrichtung. Denn Cooolcase habe „größere Aufträge von weltweit agierenden Top-Unternehmen gewonnen“, erklärte Michel weiter. „Wir werden unter anderem aufwendige mechanische Teile für Projekte in der Lebensmittelsparte, Solarindustrie und Informationstechnologie zuliefern.“

Dafür soll im September 2018 ein Programm im Unternehmen starten, um das Qualifikationsniveau so gut wie aller Mitarbeiter mindestens auf Techniker-Niveau zu heben. Einfache Arbeiten wie etwa Kabelmontage oder Aufkleber-Verteilung werden dafür ausgelagert – „aber nicht an einen Billiganbieter irgendwo in Osteuropa oder Asien“, betont Michel, „sondern an die Behindertenwerkstätten in Dresden-Weißig. Wir wollen hier bewusst Beschäftigungs-Chancen für Menschen mit Handicap schaffen“.

Mietkauf-Fabrik statt Eigenbau geplant

Nach dieser einjährigen Umstrukturierung, spätestens Ende 2019, werde Cooolcase in einen neuen Unternehmenssitz in Dresden umziehen. Die neue Fabrik werde man aber nicht selber bauen, sondern sie durch einen darauf spezialisierten Vermieter bauen lassen, betonte Michel. Solche Mietkauf-Konstruktionen ganzer Fabriken ähneln den Leasing-Modellen für Autos und werden in der Industrie immer üblicher. Der neue Komplex werde 6000 Quadratmeter neue Produktionsfläche schaffen außerdem 500 bis 800 Quadratmeter Büros sowie Räume für die Forschung und Entwicklung.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Eigentümer verspricht neue Jobs

Keiner Cooolcase-Mitarbeiter solle durch diese Restrukturierung seinen oder ihren Job verlieren, versprach der Geschäftsführer. Vielmehr sollen neue Arbeitsplätze entstehen: Derzeit beschäftigt Cooolcase rund 70 Mitarbeiter im eigenen Haus sowie 30 Behinderte in den Weißiger Werkstätten. In der neuen Cooolcase sollen dann 60 bis 70 Behinderte tätig sein und auch die Stammbelegschaft um etwa ein Dutzend Fachkräfte wachsen. Der Umsatz soll durch die neuen Projekte um ein Fünftel steigen.

Die Belegschaft in Michels Unternehmen hat bereits viele tiefe Umbrüche mitgemacht: Cooolcase wurzelt letztlich in einer Robotron-PC-Fabrik an der Bodenbacher Straße in Dresden-Seidnitz. Nach der Wende übernahm die Schäfer-Gruppe diesen Robotron-Betriebsteil unter der Marke „Schäfer IT“ und zog damit dann in eine neuerrichtete PC-Fabrik an der Treidlerstraße um. Diese Fabrik war für bis zu 700 Mitarbeiter ausgelegt. Wenig später machte aber die PC-Krise der Computerproduktion in Dresden-Kaditz den Garaus. Der frühere Geschäftsführer Michel übernahm das Unternehmen 2009 als Eigentümer. Das Fabrikgebäude blieb aber im Eigentum der Schäfer-Gruppe. 2012 zog hier auch die TU-Ausgründung „Heliatek“ ein, die biegsame organische Solarzellen herstellt und ebenfalls Expansionspläne hat. Laut Stadtverwaltung bekam Heliatek bereits im Februar 2018 die Baugenehmigung für eine Fabrikerweiterung. Dazu gehören demnach die „Nutzungsänderung eines Hochregallagers zu einer Produktionshalle für Photovoltaik-Folien, den Anbau eines Pumpenhauses, die Errichtung von zwei Einhausungen für Außengeräte sowie eines Stickstofftanks“. 2019 soll die Massenproduktion auf dieser neuen Linie starten – und etwa dann will Michel weg sein.

Mehr Infos im Netz: cooolcase.com und heliatek.com

Von Heiko Weckbrodt

Mehr aus Dresden

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.