Rettungsdienst

Computer-Probleme in der Rettungsleitstelle in Dresden

Dresden. In der Großleitstelle der Rettungskräfte in Dresden gibt es offenbar Probleme mit einem Computerprogramm zur Bearbeitung von Notfallanrufen. Das sorgt für Unruhe.

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Nach DNN-Informationen arbeitet eine Software offenbar nicht so, wie von der Stadt erwartet. Offensichtlich wird der Mitarbeiter in der Rettungsleitstelle (Disponent) bei der Bearbeitung eingehender Notrufe durch Mängel in der Software behindert. Die geschehe ausgerechnet in einer „zeitkritischen“ Phase der Notrufbearbeitung, wird in der Stadtverwaltung intern festgestellt.

Software sollte Bearbeitung schneller machen

Dabei soll die Software genau diese Abfrage noch effektiver machen. Mit Hilfe des Programms sollen die Disponenten die Anrufer schnell durch das Gespräch führen und wertvolle Zeit sparen. Parallel dazu entscheiden sie, wie auf den Notruf reagiert wird. Ab August wird die Software auch in der Großleitstelle in Zwickau eingesetzt. Von 200000 Euro Kosten für die Software ist dort die Rede. Weitere Leitstellen dieser Art gibt es in Chemnitz, Leipzig und Hoyerswerda.

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Seit 2013 ist die Integrierte Regionalleitstelle (IRLS) Dresden in Betrieb. Im Vollbetrieb soll die Leitstelle in Übigau in Notfällen erste Anlaufstelle für etwa 1,1 Millionen Menschen in der Landeshauptstadt, dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und dem Landkreis Meißen sein. In der Dresdner Leitstelle gehen alle Notrufe 112 für die Feuerwehr und Notfallrettung sowie Anforderungen des Krankentransportes und des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes ein.

Der Lieferant der Software stammt aus Oberbayern. Er handelt als Unterauftragnehmer eines Unternehmens in Frankfurt/Oder, dass von der Stadt den Auftrag für das Notruf-System erhalten hat. Auf Anfrage der DNN wurde von einem Unternehmensvertreter in Frankfurt am frühen Donnerstagnachmittag eine Antwort auf einen Fragenkatalog in Aussicht gestellt, sie ging aber bis zum Abend noch nicht ein.

Stadt Dresden fürchtet Schadenersatzforderungen

In der Landeshauptstadt wird der Softwareanbieter offenbar als „unbefriedigend“ eingestuft. Er entspreche „nicht den Anforderungen“.

Zudem werden Schadensersatzforderungen von Krankenkassen befürchtet, weil Fehler bei der Notrufbearbeitung in Rettungsleitstellen von Gerichten inzwischen als „grober Behandlungsfehler“ eingeordnet würden. Die Kosten könnten erheblich sein. Weitere Probleme werden auch bei Wartung und Qualitätsmanagement der Software gesehen.

Funktionseinschränkungen der IRLS Dresden, die durch die geschilderte Software ausgelöst würden, seien bei den Aufsichtsbehörden nicht angezeigt worden, erklärte am Donnerstag das Innenministerium auf Anfrage.

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Auch die Stadt versuchte, die Wogen zu glätten. Am Donnerstagabend teilte Andreas Rümpel, Leiter des Brand- und Katastrophenschutzamt, auf DNN-Anfrage mit: Wie bei der Einführung komplexer IT-Verfahren üblich, befinden wir uns hier im Dialog mit dem Auftragnehmer, um aufgetretene Fragestellungen, Schwierigkeiten in der Nutzung schnellstmöglich aufzuklären und eine Lösung herbeizuführen. Der Amtsleiter erklärte weiter: „Da wir uns in einem laufenden Beschaffungsverfahren befinden, werden wir diese Themen nicht öffentlich diskutieren und keine Kostenaussagen abgeben.“

Der Disponent in der Leitstelle könne das Softwaremodul grundsätzlich umgehen und den Notruf wie bisher bearbeiten, fügte Rümpel hinzu. Für die Hilfesuchenden bestünden die gleichen Standards in der Notrufabfrage fort, welche auch vor Einführung des Zusatzmoduls zum Tragen gekommen seien. Rümpel: „Damit sind grundsätzlich keine Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft der Leitstelle Dresden festzustellen.“

Von Ingolf Pleil

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