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Breiter Protest gegen Identitärentreffen in Dresden

Die Seebrücke-Demonstratin auf der Wilsdruffer Straße.

Die Seebrücke-Demonstratin auf der Wilsdruffer Straße.

Dresden. Die Identitäre Bewegung (IB) veranstaltete am Samstag in Dresden zum ersten Mal ein deutschlandweites Treffen. Gekommen waren etwa 300 bis 400 Sympathisanten der rechtsextremen Gruppierung. Sie füllten den mit Bauzäunen abgesperrten Bereich auf der Cockerwiese nicht annähernd. Dass die Polizei für das gesamte Gebiet ein Alkoholverbot aussprach, verscheuchte zusätzlich eine zweistellige Zahl an IB-Fans. Die ließen sich lieber in der benachbarten „Ackis Sportsbar“ nieder, als Martin Sellner und Co. zu lauschen. Der junge österreichische IB-Vordenker stellte in Dresden eine App vor, mit der sich die Bewegung künftig besser vernetzen will. Sie soll im Dezember erscheinen. Weitere bekannte Gesichter unter den IB-Teilnehmern: Verleger Götz Kubitschek, Pegida-Vize Siegfried Däbritz und Alexander Kleine von der IB Leipzig.

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Auf Seiten des Gegenprotests konnten vierstellige Teilnehmerzahlen verbucht werden. Schon am Mittag postierten sich einige Gegendemonstranten um Grünenpolitiker Jürgen Kasek und die Linksjugend unter dem Motto „Kein Platz für Nazi-Hipster“ in unmittelbarer Nähe der IB-Bauzäune. Auch Sachsens stellvertretender Ministerpräsident Martin Dulig (SPD) ließ sich am frühen Nachmittag kurz sehen. Die Gegendemonstration „SeebrückeDD – Grenzenlose Solidarität statt tödliche Abschottung“ verstärkte den Protest, vom Scheunevorplatz her kommend, mit über 1000 Demonstranten. „Es ist der finsterste, abgründigste Hass, den die Identitären auf dem Mittelmeer gegen Geflüchtete betreiben“, hieß es. Anschließend zog die Kundgebung weiter zum Theaterplatz.

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Am Kulturpalast, wo Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch zum gemeinsamen Singen eingeladen hatte, beteiligten sich gut 300 Dresdner, OB Dirk Hilbert, die Philharmonie und andere Dresdner Akteure an „So klingt Dresden“. Vor dem Dresdner Hygienemuseum, in dem unabsichtlich zeitgleich zum IB-Treffen eine Demokratiekonferenz stattfand, spielte Musik. Auch Landtagsabgeordnete Eva-Maria Stange (SPD) war vor Ort. Der Möglichkeit zum kostenlosen Besuch der aktuellen Ausstellung „Rassismus – Die Erfindung von Menschenrassen“ kamen viele Dresdner nach.

"So klingt Dresden" am Kulturpalast

Dresden, 25.08.2018: OB Hilbert und andere sangen am Sonnabend vom Balkon des Dresdner Kulturpalastes aus mit etwa 300 Teilnehmern. Anlass war das Treffen der Identitären in der Stadt.

Die Polizei verzeichnete über den Tag einige kleinere Zwischenfälle. So wurden die Identitäten von sechs Personen (fünf Männer, eine Frau) festgestellt, die sich auf der Cockerwiese an einem Angriff auf fünf Pressevertreter beteiligt haben sollen. Gegen sie wird wegen Nötigung ermittelt. Bei einem erst 16 Jahre alten Identitären-Ordner fanden sich Schlagschutzhandschuhe und Tierabwehrspray. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz eingeleitet. Als Minderjähriger durfte er seiner Funktion als Ordner dann auch nicht nachgehen. Ein 22-Jähriger wird sich wegen eines Runentattoos verantworten müssen. Zunächst hatte er es auf Anweisung der Polizeibeamten abzudecken.

Die Beamten waren mit mit 500 Mann, Reitern und einem Polizeihubschrauber im Einsatz. Auf Twitter und vor Ort gab sich die Behörde auffallend zuvorkommend gegenüber Journalisten – wohl auch als Reaktion auf die gestrigen Ereignisse rund um das Vorgehen der sächsischen Polizei gegen ein ZDF-Team am Rande einer "Pegida"-Demonstration in Dresden.

Von Franziska Schmieder

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