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Radfahrer-Demonstration

Heftige Kritik an Blockade des Blauen Wunders in Dresden

Mehr als 400 Radfahrer haben am Montagmorgen bei einer angemeldeten Kundgebung das Blaue Wunder für 22 Minuten gesperrt.

Mehr als 400 Radfahrer haben am Montagmorgen bei einer angemeldeten Kundgebung das Blaue Wunder für 22 Minuten gesperrt.

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Dresden. Kein Durchkommen im Berufsverkehr: Über 400 Fahrradfahrer haben am Montagmorgen das Blaue Wunder blockiert. Platz machten die Demonstranten nur, als ein Rettungswagen die Brücke passieren musste. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club Dresden (ADFC) hatte die Blockade am Freitag angekündigt, dennoch tappten viele Autofahrer in die Staufalle.

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Mit der Aktion protestierte die Fahrradlobby gegen die Absage eines Verkehrsversuchs. Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) hatte angekündigt, dass am Sonntag Radstreifen auf dem Blauen Wunder markiert werden. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) stoppte das Vorhaben in letzter Sekunde, weil Kühn Stadtrat und Stadtbezirksbeiräte nicht ausreichend informiert habe.

Die Radfahrer blockierten die Elbquerung 22 Minuten lang. Sie verwiesen damit auf einen Stadtratsbeschluss von 2001 für Radspuren auf dem Blauen Wunder, der nie umgesetzt wurde. Kritiker der Radverkehrsanlagen befürchten einen Kollaps am stark beanspruchten Knoten Schillerplatz, wenn dort eine Fahrspur wegfällt. „Die Dresdner warten schon 22 Jahre darauf, dass die Brücke Radwege erhält. Das Blaue Wunder ist ein Nadelöhr ohne geeignete Radinfrastruktur. Besonders oft werden auf dem kurzen Stück Menschen auf dem Rad zu Verkehrsopfern. Hier muss endlich etwas passieren! Die Geduld ist hier am Ende“, erklärt Nils Larsen, Vorstand im ADFC Dresden.

„Es gibt Stellen in dieser Stadt, an denen es so eng ist, dass Radwege einfach nicht möglich sind“, erklärte CDU-Verkehrspolitiker Veit Böhm und verwies darauf, dass sich die Situation mit Radspuren für die Busse der Dresdner Verkehrsbetriebe extrem verschlechtern würde. FDP-Stadtratsfraktionsvorsitzender Holger Zastrow kritisierte die Blockade der Brücke scharf. „Mit seiner Aktion verabschiedet sich der ADFC als ernstzunehmender und seriöser Gesprächspartner. Kaum dass mal eine Entscheidung nicht nach dem Willen der Radfahrerlobby läuft, greift man zu Methoden, die man eher von den Klimaklebern kennt.“ Das provozierte Verkehrschaos sei anmaßend und respektlos gegenüber allen Berufstätigen, die früh auf Arbeit müssten. „Damit unterscheidet sich der ADFC in keiner Weise von der Letzten Generation.“

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Inzwischen ist die Brücke wieder frei und der Verkehr ist ins Rollen gekommen.

DNN

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