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Das „Radmädchen“

Aus der Dresdner Neustadt in die weite Welt

Weltradlerin Anna -Luisa Becke

Weltradlerin Anna -Luisa Becke

Dresden. Eine junge Frau, ganz allein auf Welt-Radreise? „Ich gebe zu, die skeptischen Reaktionen von Bekannten haben mich vor Antritt der Tour etwas abgeschreckt“, schmunzelt Anna-Luisa Becke. Doch das hat die junge Dresdnerin nicht davon abgehalten, anderthalb Jahre per Bike um den Globus zu fahren. Insgesamt 15 000 Kilometer bewältigte die Radlerin auf ihrer Tour. Am Donnerstag ab 20 Uhr lässt Becke die Besucher im „Fahrrad XXL“, Dohnaer Straße 250, an ihren Erlebnissen teilhaben.

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„Die Idee mit der Reise schwebte mir schon länger vor“, erklärt Becke. „Ich dachte mir irgendwann einfach, wann wenn nicht jetzt.“ Sie kündigte ihren Job im Vertrieb, fand einen Untermieter für ihre Wohnung – und buchte ein Flugticket nach Kanada. Ihren Trip begann das „Radmädchen“, wie Becke sich nennt, im Mai 2016 in Vancouver. Von dort radelte die damals 28-Jährige auf Offroad-Strecken entlang der Pazifikküste in die USA, über Kalifornien nach Mexiko und Guatemala. Anschließend setzte Anna-Luisa Becke ihre Reise in den skandinavischen Ländern fort, durchfuhr die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen und pedalte über Polen zurück in die Heimat. In Dresden kam die Weltreisende im vergangenen Oktober an.

Auf ihrem Radtrip legte Anna-Luisa Becke 15 000 Kilometer zurück. Die Strapazen ließ sie sich jedoch kaum anmerken, wie hier in Mexiko.orderung einen Lebenstraum. Foto: privat Dresdnerin Anna-Lusie Becke auf Fahrradreise

Auf ihrem Radtrip legte Anna-Luisa Becke 15 000 Kilometer zurück. Die Strapazen ließ sie sich jedoch kaum anmerken, wie hier in Mexiko.orderung einen Lebenstraum. Foto: privat Dresdnerin Anna-Lusie Becke auf Fahrradreise

„Der besondere Reiz einer Fahrradreise ist, dass man unglaublich frei und flexibel ist“, findet Becke. „Man kann überall anhalten und ist an nichts gebunden. So hat man viel mehr Kontakt mit den Menschen.“ Die genaue Route hatte die Radlerin nicht geplant, sondern fuhr einfach los. Genächtigt hat sie im Zelt, im Hotel oder bei Einheimischen. „Gerade in Mexiko hat mich besonders fasziniert, wie freundlich und offen die Menschen sind. Sie teilen ihr letztes Hemd mit dir, lassen dich in ihrem Bett schlafen und am Abendessen teilhaben. Es ist rührend, wie viel diese Menschen geben, ohne eine Gegenleistung zu fordern.“

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Ein Parasit zwingt sie zur Pause

„Bis an meine Grenze“ heißt der Fahrradvortrag. Und ja, erzählt sie, in der sengenden Hitze Mexikos oder im strömenden Dauerregen in Norwegen ist Anna-Luisa Becke so manches Mal an ihre persönlichen Grenzen gestoßen. Am schlimmsten traf es die Bikerin in Mittelamerika. Eine Parasitenerkrankung zwang die 30-Jährige in die Knie, sie musste drei Monate lang pausieren. „Das hat mich mental aufgefressen. Immer mal ging es mir wieder besser, dann wurde es allerdings wieder schlechter“, erinnert sich Becke. „Dabei wollte ich unbedingt weitermachen, weiter nach Südamerika fahren.“ Doch diesen Plan musste die Weltreisende verwerfen und ihre Tour stattdessen in Europa fortführen.

Insgesamt 10 000 Euro hatte Becke für die Reise angespart, 3500 Euro zudem in ihre Ausrüstung und die Flüge investiert. Ihr Bike ließ sie sich in einem Fahrradladen zusammenbauen. Dass eine Fahrradreise jedoch auch mit einem geringeren Budget möglich ist, hat Becke auf ihrer Reise erfahren: „Einige sind auf alten Krücken mit Drei-Gang-Schaltung weite Strecken geradelt und hatten den Spaß ihres Lebens.“

Von ihren Erlebnissen berichtete die Globetrotterin in einem Blog. Über ihren Internetauftritt wurden Veranstalter auf sie aufmerksam. So erzählt Becke nun auch offline davon, wie sie in Kanada einem Bär begegnete, auf den Lofoten die Berggipfel erklomm und warum sie im Baltikum das Heimweh packte. „Es wird viele Bilder und ein paar Videos zu sehen geben“, kündigt die junge Frau ihren Vortrag an. Die Gäste des zweistündigen Reiseberichtes bekommen alkoholfreie Getränke spendiert. Der Eintritt kostet 5 Euro.

Ob sie auch noch einmal eine solche Reise antreten würde? „Ausgeschlossen ist das nicht“, meint Becke. Jedoch möchte sie in nächster Zeit erstmal etwas kürzer treten und in den Sommermonaten lediglich kleine Touren bewältigen. Unter anderem stehen die Gebirge Georgiens und Tadschikistans auf der Liste – anspruchsvolle Areale, aber das „Radmädchen“ aus der Neustadt ist ja schon einmal den Vorurteilen davongefahren.

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Von Junes Semmoudi

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