Gerichtsbericht

Auf Raubzug in ganz Sachsen

Der Prozess wird fortgesetzt.

Der Prozess wird fortgesetzt.

Dresden. „Mein Mandat wird keine Angaben zu den Vorwürfen machen, den Diebstahl einer Flasche Bier bei Rewe räumt er aber ein“, sagte der Verteidiger von Mohammad S. am Montag im Amtsgericht. Wie großzügig. Die Anklagen war allerdings viel umfangreicher – Drogenabgabe an Minderjährige, banden- und gewerbsmäßiger Diebstahl, Unterschlagung.

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Der Libyer soll gemeinsam mit Kumpanen arbeitsteilig und sachsenweit vor allem in Geschäften und Zügen geklaut haben. Das Vorgehen war meist ähnlich. Die Truppe enterte ein Geschäft, ein Teil lenkte die Verkäufer ab, der Rest mauste und dann verschwanden alle. Auch Diebstähle in Zügen waren wohl gut organisiert. Zuerst wurde die Beute ausgespäht, dann blockierten einige an den Bahnhöfen die Türen, so das der Zug nicht losfahren konnte, andere klauten schnell, alle rannten raus und der Zug fuhr los. Zurück blieben verdatterte und bestohlene Fahrgäste.

So zum Beispiel ein Schwerbehinderter, dem Handy und Rucksack geklaut worden war. Er konnte weder seine Mutter noch die Betreuerin anrufen, hatte keine Wohnungsschlüssel und Papiere mehr. „Das hat ihn sehr belastet, er hat jetzt Angst Zug zu fahren und wollte auch nicht zu der Verhandlung“ sagte die Betreuerin.

Der 35-Jährige hat durch seine Behinderung erhebliche Probleme alles richtig einzuordnen, aber das fiel auch anderen schwer – denn die Taten liegen schon Jahre zurück. Mohammad S., dessen Asylantrag abgelehnt und die Abschiebung angeordnet worden war, war Mai 2017 abgetaucht. Im November 2018 wurde er festgenommen. Der Prozess wird fortgesetzt.

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Von Monika Löffler

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