54-Jährige tyrannisiert die Polizei

250-mal den Notruf gewählt – Haftstrafe

Symbolbild.

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Dresden. Larissa N. wird langsam zum Dauergast in Dresdens Gerichten. Erst im Mai war sie vom Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten ohne Bewährung verurteilt worden – gegen das Urteil hat sie Berufung eingelegt, die Verhandlung am Landgericht steht noch aus. Gestern kassierte die temperamentvolle 54-Jährige acht Monate ohne Bewährung – den Gang zur nächsten Instanz hat sie gleich angekündigt – und es gibt schon weitere Anzeigen. Die Vorwürfe sind fast immer selben: Missbrauch von Notrufen und Beleidigung.

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Grund für all dies ist der „Privatkrieg“, den sie seit Jahren mit der Polizei führt, obwohl sie der Meinung ist: „Ich habe den Krieg nicht angefangen.“ Hat sie doch. Die gebürtige Kasachin muss den Satz „Die Polizei – dein Freund und Helfer“ falsch verstanden haben. Hat sie Probleme – und die hat sie reichlich, seien es Behördenschreiben, Rechnungen oder ähnliches –, ist das für sie ein Notfall. Und dann wählt sie halt den Notruf, oft stundenlang im Minutentakt – allein zwischen Juli 2017 und März 2018 250 Mal. Hat man dafür kein Verständnis, wird sie ausfallend und beleidigend – das bekam vor allem eine Beamtin zu spüren, die übel beschimpft wurde.

Larissa N. ist der Meinung, sie darf das. Das sie den Notruf für wirkliche Ernstfälle blockiert ist ihr egal. „Wenn ich Hilfe oder eine Klärung brauche, rufe ich an, das ist nicht verboten“, erklärte sie energisch. Und was die Polizeibeamtin betrifft, habe sie die nicht beleidigt, sondern nur die Wahrheit gesagt. Die Angeklagte ist beratungsresistent und stur. Sie versteht vieles nicht, ist überfordert, fühlt sich permanent schlecht behandelt,wird dann laut und ausfallend,redet ohne Punkt und Komma und sich dabei um Kopf und Kragen.

Die 54-Jährige fordert zwar Hilfe ein, lehnt auf der anderen Seite aber jeder Hilfe – einem Therapeuten, Betreuer oder eine Therapie gegen ihr Alkoholproblem – ab. So ein „Krieg“ kostet Nerven und die beruhigt sie mit einem „Schnäpschen“ oder Klosterfrau Melissengeist. „Der ist gesund“, erklärte sie.Die 79 Prozent Alkohol stören sie nicht. Und wenn sie dann „die Nerven beruhigt hat“ greift sie besonders schnell zum Telefon und ist wieder in der Tretmühle drin.

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Von Monika Löffler

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