Riskanter Augentropfentrend

Umstrittene Weißmacher: Der Optimierungstrend macht auch vor den Augen nicht halt

Kurzfristiger Effekt und gefährlich: Weißmacher fürs Auge.

Kurzfristiger Effekt und gefährlich: Weißmacher fürs Auge.

Trübe Aussichten – das wünscht sich nun wirklich niemand für das noch junge Jahr. Ein Perspektivwechsel kann helfen, Dinge in einem anderen, positiveren Licht zu sehen, ist aber nicht immer leicht herbeizuführen. Einfacher dagegen erscheint es, einen klaren Blick zu haben. Und das in wörtlichem Sinne. Der Optimierungswahn spart kein Körperteil aus und legt sich mittlerweile auch über die Augen.

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Damit diese strahlen, sollen bestimmte Augentropfen das Weiß der Lederhaut (Sklera) noch heller erscheinen lassen, damit die „Fenster zur Seele“ perfekt strahlen – und in Sachen Glanz im Zweifel auch nicht hinter den bereits gebleachten Zähnen zurückstehen. Doch Mediziner, Apotheker und Verbraucherschützer sehen das Werbeversprechen skeptisch.

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Kurzfristiger Effekt

So rät die Stiftung Warentest von sogenannten Weißmachern für die Augen ab, weil sie nur einen kosmetischen und kurzfristigen Effekt hätten. Sie beseitigten nicht die Ursachen von Rötungen oder gelblichen Verfärbungen auf der Lederhaut. Die Tropfen verengen kurzfristig die Blutzufuhr in der Bindehaut, Rötungen gehen dadurch zurück, können bei Nachlassen des Wirkstoffs jedoch umso mehr in Erscheinung treten. Augenärzte warnen davor, dass bei häufiger Anwendung von Weißmachern die sogenannten Becherzellen, die für die Bildung des Tränenfilms wichtig sind, geschädigt werden können. Die „Deutsche Apothekerzeitung“ verweist darauf, dass vor allem blauer Farbstoff in den Tropfen die Sklera kurzzeitig heller erscheinen lässt. Dies sei ein Trick aus der Farblehre: Blau gleicht optisch rötliche und gelbliche Verfärbungen aus. Wer damit zu kämpfen habe, solle aber besser zum Arzt gehen, als mit Tropfen zu experimentieren, raten Augenärzte.

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Schon in früheren Zeiten, als die Schulmedizin noch in den Kinderschuhen steckte, gab die Farbe der Lederhaut Heilkundigen Aufschluss über den Gesundheitszustand von Patienten: Gelbliche Verfärbungen hängen mit der Leber zusammen, gräuliche eher mit dem Alter, rötliche gehen auf Schlafmangel und Entzündungen zurück. Ein ungetrübtes Weiß steht also in der Tat für Vitalität – und es vermittelt auch anderen: Dieser Mensch ist offen und aufgeweckt, er hat einen klaren Blick. Schon die alten Ägypter wussten den Augenblickeffekt zu nutzen: Die mit schwarzer Farbe umrandeten Augen verstärkten den Kontrast zur weißen Lederhaut noch.

Manipulation der Augen mit hohen Risiken behaftet

Heute reicht es einigen Menschen jedoch nicht mehr, nur eine makellose weiße Sklera zu haben: Tätowierte Augen sind der letzte Schrei, wenn es um Körpermodifikation geht. Da werden nicht nur die Brauen und Lider gefärbt, sondern mittlerweile auch die Lederhaut. Unfallfrei ist das nicht – und rückgängig zu machen schon gar nicht.

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Der Trend wird vor allem von Influencern im Netz befeuert, ist aber riskant. Das US-amerikanische Tattoomodel Sarah Sabbath etwa leidet nach einer Injektion unter deformierten Augäpfeln und kann nur eingeschränkt sehen. Die Australierin Amber Luke, auch als Drachenmädchen bekannt, ließ sich die Augäpfel blau tätowieren – und war eigenen Angaben zufolge zunächst wochenlang blind.

Deutsche Rechtsmediziner von der Universität des Saarlandes haben sich dem Thema „Eyeball Tattoos“ gewidmet und sind zu dem Schluss gekommen, dass viele Tätowierer dafür „nicht über die notwendige Fachkompetenz und Ausrüstung verfügen“. Das sollte man also besser im Blick haben.

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