Nerviger Gegner im Kleiderschrank

Mittel gegen Motten: „Öko-Test“ rät von Gift ab – das sind die Alternativen

Löcher in der Kleidung? Ist der Schrank einmal von Motten befallen, bekommt man die Schädlinge nur noch schwer wieder los.

Köln. Wer Kleidermotten schon im Schrank hat – hat es schwer. Denn nach einer Bewertung der Inhaltsstoffe von 33 Mitteln gegen Kleidermotten rät die Zeitschrift „Öko-Test“ von den Produkten mit Gift ab (Ausgabe 6/2022). Aber die anderen Produkte wirken nicht gut genug.

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Warum raten die Produkttester von Giften ab?

Gifte enthalten Stoffe, die der Gesundheit von Menschen und Haustiere gefährden können. Die Bekämpfungsmittel in Form von Papieren oder Gel-Beuteln geben Gifte ab, die sich auf Oberflächen ablagern. Was die Motten tötet, kann laut der Zeitschrift „Öko-Test“ das Nervensystem von Mensch und Haustieren angreifen. Es drohen Kopfschmerzen, Augenreizungen bis hin zu depressiven Verstimmungen.

Daher vergeben die Produkttester an alle Gifte in der Stichprobe, die Motten töten, die Noten „mangelhaft“ oder „ungenügend“, auch wenn sie ihr Ziel - die Motten und deren Larven zu bekämpfen - erreichen können.

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Was ist mit Klebefallen?

Die gute Nachricht: Klebefallen sind laut der Produkttester keine Gefahr für Mensch und sein Haustier. Aber man fängt nicht alle Motten damit. Die Klebefallen verströmen Sexuallockstoffe, die nur die männlichen Insekten anziehen.

Weibchen und Larven genießen derweil weiterhin die Lieblingskleidung im Schrank. Und das Treiben kann lange munter weiter gehen, denn laut dem Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verband kann eine weibliche Motte bis zu 250 Eier legen. Daher sind Klebefallen nur ein Teil der möglichen Lösung.

In der „Öko-Test“-Bewertung der Inhaltsstoffe und von Wirksamkeitsstudien, die die Hersteller zur Verfügung gestellt haben, schnitten acht von zehn Klebefallen mit „befriedigend“ und eines mit „ausreichend“ ab. Ein weiteres Mittel erhielt die Note „sehr gut“, da es eine Produktzulassung durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit (Baua) hat. Diese gibt es laut der Zeitschrift nur auf Vorlage einer „überzeugende Wirksamkeitsstudie“.

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Welches Mittel kann sonst noch gegen Motten helfen?

Produkte zum Vertreiben von den Schädlingen, Repellentien genannt. Diese Textilsprays, Säckchen oder andere Spender geben Duftstoffe etwa aus Lavendel- und Margosa-Öl des Neembaumes ab. Die „Öko-Test“ hat hierzu auch nur Wirksamkeitsstudien der Hersteller begutachtet – und war nicht zufrieden. Daher wurde an diese neun Produkte achtmal die Note „befriedigend“ vergeben. Einmal gab es außerdem ein „Ungenügend“ wegen einer fehlenden Registrierung in der Baua-Datenbank.

Ähnliches gilt für Hausmittel wie selbst gemachte Säckchen mit Lavendelblüten oder ausgelegtes Zedernholz: Sie vertreiben weder die Insekten vollständig noch schützen sie die Kleidung vor deren Befall. „Aber sie helfen dabei, den Motten das Leben schwer zu machen, und das ganz ohne Gift“, schreibt die Zeitschrift.

Außerdem raten die Experten, Kleidung nur gereinigt in die Schränke zu legen. Denn Schweiß und Hautschuppen können die Schädlinge anlocken. Selten benutzte Kleidungsstücke sollte man regelmäßig ausklopfen und auslüften. Das Umweltbundesamt rät sogar, solche Textilien zu reinigen und gut verschlossen zu verpacken.

Was tun bei einem Mottenbefall?

Die „Öko-Test“ rät, befallene Kleidung wegzuwerfen. Nicht betroffene Stücke werden gewaschen und ins Gefrierfach gelegt. Schrank und Kommode sollten ausgesaugt werden. Das Umweltbundesamt empfiehlt, dabei insbesondere auf Fugen und Ritzen zu achten oder diese mit heißer Luft aus einem Föhn abzugehen. Danach Flächen mit Essigwasser auswischen. Und man kann auf eine Kombination von Präventions- und Bekämpfungsmitteln, die harmlos für Mensch und Tier sind, setzen.

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RND/dpa

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