Hübsch und ressourcenschonend

Geschenke nachhaltig einpacken: Ideen für Materialien und Techniken

Sieht hübsch aus, verursacht aber viel Müll: in Geschenkpapier verpackte Präsente.

Sieht hübsch aus, verursacht aber viel Müll: in Geschenkpapier verpackte Präsente.

Auch wenn das Geschenk nicht für die Tonne bestimmt ist – die Verpackung ist es in der Regel schon. Gerade zu Weihnachten wird eingewickelt, verschnürt und verklebt, was das Zeug hält. Doch egal wie fest oder liebevoll etwas in Kartons gelegt oder in Papier eingeschlagen wird – von langer Lebensdauer sind Geschenkverpackungen nicht. Einmal entfernt, landen Papier, Pappe, Schleifen und Klebebänder oft direkt im Müll.

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Das führt schon, wenn man nur von 100 Gramm Verbrauch pro Kopf ausgeht, zu einem Gesamtmüllvolumen von 8000 Tonnen Geschenkpapiermüll pro Jahr. Zudem sind viele der klassischen Geschenkpapiere mit Kunststoff- oder Metallfolien beschichtet und somit schlecht recycelbar.

Auch sind Geschenkverpackungen derzeit deutlich teurer als in den Vorjahren: Die Bögen kosten 10 bis 15 Prozent mehr, sagt Karsten Hunger vom Industrieverband Papier- und Folienverpackungen (IPV). Gründe dafür seien die Energiekrise, der Personalmangel und die Inflation. Umweltschädlich und teuer – ist es da nicht besser, mal ganz auf Geschenkverpackungen zu verzichten?

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Tradition des Einpackens von Geschenken

Geschenke einzupacken folgt einer Tradition, deren Ursprünge sich bis in vorchristliche Zeiten zurückverfolgen lassen. Im zweiten Jahrhundert vor Christus erfanden die Chinesen das Papier und nutzten es laut Hunger wohl schon damals vereinzelt zum Einschlagen von Geschenken: „Im zwölften Jahrhundert fand die Papierproduktion ihren Weg nach Europa.

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Die Idee, Weihnachtsgeschenke in bedrucktem Papier zu verpacken, ist erstmals im Bürgertum des viktorianischen Englands im 19. Jahrhundert nachgewiesen“, erläutert der IPV-Geschäftsführer. Mit Beginn des 20. Jahrhundert sei der Brauch dann in vielen Ländern der Welt zu Weihnachten umgesetzt worden.

Emotionaler Effekt von Geschenkverpackungen

Vor dem Hintergrund von Nachhaltigkeit und Kostenersparnis ist Tradition eher ein schwaches Argument dafür, Geschenke weiterhin einzupacken. Doch was ist mit dem Überraschungseffekt? Unverpackt dürfte so manches Präsent unterm Weihnachtsbaum schon seinen Reiz verlieren, bevor es der Beschenkte überhaupt in Händen hält. Geschenkverpackungen haben auch einen emotionalen Wert.

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Eine der bis heute meistzitierten Studien dazu stammt von dem Marketingprofessor Daniel Howard von der Sou­thern Methodist University in Dallas. Howard forschte in den Neunzigerjahren zu der Wirkung von Geschenkverpackung und stellte fest, dass kaum etwas den Wert eines Geschenks mehr verbessert als eine schöne Verpackung. Diese Wirkung würde besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten verstärkt, fand Howard heraus. Je schwieriger also die wirtschaftlichen Umstände, desto mehr freuen wir uns über hübsch eingewickelte Geschenke.

Tipps, um Geschenke nachhaltig verpacken

Ebenso viel Spaß wie das Auspacken, kann auch das Einpacken bereiten. Zumal die Hülle nicht zwangsläufig umweltschädlich und teuer sein muss. Wer sein Geschenk nachhaltig verpacken möchte, kann zum Beispiel auf Gegenstände zurückgreifen, die der Haushalt hergibt: Alte Keksdosen, Schuhkartons, Stoffreste oder ausrangierte Magazin- oder Zeitungsblätter eignen sich gut, um Präsente darin einzupacken. Selbst leere Marmeladengläser können als Geschenkverpackung dienen – nicht nur für Essbares.

Verpacken ohne Plastik

Statt Geschenkband aus Plastik sollten lieber umweltschonende Materialien wie Bast, Hanf oder Jute verwendet werden. Mit Tannenzweigen oder -zapfen kann das Geschenk außerdem noch ohne Mikroplastikgefahr dekoriert werden. Eine Alternative zu herkömmlichem Klebeband aus Plastik ist Washi-Tape aus Reispapier.

Auch kann die Verpackung selbst als Geschenk dienen, wenn man Bienenwachstücher, Jutebeutel, Tücher, Schals oder Strümpfe nimmt. Ein Buch lässt sich auch prima mit einem Pullover verhüllen. Oder man macht es wie die Urgroßeltern und reißt das Papier nicht einfach auf, sondern knibbelt sorgsam die Klebestreifen ab, um den Bogen aufzubewahren und im nächsten Jahr wiederzuverwenden. Diese Art von Recycling geht auch mit Schleifen und Kräuselband besonders gut.

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Geschenke mit Tüchern verpacken

„Am besten für Umwelt und Geldbeutel sind wiederverwendbare Verpackungsmaterialien. Das können Geschenkbeutel aus Papier oder Stoff sein oder ein bemalter Karton, auch ein Halstuch kann gut zum Einpacken benutzt werden“, rät Philip Heldt, Referent für Ressourcenschutz und Wasser, Bereich Ernährung und Umwelt bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

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Nach japanischem Vorbild können auch quadratische Baumwolltücher, sogenannte Furoshiki, zum Einpacken benutzt werden. Bei der Basic-Einschlagetechnik legt man dafür das Tuch flach auf einen geraden Untergrund, legt das Geschenk in die Mitte und faltet die Enden des Tuchs in Richtung Geschenk – wie bei einem klassischen Geschenkpapier. Am Ende wird der Stoff nicht geklebt, sondern geknotet.

Geschenkpapier aus Altpapier

Wer nicht auf Geschenkpapier verzichten möchte, kann zu braunem Packpapier oder Geschenkpapier aus Recyclingmaterial greifen. Bei der Herstellung werden laut Umweltbundesamt weniger Wasser und Energie verbraucht, zudem besteht das Papier nicht aus Holzfrischfasern. Wer das Papier passgenau zum Geschenk ausschneidet oder auf kluge Techniken beim Verpacken zurückgreift, hat länger was von der Rolle.

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Besonders umweltfreundliche Geschenkpapiere sind am Umweltzeichen Blauer Engel zu erkennen. „Er kennzeichnet Papiere, die zu 100 Prozent aus Altpapier bestehen und zudem energie- und wassersparender hergestellt wurden als konventionelles Frischfaserpapier aus Holz“, erklärt Tina Kienzl, Expertin für Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit bei der Verbraucherzentrale Bayern.

Außerdem ist es empfehlenswert, auf den Herstellungsort zu achten: „Wird das Geschenkpapier in Deutschland produziert, kann man es mit gutem Gewissen einsetzen“, sagt Karsten Hunger und ergänzt: „Deutsche Produzenten stellen im Gegensatz zu Wettbewerbern fast ausschließlich Geschenkpapier ohne Folienkaschierung her. Dieses ist einfacher zu recyceln und wird zum wichtigen Rohstoff für neue Produkte.“

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