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Verdächtige Sippschaft: Kenneth Branaghs Kinofilm „Tod auf dem Nil“

„Tod auf dem Nil“

Detektiv Hercule Poirot (Kenneth Branagh, links) bleibt im Hintergrund: Beim Tanzabend kommt es zur Konfrontation zwischen den einzelnen Protagonisten.

Agatha Christie (1890–1976) hat als Krimilieferantin in Film und Fernsehen Unsterblichkeit erlangt. Die erste Verfilmung datiert auf das Jahr 1928. Von da aus kann man sich in der Filmografie über zahllose Adaptionen bis in die Gegenwart scrollen. Im Kino deutet sich gerade wieder eine Christie-Renaissance an.

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Mit „Mord im Orient-Express“ holte Kenneth Branagh vor fünf Jahren Christies wohl bekanntesten Roman erneut auf die Leinwand – schon Sidney Lumet hatte ihn 1974 in einen Kinoklassiker verwandelt. Das Einspielergebnis von 354 Millionen Dollar brachte Branagh einen Nachfolgeauftrag ein.

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Jetzt kommt mit „Tod auf dem Nil“ das nächste Remake. Im Jahr 1978 hatte sich Peter Ustinov auf Flusskreuzfahrt begeben, um in der Rolle des belgischen Detektivs Hercule Poirot vor exotischer Kulisse zu ermitteln. Mit an Bord waren Mia Farrow, Bette Davis, David Niven, Maggie Smith und Jane Birkin. In der Neuverfilmung spielt Branagh wie schon im „Orient-Express“ selbst den exzentrischen Kriminalisten mit dem pittoresken Schnurrbart.

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Gal Gadot („Wonder Woman“) ist ideal besetzt in der Rolle der glamourösen Millionenerbin Linnet Ridgeway, deren Flitterwochen mit dem schmucken Simon (Armie Hammer) gestört werden, da dessen Ex Jacqueline (Emma Mackey) das Paar auf Schritt und Tritt verfolgt. So flüchtet sich die Hochzeitsgesellschaft auf einen luxuriösen Schaufelraddampfer, um ungestört die Stätten ägyptischer Hochkultur am Nil zu besuchen. Als die unnachgiebige Stalkerin sich an Bord schmuggelt, liegt die frisch Vermählte wenig später mit einem Kopfschuss tot in der Kabine. Verdächtig ist – wie immer bei Agatha Christie – die gesamte Sippschaft mit einem bunten Strauß an Mordmotiven.

Wie schon in „Mord im Orient-Express“ strebt Branagh auch hier nach großen Bildern im monumentalen 70-Millimeter-Breitwandformat, das brillante Totalen und Szenen im kompletter Ensembleaufstellung ermöglicht. Aber im Gegensatz zur Ustinov-Version hat Branagh nicht an Originalschauplätzen gedreht.

Das altehrwürdige Hotel Cataract wurde im Londoner Studio rekonstruiert, der Tempel von Abu Simbel in Styropor gefertigt und der Dampfer „S. S. Karnak“ auf Schienen durch einen künstlichen Wasserkanal bewegt. Mit feinster Digitaltechnik fügt sich das alles nahtlos ineinander. Und doch sind die flirrende Hitze und das schwüle Flussklima, die diesen Krimi um Liebe, Eifersucht und Habgier antreiben, hier nicht spürbar.

Als Ensemblestück funktioniert Branaghs „Tod auf dem Nil“ hingegen glänzend. Annette Benning als zynisches Muttertier und Sophie Okonedo in der Rolle der mit allen Wassern gewaschenen Jazzsängerin ragen als Nebenfiguren heraus.

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Die nächste Christie-Verfilmung ist bereits in Vorbereitung: Ben Affleck nimmt sich „Zeugin der Anklage“ vor, der 1957 von Billy Wilder mit Marlene Dietrich verfilmt wurde – wenn er sich da mal nicht verhebt.

„Tod auf dem Nil“, Regie: Kenneth Branagh, mit Kenneth Branagh, Gal Gadot, Annette Benning, Armie Hammer, 127 Minuten, FSK 12

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