„Salvator Mundi“ verschwunden – Rätsel um teuerstes Gemälde der Welt gelöst?

Im Oktober 2017 wurde das Bild „Salvator Mundi“ bei einer spektakulären Auktion von Christie’s versteigert.

Im Oktober 2017 wurde das Bild „Salvator Mundi“ bei einer spektakulären Auktion von Christie’s versteigert.

Riad. Es ist das teuerste Gemälde der Welt – und dazu noch höchst umstritten. Der „Salvator Mundi“ von Leonardo da Vinci wurde erst als lang verschollenes Werk des Meisters, als wiederentdecktes und aufwendig restauriertes Gegenstück zur „Mona Lisa“ gefeiert, und wurde mit der Versteigerung vom Auktionshaus Christie’s im Oktober 2017 zum teuersten Gemälde der Welt. 450 Millionen Dollar legte der damals unbekannte Bieter hin – die „New York Times“ hat kurze Zeit später herausgefunden, dass der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman das Gemälde erworben hat, um es dem Louvre von Abu-Dhabi im Nachbarstaat zu schenken.

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Danach wurde es still ums Bild, die Enthüllung im Herbst 2018 im Louvre Abu Dhabi, das Bild hätte großzügig dem Prinzen Muhammed bin Zayed von Abu Dhabi geschenkt werden sollen, fiel sang- und klanglos aus. Das teuerste Gemälde der Welt war von der Oberfläche verschwunden. Auch der Louvre in Paris, der das Bild eigentlich zur großen Leonardo-Retrospektive im Herbst 2019 zeigen wollte, musste in der Planung auf das Gemälde verzichten. Durch den 500. Todestag von Leonardo da Vinci Anfang Mai 2019 bekam der "Salvator Mundi" noch einmal mehr die geballte Aufmerksamkeit.

Neues Buch zum „Salvator Mundi“ stellt die Autorenschaft von Leonardo da Vinci in Frage

Der britische Journalist Ben Lewis recherchierte ein Jahr lang zum Bild und legte seine Provenienz-Geschichte offen. Er stellte in seinem 2019 erschienen Buch „The Last Leonardo“ infrage, inwieweit „Salvator Mundi“ wirklich von der Hand Leonardos stammt. Sein Verdacht: es ist eine Werkstattarbeit. Und wäre damit um einiges weniger wert als 450 Millionen Dollar.

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Und nun vermeldet ganz unverhofft ein Londoner Kunsthändler, Kenny Schachter, beim Kunstportal artnet.com am späten Montagabend den vermuteten Aufenthaltsort des Wundergemäldes. Aus Quellen, die „enge Verbindung mit dem Mittleren Osten“ hätten und am Verkauf des „Salvator Mundis“ beteiligt gewesen sein sollen, wüsste er, dass der „Salvator Mundi“ noch immer im Saudi-Arabien sei. Genauer: auf der Luxusjacht des Kronprinzen, „Serene“.

Noch im Oktober 2018 wurde der „Salvator Mundi“ in der Schweiz vermutet

Noch im Oktober 2018 sagte die Restauratorin des „Salvator Mundi“, Elizabeth Modestini, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), dass sich das Bild ihres Wissens nach in der Schweiz befände und dort von einer Versicherung geschätzt werden würde. Auch Ben Lewis vermutete zu dem Zeitpunkt das Gemälde ebenfalls in der Schweiz.

In einer Nacht-und-Nebel-Aktion soll das Bild in ein Flugzeug von Mohammed bin Salman geladen worden sein und auf der „Serene“ platziert worden sein. Der neue, angebliche Plan für das Prestige-Bild: Es soll so lang an Bord bleiben bis der Prinz die Oasen-Ruine Al-Ula in ein Kunstmuseum verwandelt hat und dann irgendwann quasi in Konkurrenz zum Louvre Abu Dhabi gezeigt wird. Die Luxusjacht, ursprünglich mal im Besitz eines russischen Milliardärs, soll im Übrigen 500 Millionen Dollar gekostet haben. Also nur etwas mehr als Bild, das sie nun beherbergen soll.

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Von RND / Geraldine Oetken

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