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Filmnächte am Elbufer

Viel Beifall für Konzert und „Gundermann“-Film in Dresden

Alexander Scheer als Gerhard Gundermann und Anna Unterberger als schwangere Conny Gundermann in einer Szene des Films "Gundermann" (undatierte Filmszene). Der Film kommt am 23.08.2018 in die deutschen Kinos.

Alexander Scheer als Gerhard Gundermann und Anna Unterberger als schwangere Conny Gundermann in einer Szene des Films "Gundermann". Der Film kommt am 23.08.2018 in die deutschen Kinos.

Dresden .Der Filmregisseur Andreas Dresen hofft mit seinem neuen Streifen „Gundermann“ über den Liedermacher aus der Lausitz auf mehr Verständnis für die Ostdeutschen. „Es wäre schön, wenn man über diesen Film ein etwas differenziertes Bild vom Osten bekommt“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Dresden-Premiere des Films. Schließlich habe es in der DDR nicht nur Schwarz-Weiß gegeben, sondern viele Facetten. „Es gibt nicht nur Opfer und Täter, manchmal konnte jemand beides in einer Person sein.“

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Nach der Aufführung bei den Filmnächten am Elbufer gab es am Dienstagabend langen Applaus der knapp 4000 Besucher. Zuvor hatte die Dresen-Prahl-Band mit dem Regisseur und Schauspieler Axel Prahl gespielt, wobei auch Hauptdarsteller Alexander Scheer mitwirkte. Der Streifen „Gundermann“ kommt am Donnerstag in die Kinos. Er erzählt die Geschichte des „singenden Baggerfahrers“ Gerhard „Gundi“ Gundermann, der aus weltanschaulicher Überzeugung für die Stasi spitzelte und selbst in deren Visier geriet. Gundermann starb 1998 im Alter von 43 Jahren an einem Schlaganfall.

Die bisherigen Reaktionen auf den Film haben Dresen gefreut. Schon bei der Uraufführung am 13. August in Essen habe er viel Zustimmung gespürt: „Da waren 1300 Leute, die meisten zahlende und interessierte Menschen aus der Stadt. Die Stimmung war herzlich bis euphorisch.“ Hinterher habe ein Ehepaar gesagt: „Das ist endlich mal ein Film zur Wiedervereinigung. Jetzt verstehen wir, wie es im Osten war.“ Das habe ihn sehr gefreut. Es wäre auch schön, wenn sich der eine oder andere nun mal wieder eine Platte von Gundermann auflege.

Ohnehin glaubt Dresen an eine Renaissance für die Musik Gundermanns, der mit seiner Band „Seilschaft“ im Osten auch nach der Wende ein großes Publikum hatte. Vor zwei Wochen sei die Platte „Krams - Das letzte Konzert“ bei Amazon in die „Top 100“ eingestiegen. „Die Platte ist 20 Jahre alt. Wir merken schon, dass die Leute jetzt wieder mehr Gundermann-Platten hören. Das ist wunderschön.“

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Dresen zufolge ist es nicht explizit schwieriger, für ostdeutsche Filmstoffe Geldgeber im Westen zu finden. Für „Gundermann“ habe man beispielsweise die meiste Förderung aus Nordrhein-Westfalen erhalten. Manchmal sei für ostdeutsche Themen jedoch eine ausführlichere Begründung nötig. „Wir wurden öfters mal gefragt: Wer ist denn dieser Gundermann? Warum gerade über den einen Film?“ Also: „Wenn es Rio Reiser gewesen wäre, hätten wir es wohl ein bisschen einfacher gehabt.“

Ob Dresen sich nun weiteren ostdeutschen Biografien zuwendet, ließ er offen. „Ich habe keine große Liste mit Namen ostdeutscher Persönlichkeiten, die ich verfilmen will. Keineswegs.“ So etwas müsse sich ergeben. Schließlich gehe es darum, Geschichten zu erzählen, die für ein großes Kinopublikum interessant sein können.

Auch bei konkreten Zukunftsprojekten hielt sich Dresen bedeckt: „Über ungelegte Eier soll man nicht sprechen. Sonst gehen sie kaputt. Ich habe aber einen schönen Stoff, den ich gern neu verfilmen möchte: "Die Weihnachtsgans Auguste" als Kinderfilm.“ Da arbeite er schon viele Jahre dran. „Ich hoffe, dass ich das irgendwann machen kann.“

Der Streifen kommt an diesem Donnerstag in die Kinos. Dresen erzählt auf bewegende Weise die Geschichte des „singenden Baggerfahrers“ „Gundi“ Gundermann, der aus innerer Überzeugung für die Stasi spitzelte und selbst in ihr Visier geriet. Gundermann starb 1998 im Alter von 43 Jahren an einem Schlaganfall.

dpa

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