Festival

Rinnsale der Freude: Humorzone Dresden beginnt am 9. März

Christoph Walther (Zärtlichkeiten mit Freunden, l.), Thomas Kaufmann vom Boulevardtheater mit der berühmten Krawatte des betrunkenen Sachsen halb vorm Gesicht sowie Humorzonen-Schirmherr Olaf Schubert.

Christoph Walther (Zärtlichkeiten mit Freunden, l.), Thomas Kaufmann vom Boulevardtheater mit der berühmten Krawatte des betrunkenen Sachsen halb vorm Gesicht sowie Humorzonen-Schirmherr Olaf Schubert.

Dresden. Es war das Jahr 2016, als man mit der zweiten Auflage der Humorzone Dresden nach islamistischen Terroranschlägen auf die Redaktion der Zeitschrift Charlie Hebdo in Paris in „politisch instabiler Lage“ den Beweis anzutreten wolle, dass es mit dem Credo des Kabarettisten Olaf Schubert „Man darf auch mal lachen müssen!“ seine Richtigkeit hat.

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Manche könnten nun ein Déjà-vu haben, denn wieder ist die Lage instabil, nur dass dieses Mal nicht Islamisten morden, sondern ein Diktator das alte Imperium zurück und „Russia great again“ machen möchte. „Wenn der Russe kommt, werden wir mit Humor zurückschlagen“, kalauerte Humorzone-Schirmherr Schubert mit Galgenhumor jüngst bei der Präsentation des Programms der nunmehr achten Auflage der Humorzone Dresden. Er beantwortete die Frage, ob man derzeit lachen darf, mit einem entschiedenen Ja, plädierte aber, was die Verbreitung von Komik angeht, dafür, es „denen zu überlassen, die es können“. Auftakt der diesjährigen Humorzone ist am 9. März, aus „Pietätsgründen“ wollte man nicht schon einen Tag vorher am Internationalen Frauentag loslegen, wie Schubert erklärte.

Fünf Tage, elf Schauplätze, 45 Vorstellungen

Eröffnet wird das Humorfeuerwerk im Rahmen eines Warm-up am 9. März, 19.30 Uhr, in der Schauburg. Sämtliche Teilnehmer verbindet im Prinzip nichts, außer dass sie verdammt komisch sind. Es treten auf: Rolf Miller und Bademeister Schaluppke sowie mit Mirja Regensburg auch eine Frau. „Diversity“ ist wichtig, das wissen auch die Veranstalter der Humorzone, weshalb bei der Mixshow „Zotenzone“ am 10. März, 20.30 Uhr in der Schauburg neben den Deutschen Matthias Romir, Fiedmann Weise und Katie Freudenschuss mit Christoph Fritz auch ein Österreicher auf der Bühne steht. Präsentiert wird diese „Zotenzone“ vom Duo Zärtlichkeiten mit Freunden. Und wer nun denkt, hier würden Altherrenwitze und sonstige Schlüpfrigkeiten geboten, der sitzt einem Trugschluss auf, wie Christoph Walter, die eine Hälfte des Zärtlichkeiten-Duos, klarstellte. „Zotenzone“ ist eine Unterabteilung der Humorzone.

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Fünf Tage lang, bis zum 13. März, sollen in elf Örtlichkeiten 45 Veranstaltungen über die Bühne gehen. Neu sind die Groove Station in der Katharinenstraße sowie das „Kleinvieh“ in der Gothaer Straße 12 am Alten Schlachthof. Eingeladen wurden Künstler, „die wir gut finden“ und die sich bewährt haben, wie Nicole Kirchner von der die Humorzone veranstaltenden Agentour Haubold & Mendrok GmbH mitteilte.

Bekannte Namen wie Johann König und Lisa Eckhart

Es sind, da man auf Nummer sicher geht, viele bekannte Namen im Programm, von Jochen Malmsheimer über Johann König bis hin zu Lisa Eckhart und Martina Schwarzmann. Aber auch die bewährte Tradition des Newcomer-Wettbewerbs wird fortgesetzt, wie Kirchner versicherte. Am 11. März, 19.30 Uhr, treten im Friedrichstatt-Palast an: Amir Shabazz, Fabio Landert, Benedikt Mitmannsgruber sowie ein junger Mann, der schlicht und ergreifend unter seinem Vornamen Falk die Gunst von Publikum und Jury zu gewinnen sucht. Ein Wiedersehen gibt es mit dem betrunkenen Sachsen, der berühmten Kultfigur des 2019 an Krebs gestorbenen Kabarettisten und Schauspielers Olaf Böhme. Möglich macht das Thomas Kaufmann, der seinem einstigen Freund mit diesem "Abend für Olaf Böhme" ein Denkmal setzt. Dresden-Premiere ist am 10. März, 19.30 Uhr, im Boulevardtheater.

Nicht Trauer oder Frühlingsrollen, pardon, Frühlingspollen, sondern ein Lachen sollen den Menschen Tränen in die Augen treiben. „Denn was gibt es Rührenderes als ein menschliches Geäug, aus dem ein klein’ Rinnsal der Freude läuft“, reimt Schirmherr Schubert auf der Homepage der Humorzone. Es ist davon auszugehen, dass dieser mehr oder weniger fromme Wunsch wahr wird. Was auch wünschenswert ist, denn die Möglichkeit, dass zumindest Träume wahr werden können, macht das Leben schließlich bekanntlich erst interessant.

Es gelten, so der Stand der Dinge, die 3G-Maßgabe sowie die AHA-Regeln. Noch gilt eine Veranstaltung dann schon als ausverkauft, wenn 50 Prozent der Tickets verkauft sind. Aber die derzeit gültige Corona-Notfall-Verordnung Sachsens läuft am 3. März aus. Man hofft also, dass bei günstiger Inzidenzlage dann mehr als 50 Prozent der Plätze einer Veranstaltung verkauft werden dürfen.

Internet: humorzone.de

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Von Christian Ruf

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