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Dresdner Entertainer

Kaum Auftritte wegen Corona – Gunther Emmerlich fehlt das Singen

Gunther Emmerlich vermisst es, Konzerte zu geben.

Gunther Emmerlich vermisst es, Konzerte zu geben.

Dresden. Singen ist für Sänger und Entertainer Gunther Emmerlich Lebenselexier. In Zeiten von Corona aber muss er sich nun zum Üben extra motivieren. „Das ist komisch, wenn man keinen Auftrittstermin hat“, sagte der 76-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Das sei wie Training ohne Wettkampf. „Manchmal singe ich vor mich hin, nehme auch mal die Gitarre, oder ein Kollege kommt vorbei für ein paar Arien.“

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Dabei ist Emmerlichs Terminkalender auch im Rentenalter voll. „Fast alles aber wurde verschoben oder abgesagt“, berichtete er. „Hier und da eine restlos ausverkaufte Veranstaltung, die aber sehr schlecht besucht war“, meinte er mit Verweis auf Hygienekonzepte. Ebenso seine 18 Adventskonzerte fallen aus, dabei sind die auch für ihn selbst immer eine langfristige Vorbereitung auf das Fest. „Das fehlt nun.“

Gedächtnistraining: 15 Programme abrufbereit

Der sonore Bass, der 15 Programme im Repertoire hat, fürchtet auch das Vergessen. "Man lernt ja nicht nur die Texte, sondern muss sie immer wiederholen", erklärte er. "Und mir rinnen auch ein bisschen die Jahre durch die Finger, bei allem Optimismus." Existenzsorgen hat er, anders als viele Kollegen, dennoch nicht. "Ich muss nicht mehr singen, aber ich will noch."

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Gunther Emmerlich hat die Corona-Zeit genutzt, um „Schubladen aufzuräumen“ und ein weiteres Buch zu schreiben.

Gunther Emmerlich hat die Corona-Zeit genutzt, um „Schubladen aufzuräumen“ und ein weiteres Buch zu schreiben.

Emmerlichs Wende-Resümee

In der Auszeit hat er „meine Schubladen aufgeräumt“ – und ein 4. Buch geschrieben: „Fortgeschritten“. Darin zieht Emmerlich auch eine Bilanz der Wiedervereinigung. „Ich stelle da fest, dass wir noch kein besseres Deutschland hatten „Wir müssen uns hin und wieder erinnern, was wir 1989 wollten: Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Reisefreiheit, und das ist eingetreten.“ resümierte er. „Dass wir wegen der Bananen auf die Straße gegangen sind, haben nur ein paar Affen behauptet.“

Corona-Regeln: „Ich bin einfach mal vernünftig“

Und auch über Corona und die Folgen lässt sich Emmerlich aus. Er nimmt die Gefahr ernst und hält sich an die Regeln, auch wenn die Distanz zu Enkeln und Urenkeln schwerfällt. „Ich bin einfach mal vernünftig, nicht hysterisch.“ Für Gutgläubigkeit gegenüber Verschwörungstheorien und Protest gegen staatliche Entscheidungen hat der Wahl-Dresdner kein Verständnis. „Wenn das Haus brennt, ist die dümmste Entscheidung, erstmal eine Mieterversammlung einzuberufen.“

Weihnachten mit einem schmerzlichen Unterschied

Weihnachten stört Corona nicht bei Emmerlichs. „Es ändert sich gar nichts bis auf die Tatsache, dass meine Frau nicht mehr ist.“ Schauspielerin Anne-Kathrein, mit der er 35 Jahre verheiratet war, starb im März. „Davor graut mir am meisten, dass es sie nicht mehr gibt.“ Er wird Heiligabend wie immer in die Kirche gehen, und dann bei der Tochter feiern. „Am ersten Feiertag mache ich traditionell mit meinem Sohn Thüringer Klöße und Rotkraut“, verriet der gebürtige Eisenberger. „Und seine Schwiegereltern bringen die Gans mit.“

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Von Simona Block, dpa

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