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Archiv der Avantgarde

Italiener schenkt Dresdner Kunstsammlung weitere 200 000 Objekte

Kunstsammler Egidio Marzona.

Dresden.Das Archiv der Avantgarde an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) erhält schon vor seiner für 2022 geplanten Eröffnung weiter Zuwachs. Rund 200 000 Objekte umfasst die neuerliche Schenkung des italienischen Kunstsammlers und Mäzens Egidio Marzona, die die SKD am Freitag bekanntgab. Bei einem Besuch des Blockhauses – wo die Sammlung später unterkommen soll – kündigte Marzona darüberhinaus noch eine dritte Schenkung an. „Das Archiv wird weiter wachsen. Es wird niemals komplett sein“, erklärte der Italiener. Auch andere Sammler würden sich einbringen wollen.

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Marzona hatten den Kunstsammlungen in Dresden 2016 sein Archiv der Avantgarden mit einem Umfang von etwa 1,5 Millionen Objekten überlassen. Das seit den 1960er Jahren zusammengetragene Konvolut enthält Manifeste, Briefwechsel, Plakate, Filme, Kataloge, Künstlerbücher sowie exemplarische Kunstwerke und Designobjekte. Sie stammen von namhaften Künstlern wie Pablo Picasso, Mies van der Rohe, Max Beckmann, Paul Klee oder Niki de Saint Phalle, Andy Warhol und Joseph Beuys und dokumentieren wichtige Kunstströmungen des vergangenen Jahrhunderts.

Nach Angaben der SKD hat die neue Schenkung einen Schätzwert von gut 19 Millionen Euro. Sie umfasst zum Beispiel eine Plakatsammlung zu Marcel Duchamp. Hinzu kommen viele Erstausgaben und herausragende Architekturzeichnungen, unter anderem von Hans Scharoun und Ludwig Mies van der Rohe. Auch italienisches Design der 70er bis 90er Jahre ist enthalten. Gleiches gilt für das komplette Kunstarchiv des polnischen Konzeptkünstlers Włodzimierz Borowski (1930–2008) sowie eine wertvolle Schallplattensammlung und ein Musikarchiv.

Das Archiv der Avantgarde soll ins Blockhaus am Neustädter Markt einziehen. Foto: dpa

Das Archiv der Avantgarde soll ins Blockhaus am Neustädter Markt einziehen. Foto: dpa

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„Diese erneute Schenkung durch Egidio Marzona füllt gezielt Lücken in bestehenden Sammlungsbeständen, erweitert bestehende Themenbereiche und eröffnet neue Perspektiven für die zukünftige Arbeit des Archivs der Avantgarden“, erklärte SKD-Generaldirektorin Marion Ackermann. Damit werde das Archiv noch stärker in den Blick der internationalen Forschung rücken und könne sich mit Institutionen weltweit messen.

Das sächsische Finanzministerium hatte am Freitag zu einem Termin auf die künftige Baustelle des Blockhauses geladen. Das barocke Gebäude auf der Neustädter Seite der Augustusbrücke steht seit dem letzten Hochwasser 2013 leer und soll mit einem Aufwand von gut 20 Millionen Euro für das Archiv der Avantgarde umgebaut werden. Den architektonisch anspruchsvollen Entwurf hat das Büro Nieto Sobejano Arquitectos geliefert. Das Gebäude wird komplett entkernt und nimmt das Archiv später in einem Kubus auf, der für seine Betrachter zu schweben scheint.

Dieter Janosch, als Technischer Direktor mit der Umsetzung des Projektes betraut, sprach am Freitag von hochwertiger Ingenieurkunst. Als Stützen dienen hauptsächlich zwei Betonschächte, die den Aufzug und das Treppenhaus aufnehmen. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Hochwasserschutz. Das Gebäude befindet sich direkt an der Elbe. Im Inneren des denkmalgeschützten Blockhauses wird eine wasserundurchlässige Wand eingezogen.

dpa

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