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Kulturpalast

Installation zum 13. Februar mit Bildern von DNN-Fotografen

Eins der Fotos zeigt die Menschenkette vor einem Jahr am Neustädter Ufer.

Eins der Fotos zeigt die Menschenkette vor einem Jahr am Neustädter Ufer.

Dresden. Der Mann vom Wachschutz kann einem leid tun. Kaum Passanten, die sich bei frostigen Temperaturen für das Kunstprojekt vorm Kulturpalast interessieren.

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Zu allem Überfluss hat der Winterdienst der Stadt den Schnee dann auch noch so ungünstig geschoben, dass man kaum an das klingende Objekt der Initiative Weltoffenes Dresden herankommen kann.

Es ist nicht mehr als ein Dreieckskonstrukt aus Werbeplakaten. Wer sich dann aber doch näher herantraut, stellt fest, dass die Planen Löcher haben, kleine Sehschlitze, um ins Innenleben zu schauen. Dort tönt die Musik, drehen sich handbeschriebene CDs und sind vor allem zahlreiche Fotografien zu betrachten, die weitaus mehr Aufmerksamkeit verdient hätten. Denn hier geht es um die in diesem Jahr Pandemie-bedingt unterbrochene Tradition der Dresdner Gedenkkonzerte zum 13. Februar.

13. Februar

Am 13. Februar gedenken die Dresdner der Zerstörung ihrer Stadt im Zweiten Weltkrieg. Jedes Jahr instrumentalisieren aber auch Rechte den Gedenktag für sich.

Infos, Termine, Meinungen – Unser Themenspecial zum 13. Februar

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Noch bis zum Montag steht diese Installation namens „Risse, Gedenken, Einsichten“ von Katharina Vogt und Tobias Eduard Schick inmitten der Stadt. Außen sind mit einem Autograf des „Deutschen Requiem“ von Johannes Brahms sowie mit kleineren Ausschnitten anderer Kompositionen, die im Laufe der Jahre von der Dresdner Philharmonie zu diesem Datum erklangen, musikalische Schwerpunkte gesetzt. Innen finden findet man eine Collage aus Bildern und Tonträgern, die beständig in Bewegung ist. Eine Metapher zum bewegten Nachsinnen, nicht nur zur starren Rückschau?

Es sind Fotografien von DNN-Fotografen, die in der Vergangenheit das durchaus bewegte Umfeld des 13. Februar dokumentiert haben. Hier friedliche Musik und Mahnung, Orchestermitglieder und deren Publikum, dort absichtsvolle Störung des Gedenkens, mittendrin die oft recht hilflose Polizei.

Während vis-à-vis auf dem Altmarkt die weiße Pracht für eine am heutigen Tag zu erwartende dunkle Ansammlung geräumt wird, meint der fröstelnde Wachmann, dass es vor allem ältere Menschen sind, die sich dem Projekt der beiden in Dresden lebenden Künstler zuwenden und ihm die verdiente Aufmerksamkeit schenken. Einstige Zeitzeugen, die über die Jahre hinweg in den Philharmonie-Konzerten Trost fanden für das mit Worten nicht zu fassende Grauen, das sie vor 76 Jahren erleben mussten – und das sie überleben durften.

Von Michael Ernst

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