Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

"Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“

Der Dresdner Schauspieler Rolf Hoppe ist tot

Der Dresdner Schauspieler Rolf Hoppe

Der Dresdner Schauspieler Rolf Hoppe

Dresden. Der Dresdner Schauspieler Rolf Hoppe ist tot. Er starb im Alter von 87 Jahre am 14. November im Kreise seiner Familie in Dresden. Das bestätigten seine Angehörigen gegenüber den Dresdner Neuesten Nachrichten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Viele kannten ihn aus „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, aber Hoppe füllte mehr als 400 Film- und Bühnenrollen aus. Erst im vergangenen Jahr hatte er mehrere Preise gewonnen - den Märchenfilmfestival-Preis für sein Lebenswerk in Annaberg-Buchholz und den Orden des Dresdner Semperopernballs.

„Am meisten hänge ich an den kleinen Rollen“, sagte Hoppe vor rund drei Jahren in einem Interview kurz vor seinem 85. Geburtstag. „Das Wichtigste ist ein gutes Zuhause.“ Hoppe rauchte Pfeife - die habe ihm der Doktor in den 1940er Jahren verordnet, statt Zigaretten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Hoppe hatte ein eigenes Theater

Auch in den letzten Jahren gönnte sich Hoppe keinen Ruhestand: „Ich arbeite gern, es ist ja auch ein schöner Beruf“, sagte er. Nur mit seiner Kraft musste er sparsamer umgehen. Eines seiner Projekte: sein eigenes Theater. Bereits 1995 habe der Schauspieler am Rande von Dresden einen Bauernhof gekauft und mit Freunden das Hoftheater Dresden gegründet, heißt es auf der Website des Theaters. Schon seit einigen Jahren war er aber auch dort nur noch Zuschauer.

Seine „Spielwut“ lebte Hoppe erstmals in einer Laientheatergruppe in seinem Heimatort Ellrich am Südrand des Harzes aus. Damals verdiente sich der Thüringer sein Geld noch als Kutscher und Bäcker. Sein General Göring als Gegenspieler von Klaus Maria Brandauer in István Szabós preisgekrönter Verfilmung von Klaus Manns Roman „Mephisto“ machte ihn 1980 dann international bekannt. Auch als Vater der Pianistin Clara Schumann in der „Frühlingssinfonie“ von Peter Schamoni zeigte Hoppe Weltklasse. Bei den Salzburger Festspielen war er mehrmals der Mammon im „Jedermann“.

Seit 1963 füllte Hoppe mehr als 400 Film- und Bühnenrollen aus und gab im Theater fast allen klassischen und komischen Figuren der Weltliteratur Gestalt. Der Versuchung, der DDR beim Dreh im Ausland den Rücken zu kehren, erlag er nie. Und er blieb auch im neuen Film-Deutschland begehrt, spielte in „Bronsteins Kinder“, „Schtonk!“ und „Mario und der Zauberer“.

„Einen Kindermörder würde ich nie spielen“

In gut 50 Jahren Karriere gab es nur zwei weiße Flecken: „Einen Kindermörder würde ich nie spielen“, sagte der Darsteller einst, der lange als „Bösewicht vom Dienst“ galt. Die andere Ausnahme ist eher ungewollt: eine Liebhaberrolle wurde ihm nie angeboten. „Ein dicker Mann kann doch auch liebhaben.“ Seine Bilanz trübte das aber nicht. „Ich habe ein gutes Leben.“ Angst vor dem Tod hatte er nicht, wünschte sich nur einen erträglichen Übergang. „Wenn es so weit ist, dann ist es so weit.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Von DNN

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.