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Musik wie unter Wasser: Die Tindersticks begeistern in Bochum

Der britische Musiker Stuart A. Staples prägt die Musik seiner Band Tindersticks.

Es gibt viele Sängerinnen wie Sänger, die die Bühne bei einem Livekonzert mit großem Aplomb betreten, mit einem lauten „Hello Berlin!!! (oder wo auch immer wir gerade sind)“, mit weit ausgebreiteten Armen, mit Sprüngen, mit mal passender, mal unpassender Exaltiertheit. Stuart A. Staples macht dies alles genau nicht. Der Sänger der Tindersticks kommt mit seinen Bandmitgliedern auf die Bühne, haucht ein „Good evening“ ins Mikrofon und versenkt sich und sein Publikum ins Unterwasserreich seiner Musik.

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Tour der Tindersticks zum 30-jährigen Bestehen

Hier im Land der Tindersticks ist alles ein wenig gedämpfter, langsamer, ruhiger, leiser. Gesteigerte Melancholie, könnte man sagen. Momentan sind die Briten auf Tour, Anlass ist ihr 30-jähriges Bestehen. Nach München, Hamburg und Berlin haben sie am Donnerstagabend im Schauspielhaus Bochum Station gemacht. Die Band beginnt zunächst in der Stammbesetzung, mit Neil Fraser, Earl Harvin, David Boulter, Dan McKinna und eben Staples.

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Aber dann kommen immer mehr Musiker dazu, darunter vier Streicher und nicht zuletzt Sängerin Gina Forster, mit der Staples unter anderem die Duette „Sometimes It Hurts“ und „Travelling Light“ singt. Leider ist das Schauspielhaus an diesem Donnerstag nicht ausverkauft, die Tindersticks – einem breiteren Publikum durch den Soundtrack „Trouble Every Day“ bekannt geworden – hätten volle Häuser verdient. Und noch mehr.

Gegründet 1991 – die Tour zum 30-Jährigen musste wegen Corona um ein Jahr verschoben werden –, verbindet die Band aus dem englischen Nottingham melancholischen Pop mit Kammermusik. Immer wieder bricht in den Songs ein Instrument aus. Aber die Musiker finden immer wieder zusammen, und auch die Ausbrüche klingen niemals unangenehm oder disharmonisch. Sie sind eher wie ein Spaziergänger, der sich aus der Gruppe kurz einmal zurückfallen lässt und ein anderes Tempo geht, um dann wieder aufzuschließen.

„Pinky in the Daylight“ ist ein Höhepunkt des Abends

Musikalische Höhepunkte an diesem Abend, den vor allen Staples mit seiner unverwechselbaren Stimme und Neil Forster mit seinem Gitarrenspiel prägen, sind „Her“ mit seinen Westernklängen (kraftvoll mit elf Musikern und Musikerinnen auf der Bühne), „For the Beauty“, „Medicine“ und das wundervolle „Pinky in the Daylight“.

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Nach dem letzten gehauchten „Thank you“ springt das gesamte Publikum auf. Standing Ovations in Bochum. Man müsse jetzt schnell abbauen, sagt Stuart Staples noch zum Schluss. Es geht noch in der Nacht weiter nach Lissabon. „Unser Leben ist nicht so glamourös“, sagt er noch und lächelt. Glamour würde zu dieser wunderbaren, zurückhaltenden, berührenden Band aber auch nicht passen.

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