„Aladdin“-Musical wehrt sich gegen Blackfacing-Vorwurf: Make-up sei golden, nicht schwarz

Die „Aladdin“-Darsteller Philipp Büttner (links), Nienke Latten (Zweite von rechts) und Maximilian Mann (rechts) posieren bei der Premierenfeier im März 2019 mit Moderatorin Katja Burkard (Zweite von links) für ein Foto.

Die „Aladdin“-Darsteller Philipp Büttner (links), Nienke Latten (Zweite von rechts) und Maximilian Mann (rechts) posieren bei der Premierenfeier im März 2019 mit Moderatorin Katja Burkard (Zweite von links) für ein Foto.

Eineinhalb Jahre waren die Bühnenlichter beim „Aladdin“-Musical in Stuttgart ausgeschaltet – und am Dienstag sollen sie nun zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie wieder angehen, der Besuchersaal soll sich unter 3G-Bedingungen wieder füllen, die Darstellerinnen und Darsteller in farbenprächtigen Kostümen wieder über die Bühne wirbeln. Doch nun überschattet ein Vorwurf die Wiederaufnahme des Märchenmusicals, das erst 2019 in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Premiere feierte.

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Die Organisation Black Community Foundation Stuttgart wirft dem Musical bei Instagram und auf der Nachrichtenseite „BW24“ vor, den Darsteller des Dschinni, Maximilian Mann, dunkler geschminkt und damit Blackfacing betrieben zu haben. Die Organisation sagte gegenüber „BW24“: „Wir finden diese Darstellung nicht nur falsch und beleidigend, sondern auch sehr problematisch.“ Es sei unverständlich, warum der Cast nicht passend zum Charakter gewählt werde. Anstatt dort rassistisch vorzugehen und die „Farbe“, für die andere Menschen diskriminiert werden, aufzumalen, solle man passende Darsteller casten, heißt es weiter.

Als „Blackfacing“ wird eine rassistische Tradition bezeichnet, die auf das 19. Jahrhundert zurückgeht und in der Weiße sich dunkel schminken, um Schwarze stereotyp darzustellen.

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Dschinni soll golden sein, nicht schwarz

Die Musical­produktions­firma Stage Entertainment, die hinter „Aladdin“ steht, hat eine Vertreterin der Black Community Foundation Stuttgart ins Theater zu einem Gespräch eingeladen, teilte das Unternehmen dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND) auf Nachfrage mit. Auch zum Blackfacing-Vorwurf äußerte sich Pressesprecher Stephan Jaekel: „Diesen Punkt nehmen wir sehr ernst und möchten auf gar keinen Fall, dass sich jemand durch das Make-up verletzt fühlt.“

Das Make-up-Design des Dschinni intensiviere sich im Laufe der Show, bis er in einer Szene durch Gold und Edelsteine glitzere. „Keinesfalls soll das Make-up suggerieren, der Dschinni sei schwarz.“ So hat die Produktion nun auch eine neue Designentscheidung getroffen: „Wir haben es daher nun noch stärker auf den Goldglanz hin ausgerichtet.“

Dschinni könnte auch blau sein

Gleichzeitig hält Stage Entertainment die Kritik, dass der Dschinni nur von einer Person of Color gespielt werden könne, für verfehlt: „Ein Flaschengeist ist eine komplette Fantasiefigur, die von Darstellern jeglicher Herkunft gespielt werden kann. Im Zeichentrickfilm war der Flaschengeist zum Beispiel blau.“ Gleichzeitig stammten die Darsteller von „Aladdin“ aus über zehn Nationen, und so zeige sich der Cast durchaus divers.

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Laut Stage Entertainment hat die Organisation Black Community Foundation die Gesprächs­einladung angenommen.

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