Wenn Angst den Alltag dominiert: Beratungsstellen bieten Opfern Hilfe

10 Prozent der Befragten einer Studie über das Befinden von Opfern eines Einbruchs gaben an, nach der Tat umgezogen zu sein, weil sie sich in ihrem alten Zuhause unsicher fühlten.

10 Prozent der Befragten einer Studie über das Befinden von Opfern eines Einbruchs gaben an, nach der Tat umgezogen zu sein, weil sie sich in ihrem alten Zuhause unsicher fühlten.

Hannover. Einbrüche können für Betroffene auch gesundheitliche Folgen haben. Sie sind sogar oft verheerender als substanzielle Schäden. „Es bleibt irgendetwas an der Wohnung haften. Das Eindringen in das eigene Zuhause nimmt den Opfern das Sicherheitsgefühl“, sagt Kriminologin Gina Wollinger. Die Expertin forschte mehr als sechs Jahre lang am Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) zum Thema Wohnungseinbruch. Im Rahmen einer Studie des KFN wurden 2014 etwa 1330 von Einbruch betroffene Personen zu ihrem Befinden und dem Umgang mit der Tat befragt. „Die Hälfte der Befragten fühlte sich aufgrund der Tat in ihrem bisherigen Zuhause nicht mehr sicher. 10 Prozent sind danach sogar umgezogen“, so Wollinger.

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Auswirkungen auf den Lebensalltag

Die psychischen Auswirkungen nach einem Einbruch in die eigenen vier Wände können den Lebensalltag stark beeinflussen. Ein allgemeines Unsicherheitsgefühl, Angstzustände oder Schlafstörungen sorgen für Stress und Anspannung bei den Opfern. „Das Gefühl der Machtlosigkeit plagt die Betroffenen. Sie konnten die Tat nicht verhindern“, sagt Kriminologin Wollinger. Darum ändert sich oft das Sicherheitsverhalten: „Habe ich alle Fenster geschlossen? Habe ich die Tür wirklich abgeschlossen, wenn ich gehe? Darauf achten die Opfer vermehrt.“

Professionelle Hilfe beanspruchen

Bedenklich wird es, wenn etwa Angstzustände über einen längeren Zeitraum hinweg anhalten. „Wenn sich über Monate hinweg gar kein Sicherheitswohlgefühl mehr einstellt, die Betroffenen Ausgänge meiden, hat die Straftat zu viel Macht über das eigene Leben gewonnen“, sagt Wollinger. Zur Bewältigung sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden, rät sie.

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Unabhängige Anlaufstellen sind beispielsweise die Hilfsorganisation Weißer Ring, das PTBS-Forum für Betroffene mit posttraumatischer Belastungsstörung sowie der Arbeitskreis der Opferhilfen in Deutschland (Ado) mit Vertretern in mehreren Bundesländern.

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