Unverhältnismäßig starke Ausbreitung in Europa

Affenpocken: Was sind die Symptome – und wer sollte darauf achten?

Affenpocken unter dem Elektronenmikroskop.

Rote Flecken, Hautausschlag und Fieber – das kann vieles bedeuten. Aktuell werden in Europa unverhältnismäßig viele Fälle der Affenpocken nachgewiesen. Das ist eine bislang seltene Viruserkrankung, die vom Affenpockenvirus ausgelöst wird. Sie kam bisher vor allem in tropischen Regenwäldern in Zentral- und Westafrika vor.

Welche Symptome deuten auf Affenpocken hin?

Die Viruserkrankung verursacht nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency (UKHSA) meist nur milde Symptome, kann aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen. Wenn man sich angesteckt hat, treten meist nach sechs bis 13 Tagen Inkubationszeit die ersten Symptome auf.

Dazu zählen plötzliches Fieber, das in Phasen verläuft, ein Ausschlag auf der Rachenschleimhaut, Erschöpfung und eine Schwellung der Lymphknoten. Es treten Kopf- und Gliederschmerzen sowie charakteristische Hautveränderungen auf, die im Gesicht, an den Händen und Unterarmen beginnen und sich dann über den Körper ausbreiten. Dabei entstehen zunächst Flecken auf der Haut, die sich zu Knötchen und dann zu eitrigen Bläschen weiterentwickeln. Laut UKHSA sieht der Ausschlag je nach Phase unterschiedlich aus und könne Windpocken und Syphilis ähneln.

Das von der UK Health Security Agency (UKHSA) zur Verfügung gestellte Bild zeigt Hautläsionen bei Patientinnen und Patienten, bei denen Affenpocken nachgewiesen wurden.

Das von der UK Health Security Agency (UKHSA) zur Verfügung gestellte Bild zeigt Hautläsionen bei Patientinnen und Patienten, bei denen Affenpocken nachgewiesen wurden.

Es können auch Geschwüre der Mund- und Rachenschleimhaut auftreten, Bindehautentzündungen und schmerzhafte Hautläsionen im Genitalbereich. Nach einer überstandenen Erkrankung können Narben zurückblieben. In den meisten Fällen verläuft eine Infektion mild.

Wie ansteckend ist das Affenpockenvirus?

Anders als Sars-CoV-2 lässt sich das Affenpockenvirus nicht leicht von Mensch auf Mensch übertragen, informiert das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr. Dafür sei auch laut Robert Koch-Institut (RKI) ein enger Kontakt nötig. Durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder Schorf der Affenpockeninfizierten kann eine Infektion auftreten, vermutlich auch im Rahmen von sexuellen Handlungen. Eine Übertragung durch ausgeschiedene Atemwegssekrete ist ebenfalls möglich.

In der Vergangenheit haben sich Menschen vor allem durch engen Kontakt mit infizierten Tieren angesteckt. Direkter Kontakt mit Hautpartien, Blut, Gewebe oder Ausscheidungen infizierter Tiere gilt als infektiös. Auch beim Umgang mit dem Fleisch erkrankter Tiere kann man sich infizieren.

Gibt es Risikogruppen?

Bei vier jüngst im Vereinigten Königreich gemeldeten Fällen handelt es sich laut UKHSA um Männer, die sexuellen Kontakt mit anderen Männern hatten. Auch bei Infektionen in Spanien fällt der Verdacht auf die sexuelle Übertragung zwischen Männern. Das RKI rät daher besonders Männern, die Sex mit Männern haben, auf ungewöhnliche Hautveränderungen zu achten – auch wenn sie sich nicht in Risikogebieten aufgehalten haben. Als Risikogebiete zählen West- und Zentralafrika. Dort sind vor allem bei Kindern und immungeschwächten Personen schwere Verläufe und Todesfälle möglich.

Wie verhalte ich mich, wenn ich Symptome feststelle?

Bei typischen Symptomen sollten insbesondere Reiserückkehrer aus Westafrika laut RKI eine Affenpockeninfektion in Betracht ziehen. Da theoretisch auch eine Ansteckung außerhalb Afrikas möglich ist, sollten Hautveränderungen unklarer Ursache zudem grundsätzlich abgeklärt werden. Dazu sollten Betroffene ihren Hausarzt oder Hausärztin aufsuchen.

Da die Behörden zuletzt von einer sexuellen Infektionskette von Männern, die Sex mit Männern hatte ausgehen, rät das RKI dieser Gruppe, bei Hautveränderungen „unverzüglich eine medizinische Versorgung aufsuchen“.

RND/dpa/ih/vv

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