RKI: „Der Höhepunkt der fünften Welle ist noch nicht erreicht“

RKI-Chef Lothar Wieler

Berlin. Die nach ersten Erkenntnissen noch schneller übertragbare Variante BA.2 von Omikron breitet sich nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) in Deutschland weiter aus – allerdings zunächst auf niedrigem Niveau. Für die Woche bis zum 30. Januar weist das RKI in seinem Wochenbericht vom Donnerstagabend einen Anteil von 8,1 Prozent aus – im Vergleich zu rund fünf Prozent eine Woche zuvor. „Hinsichtlich der klinischen Charakteristik gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass sich Infektionen mit BA.2 von Infektionen mit BA.1 unterscheiden“, heißt es in dem Bericht. In Deutschland dominiert demnach bisher weiterhin der Omikron-Subtyp BA.1.

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Mitten in der Omikron-Welle und der Debatte um mögliche Corona-Lockerungen wiesen Expertinnen und Experten zuletzt auf den neuen Subtyp BA.2 hin, der sich unter anderem in Ländern wie Dänemark bereits stark ausbreitete. Dies ist demnach auch in Deutschland möglich und könnte nach Einschätzung vieler dafür sorgen, die Omikron-Welle noch zu verlängern.

Auch in Schleswig-Holstein, das an der dänischen Grenze liegt, breitet sich BA.2 bereits aus. Darüber berichten die Lübecker Nachrichten. So habe die Variante einen Corona-Ausbruch mit insgesamt 84 Infizierten in einem Pflegeheim in Wahlstedt verursacht. Auch in Lübeck sei die Variante nach Angaben des Laborarztes Andreas Bobrowski „absolut vorherrschend“.

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Hoher Infektionsdruck in der Bevölkerung

Mit Blick auf die aktuelle Corona-Lage in Deutschland warnten die RKI-Expertinnen und Experten: „Es herrscht weiterhin ein sehr hoher Infektionsdruck in der Bevölkerung. Der Höhepunkt der fünften Welle ist noch nicht erreicht.“ Die höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen wurden laut RKI weiterhin bei Kindern zwischen fünf und 14 Jahren erhoben. Aber auch in den höheren Altersgruppen seien die Sieben-Tage-Inzidenzen zuletzt noch einmal deutlich angestiegen.

Nach RKI-Schätzungen hat es in Deutschland zuletzt binnen sieben Tagen 420.000 Arztbesuche wegen Covid-19 gegeben. Wie aus der RKI-Publikation hervorgeht, steigerte sich in der vergangenen Woche die Zahl entsprechender Arztpraxisbesuche im Vergleich zur Vorwoche noch deutlich. Seit dem Jahreswechsel stieg die Zahl der Arztbesuche demnach an und in fast allen Altersgruppen werden die Werte voriger Corona-Wellen deutlich überschritten.

2400 Menschen mit Corona auf Intensivstationen

Berechnungen für die fünfte Woche des Jahres zeigen laut RKI zudem, dass etwa 1,9 bis 4,3 Prozent der Kinder und Jugendlichen bis 14 Jahre und 1,4 bis 2,7 Prozent der Menschen ab 15 an Covid-19 mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung erkrankten. Kalkulationen wie diese legt die Behörde seit einigen Wochen in der Publikation zusätzlich vor. Hintergrund ist etwa eine mutmaßlich steigende Unvollständigkeit der Meldedaten wegen begrenzter Kapazitäten von Laboren und Gesundheitsämtern.

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Auf Intensivstationen wurden laut RKI am Mittwoch 2398 Corona-positiv getestete Patientinnen und Patienten behandelt – eine Woche zuvor waren es 2307 gewesen.

Höhepunkt noch nicht erreicht

Die Experten und Expertinnen vom RKI wiesen im Wochenbericht einmal mehr auf die angespannte Covid-19-Lage hin und bekräftigten ihre Impfappelle. Die Einhaltung der bekannten Schutz- und Hygienemaßnahmen sowie die konsequente Kontaktreduzierung blieben entscheidend. „Die Auffrischimpfung verbessert den Schutz vor Covid-19 noch einmal deutlich. Deshalb: jetzt boostern lassen, denn #impfenschuetzt“, kommentierte die Behörde bei Twitter.

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Zuletzt hatte RKI-Chef Lothar Wieler sich optimistisch gezeigt, dass die Omikron-Welle bald überstanden sei – auch wenn ihr Höhepunkt noch nicht erreicht sei. Für Entwarnung sei es noch zu früh, warnte er und drang auf besondere Achtsamkeit und Aufmerksamkeit.

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RND/dpa/saf

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