Heinsberg-Studie: Strafanzeige gegen Virologen Hendrik Streeck gestellt

Virologe Hendrik Streeck

Virologe Hendrik Streeck

Gegen den Virologen Hendrik Streeck ist Medienberichten zufolge im Zusammenhang mit der sogenannten Heinsberg-Studie Strafanzeige gestellt worden. Unter anderem wird ihm Betrug vorgeworfen, wie das Wirtschaftsmagazin “Capital” und der “Bonner General-Anzeiger” übereinstimmend berichten. Demnach sei die Anzeige in der vergangenen Woche bei der Polizei eingegangen und mittlerweile an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden.

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Anzeigensteller wirft Virologen Betrug vor

Nach Informationen des “General-Anzeigers” sagt der Verfasser über sich selbst, er sei Wissenschaftler. Auf über 100 Seiten formuliert er Vorwürfe: Streeck soll unter anderem Studienergebnisse erfunden und falsche Angaben gemacht haben. So habe er etwa einen Zusammenhang zwischen der Schwere einer Corona-Erkrankung, Hygienemaßnahmen und der Viruskonzentration hergestellt, den es gar nicht gibt. Der Anzeigensteller wirft Streeck außerdem vor, die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen getäuscht zu haben, um Drittmittel für die Studie einzuholen, berichtet “Capital”.

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Streeck weist Vorwürfe zurück

Derzeit sei noch unklar, ob die Anzeige stichhaltig ist und ob gegen den Virologen überhaupt ermittelt wird. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) führt derzeit wegen des Vorwurfs “erfundener Forschungsergebnisse” eine Vorprüfung, wie ein Sprecher “Capital” bestätigte. In der ZDF-Talkshow “Markus Lanz” äußerte sich der Virologe der Universität Bonn zu der Anzeige. “Ich habe erst kurz vor der Sendung von der Anzeige erfahren. Die Studie ist sauber gelaufen … Auf der einen Seite will man Ergebnisse finden, auf der anderen Seite ist es ein unheimlich großer Druck”, sagte er.

Streeck und weitere an der Studie beteiligte Forscher wiesen auch auf Anfrage von “Capital” sämtliche Vorwürfe zurück. Sie verwiesen auf ihre Untersuchungen zu dem Karneval im Ort Gangelt, bei dem sich viele Menschen mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert hatten. Ihre Aussagen in der Heinsberg-Studie basieren “auf den Ergebnissen, die zeigen, dass der Schweregrad der Erkrankung bei Teilnahme an dem Superspreading-Event (mit entsprechend schlechten hygienischen Bedingungen) deutlich höher war als bei Personen, die nicht an einem solchen Event teilgenommen haben”.

RND/bk


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