Newsletter „Die Pandemie und wir“

Die Null-Covid-Politik wird zur Nullnummer

Unzählige Menschen versammelten sich am Wochenende auf den Straßen Pekings, um gegen die Null-Covid-Politik zu protestieren.

Unzählige Menschen versammelten sich am Wochenende auf den Straßen Pekings, um gegen die Null-Covid-Politik zu protestieren.

Liebe Leserinnen und Leser,

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Deutschland lernt allmählich, mit dem Coronavirus zu leben. Immer mehr Bundesländer verabschieden sich von Isolations- und Maskenpflichten. Nicht so am anderen Ende der Welt: In China herrscht noch immer ein pandemischer Ausnahmezustand. Lockdowns, Corona-Tests und Zwangsquarantänen stehen dort auf der Tagesordnung. Das Land unterliegt weiterhin dem Irrglauben, das Virus ein für alle Mal beseitigen zu können. Dabei ist längst klar: Ein Leben wie vor Corona wird es nicht mehr geben.

Größter Massenprotest seit Jahrzehnten

Die Regierenden in China scheinen das nicht wahrhaben zu wollen, dafür aber immer mehr Bürgerinnen und Bürger. Zu Tausenden versammelten sie sich am Wochenende auf den Straßen mehrerer chinesischer Städte und protestierten gegen die Null-Covid-Politik. Es sei der größte Massenprotest in der Volksrepublik seit Jahrzehnten gewesen, berichteten meine Kollegen Fabian Kretschmer und Matthias Koch. „Wir wollen keine PCR-Tests, wir wollen Freiheit“, riefen die Protestlerinnen und Protestler.

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Ihr Unmut ist verständlich und auch berechtigt. Doch kann er etwas bewirken? „Sollte wirklich keinerlei Einlenken erfolgen, würde die Regierung ein hohes Risiko eingehen“, sagt Ostasienexperte Christoph Steinhardt im RND-Interview. Nicht nur, weil der Ärger in der Bevölkerung größer werden dürfte, sondern auch, weil die jetzige Strategie mit Rekordinfektionszahlen dem Virus zu viele Möglichkeiten bietet, zu mutieren. China muss kurzfristig, aber auch langfristig ein besseres Pandemiemanagement entwickeln. Denn Corona wird nicht das letzte pandemische Virus sein, wie Sie in unserer Rubrik „Was kommt“ lesen können.

Bleiben Sie dennoch weiterhin zuversichtlich!

Ihre Laura Beigel

Die Pandemie und wir

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Was wichtig war

Eine Lehrerin mit FFP2-Maske unterrichtet in einer ersten Klasse an einer Grundschule: Mit Corona infizierte Lehrkräfte müssen sich in einigen Bundesländern nicht mehr isolieren.

Eine Lehrerin mit FFP2-Maske unterrichtet in einer ersten Klasse an einer Grundschule: Mit Corona infizierte Lehrkräfte müssen sich in einigen Bundesländern nicht mehr isolieren.

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Mehrere Bundesländer, darunter Schleswig-Holstein und Bayern, haben inzwischen die Isolationspflicht aufgehoben. Das hat auch Konsequenzen für Lehrkräfte. Sie sollen nun trotz positiven Corona-Tests in die Schule kommen, wenn sie keine Symptome haben, und dort mit Maske unterrichten.

Diese Entscheidung sei „grob fahrlässig“, kritisierte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger. So riskiere man, dass die coronapositiven Lehrkräfte andere Kolleginnen und Kollegen mit Vorerkrankungen oder Schüler und Schülerinnen mit Risikopersonen in der Familie anstecken. „Wir dürfen die Gesundheit der Lehrer und Schüler nicht aufs Spiel setzen“, sagte Meidinger dem RND. Aus Sicht des Epidemiologen Hajo Zeeb bestehe ohne Isolationspflicht die Gefahr, dass sich eine Infektionswelle in der Schule ausbreite.

 

Alltagswissen

Das Bundesgesundheitsministerium hat die Regeln für Corona-Schnelltests verschärft. Nur für vier statt bisher zehn Gruppen sollen sie ab sofort kostenlos sein. Nichts für die Tests bezahlen müssen:

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  • Bewohnende sowie Mitarbeitende von Pflegeeinrichtungen
  • Besucherinnen und Besucher von Krankenhäusern, Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen
  • Mitarbeitende in ambulanten Pflegediensten
  • Menschen, die sich nach einer nachgewiesenen Corona-Infektion und Isolation freitesten müssen

Für alle anderen entfällt zudem die bisherige Zuzahlungsregelung. Das heißt: Wer nicht zu den genannten Personengruppen gehört und sich testen lassen möchte, muss die vollen Kosten für den Test tragen.

 

Gut gesagt

Die Lage für das Virus wird prekär. Das ist gut. Es ist nicht mehr so, dass das Virus mit ein paar Mutationen das Spiel komplett drehen könnte.

Christian Drosten,

Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité

 

Was kommt

Noch immer ist nicht ganz geklärt, wie genau das Coronavirus auf den Menschen überspringen konnte. Doch fest steht: In Zukunft wird es wohl immer häufiger zu solchen Zoonosen kommen – also Krankheiten, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden.

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„Die Wahrscheinlichkeit, dass wir demnächst wieder eine Pandemie haben werden, ist sehr groß“, warnte der Hamburger Evolutionsbiologe Matthias Glaubrecht im RND-Interview. Und schuld daran sei der Mensch selbst, weil er zu stark in die Umwelt und die Lebensräume von Wildtieren eingreife. Die Corona-Pandemie war aus Sicht des Forschers ein weiterer Weckruf. Aber: „Wir scheinen nur mit der Holzhammermethode lernen zu können“, sagte er. „Und ein paar Hammerschläge werden wir wohl noch brauchen.“

 

Gesundes Zusatzwissen

Ein an RSV erkranktes Kind liegt in einem Krankenbett: Erste Krankenhäuser und Arztpraxen sind wegen der vielen Atemwegsinfekte bei Kindern überlastet.

Ein an RSV erkranktes Kind liegt in einem Krankenbett: Erste Krankenhäuser und Arztpraxen sind wegen der vielen Atemwegsinfekte bei Kindern überlastet.

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RSV, diese Abkürzung steht für das respiratorische Synzytial­virus. Ein Erreger, der nicht neu ist, wohlgemerkt – er grassierte schon vor Corona –, der sich aber gerade besonders stark in Deutschland ausbreitet. Betroffen sind vorwiegend Kinder. Das Virus verursacht bei ihnen Atemwegserkrankungen, teilweise so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Erste Kinderkliniken sowie Kinder- und Jugendarztpraxen sind bereits überlastet.

Meine Kollegin Irene Habich hat aufgeschrieben, was Eltern über RSV wissen sollten. So sollten sie etwa darauf achten, ob ihr Kind Fieber entwickelt. Wenn die Körpertemperatur auf mehr als 39 Grad Celsius steigt, das Fieber mehrere Tage anhält, fiebersenkende Mittel nicht wirken oder es zu einem Fieberkrampf kommt, muss unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden. Gleiches gilt bei Symptomen wie Atemnot, Durchfall, Erbrechen oder Bauchschmerzen.

 

Was das Leben leichter macht

Geben Sie es zu: Wie viele Fehlkäufe hängen in Ihrem Kleiderschrank? Wie viele Sachen haben Sie sich schon gekauft, um sie dann doch nicht zu nutzen?

Damit das nie wieder passiert, hat RND-Autorin Sarah Franke Psychologinnen und Psychologen um Tipps und Tricks gebeten. Sie raten zum Beispiel, sich nicht sofort zu einem Kauf verleiten zu lassen, sondern lieber noch mal eine Nacht darüber zu schlafen. Auch kann es helfen, das Widerstehen zu trainieren. Wer etwa zu Impulskäufen neigt, sollte öfter durch die Innenstadt gehen, in Schaufenster gucken und versuchen, nichts zu kaufen. Immer werde das wahrscheinlich nicht klappen, meint Psychologe Hans-Georg Häusel, aber die Fehlkaufquote könnte dadurch langfristig sinken.

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Was sonst noch wichtig ist

Hunderte Schafe, die mehrere Tage lang hintereinander im Kreis laufen: Über dieses Video aus China haben sich im Internet viele Menschen den Kopf zerbrochen. Warum laufen die Schafe im Kreis, fragten sie sich. Und warum über mehrere Tage?

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Meine Kollegin Vivien Valentiner hat versucht, das Rätsel um den mysteriösen Schafskreis zu lösen – und bei Martin Ganter von der Tierärztlichen Hochschule Hannover nachgefragt. Er glaubt nicht, dass die Tiere krank waren, wie manche Userinnen und User spekulierten. Vielmehr hätten sie einfach nur Langeweile gehabt. „Diese Fläche dort ist ohne jeglichen Anreiz. Es gibt kein Futter, keinen Bewuchs, sondern nur Sand“, erklärte der Tierarzt. Die perfekte Kreisformation sei wiederum dem Herdenverhalten geschuldet: Ein Tier läuft vor, die anderen hinterher.

 

Falls Sie Anregungen oder Kritik haben, melden Sie sich gern direkt bei unserem Redaktionsteam magazin@rnd.de. Wir freuen uns!

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