Apple greift traditionellen PC-Markt an: Was kann der hauseigene Chip?

Dieses Foto zeigt ein MacBook Air (l.-r.), MacBook Pro und Mac mini. Apple hat seine ersten Mac-Computer mit Chips aus eigener Entwicklung statt Intel-Prozessoren vorgestellt.

Dieses Foto zeigt ein MacBook Air (l.-r.), MacBook Pro und Mac mini. Apple hat seine ersten Mac-Computer mit Chips aus eigener Entwicklung statt Intel-Prozessoren vorgestellt.

Mit der Präsentation seines neuen M1-Chips hat Apple zum Jahresausklang noch einmal die Latte für die PC-Konkurrenz höher gelegt. Das neue Herz der Mac-Familie, in kleinerer Form schlägt es als A14 schon in iPhone und iPad, sorgt für eine andere Architektur der Rechner. Ob MacMini, MacBook Air oder MacBook Pro: Alle verfügen über mehr Leistung, mehr Tempo bei weniger Volumen – das scheint die neue Apple-Gleichung für eine Zukunft noch schlankerer Geräte zu sein.

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Früher, da war alles recht einfach mit den PCs. Ob Mac oder Windows: Es steckte meist dieselbe Hardware in den Computern. Bei Apple waren das in chronologischer Reihenfolge Prozessoren von Motorola, IBM und Intel. Dass Tim Cook und Kollegen nun den lange erwarteten eigenen Chip präsentierten, war ein größerer Sprung als es die drei neu präsentierten Macs von außen vermuten ließen. Von innen allerdings muss man sich die Apple-Revolution ungefähr so vorstellen wie bei einem Auto den Wechsel von einem Otto-Motor zum Elektroantrieb. Wo früher unter der Motorhaube kein Platz mehr war vor lauter Zylinder, Kolben und Kurbelwelle, herrscht jetzt gähnende Leere – beziehungsweise viel Raum für Innovation.

Keine langen Wege mehr von Speicher zu Speicher

Bei Apple bedeutet das: Es braucht keinen eigenen Prozessor mehr für die Grafikleistung oder die Apple-eigene Neural Engine für das maschinelle Lernen. Auch Arbeitsspeicher und weitere bisherige Einzelbausteine sind jetzt integriert. Das heißt, es gibt keine langen Wege und somit Energieverluste mehr, wenn etwa aufwändige Grafikaufgaben erst verschoben werden müssen, um berechnet werden zu können.

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Der M1-Chip mit seinen 16 Milliarden Transistoren sorgt allerdings nicht nur dafür, dass die Rechner bei potenziell weniger Raumbedarf schneller werden – entscheidend ist, dass Hardware und Software aufeinander abgestimmt sind. Das neue MacOS Big Sur, das am Donnerstag erscheint, sorgt für die Symbiose zwischen Prozessor und Betriebssystem, was unter anderem auch zu neuen Apple-Rekorden bei der Batterielaufzeit führt.

Macht das Apple-Modell Schule?

Apple Silicon, so der Name der eigenen Prozessortechnik, könnte den Computermarkt auf lange Sicht in zweifacher Hinsicht prägen: Zum einen ist mit der allmählichen Umstellung der Mac-Familie auf Silicon eine Leistungssteigerung des eigenen Portfolios verbunden. Zum anderen werden die eigenen Produkte so mittelfristig autark von anderen Unternehmen. Apple macht sich mit dem eigenen Computerchip unabhängig. Ein System, das Nachahmer finden wird?

Unter anderem Microsoft und Samsung haben bereits Laptops mit Chips auf Basis der ARM-Architektur im Angebot, sie blieben bisher aber eher Nischenmodelle. Neuer Schub könnte von dem chinesischen Technologiekonzern Huawei ausgehen. Wegen der von US-Präsident Donald Trump verhängten Sanktionen versuchen die Chinesen ohnehin, eine eigene Chipproduktion aufzubauen.

Die Basisinformationen zu den neuen Silicon-Geräten:

MacBook Air

Das neue MacBook Air.

Das neue MacBook Air.

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Dreieinhalbmal schneller als sein Vorgänger ist das neue MacBook Air mit 13-Zoll-Bildschirm – fünfmal schneller soll gar die Leistung des Grafikchips sein. Wenngleich solche Zahlen immer mit Vorsicht zu genießen und ohne Testgerät auch nicht verifizierbar sind, so sind die Leistungsmargen doch bemerkenswert. Auch die Batterie soll spürbar an Leistung gewonnen haben: 18 Stunden Video am Stück (sechs Stunden mehr als beim Vorgängermodell aus dem Frühjahr 2020) oder 15 Stunden Surfen, sollte auch für Corona-Zeiten reichen. Das MacBook Air kommt zudem ohne Lüftung aus, ist also praktisch geräuschlos. Bis zu 2 Terabyte SSD an Speicherplatz kann man beim neuen MacBook Air dazu buchen, das hat schon Desktopqualitäten. Der neue Standard WLAN 6 ist auch an Bord. Die Maße bleiben unverändert, der Preis beginnt bei 1100,50 Euro.

MacBook Pro 13′'

Das neue MacBook Pro 13''

Das neue MacBook Pro 13''

Das neue MacBook Pro 13″ bringt es immerhin auf eine 28-fache Performancesteigerung, was bei der hochgerüsteten Technik der Pro-Reihe auch schon einen immensen Sprung darstellen würde, sofern diese Zahlen im Praxistest Bestand haben. Die Grafikleistung soll sich, wie beim MacBook Air, ebenfalls verfünffacht haben. Das MacBook Pro könne laut Apple so 8K-Videos ohne Qualitätsverlust und Störung abspielen – was angesichts der Tatsache, dass sich selbst 4K noch nicht flächendeckend bei Computern durchgesetzt hat, bis auf Weiteres ein eher theoretisches Plus für das MacBook Pro sein wird. Die Konsumenten wird es im Winter eher freuen, dass 20 Stunden Videoschauen nonstop mit den neuen MacBook Pro möglich sein sollen. WLAN 6 ist auch dabei. Länge und Breite sind gleich geblieben, das Gerät ist mit 1,29 Kilogramm einen Hauch (elf Gramm) leichter als das Vorgängermodell aus diesem Jahr. Das MacBook Pro gibt es ab 1412,45 Euro.

Mac mini

Der neue Mac mini

Der neue Mac mini

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Klein, stark, silbern: Der Mac mini ist seit jeher beliebt wegen seiner Schlicht- und Kompaktheit. Mit dem neuen M1-Chip erwacht der Klassiker zu neuem, wilden Leben. Gleich dreimal mehr Performanz erhält Desktopzwerg durch sein neues Innenleben, seine Grafikperformanz soll sich sogar versechsfacht haben, auch WLAN 6 bringt der Mac mini mit. An der Größe hat sich weder gegenüber der 2014er noch der 2018er-Ausgabe etwas geändert. Allerdings ist er mit 1,2 Kilo rund 100 Gramm leichter als seine Vorgänger.

Leichter ist der Mac mini auch im Portemonnaie. Das Einstiegsmodell kostet 778,85 Euro – 126,70 Euro weniger als der Vorgänger. Noch allerdings ist der neue Arbeitsspeicher beim M1 ein teurer Spaß, das merkt man speziell am Mac mini. Wählt man 16 statt acht Gigabyte und nimmt noch die 2 TB-Festplatte statt der 256 GB-Standard-SSD, kostet der Mac mini plötzlich 1899,85 Euro.

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