Bezahlung von Frauen und Männern

Studie zu Lohnlücke: Sachsen besser als der Bundesdurchschnitt

Für die Studie nahmen Forscherinnen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) auch einen möglichen Einfluss der Corona-Pandemie auf die Lohnlücke unter die Lupe.

Für die Studie nahmen Forscherinnen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) auch einen möglichen Einfluss der Corona-Pandemie auf die Lohnlücke unter die Lupe.

Dresden. Gute Ausbildung, Berufserfahrung - und dennoch weniger Geld: Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern in Sachsen wird zwar kleiner, es gibt sie aber weiterhin. Laut einer am Mittwoch in Dresden vom Gleichstellungsministerium vorgestellten Studie verringerte sich die Lücke im Freistaat von 8,5 Prozent im Jahr 2019 auf 7,6 Prozent im Jahr 2020.

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Damit steht Sachsen besser da als der Bundesdurchschnitt, wo der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern 2020 bei 19,3 Prozent lag. „Jedes Prozent Unterschied ist definitiv eines zuviel, auch in Sachsen“, sagte die Staatssekretärin im Gleichstellungsministerium, Gesine Märtens. Ziel müsse es sein, die Lücke in Gänze zu schließen.

Nachwirkungen seien nicht auszuschließen

Auch die Vorsitzende der DGB-Frauen in Sachsen, Heidi Becherer, sieht Handlungsbedarf: „Die Daten zeigen, dass stärkere Anstrengungen notwendig sind, um Geschlechtergerechtigkeit herzustellen, die Arbeit von Frauen aufzuwerten und Frauen mehr in gut bezahlte Beschäftigung und in Führungsaufgaben zu bringen.“

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Für die Studie nahmen Forscherinnen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) auch einen möglichen Einfluss der Corona-Pandemie auf die Lohnlücke unter die Lupe. Die erste Welle der Pandemie habe sich zunächst noch nicht auf die Lohnunterschiede bei Vollzeitbeschäftigten ausgewirkt, erklärte Michaela Fuchs vom IAB. Das sei überraschend, weil vor allem Mütter während des ersten Lockdowns Kinder zu Hause betreut hätten. Nachwirkungen seien zwar nicht auszuschließen, aber es sei zunächst ein gutes Zeichen, dass sich die Lohnunterschiede zu Beginn der Pandemie nicht verschärft hätten.

Frauen oftmals besser ausgebildet als Männer

Zwischen den Regionen gibt es dabei große Unterschiede: Am höchsten fällt der sogenannte Gender Pay Gap im Landkreis Zwickau aus (11,8 Prozent), am niedrigsten in Görlitz mit gerade einmal 0,9 Prozent. Auch in der Landeshauptstadt Dresden ist der Unterschied mit 10,1 Prozent größer als im sächsischen Schnitt. Im Durchschnitt verdienten vollzeitbeschäftigte Frauen zum Stichtag am 30. Juni 2020 in Sachsen rund 93 Euro brutto am Tag, Männer kamen auf rund 100 Euro.

Laut den Expertinnen der IAB fällt der Verdienstunterschied noch größer aus, wenn man in der Statistik Merkmale wie Qualifikation, Alter oder Berufserfahrung berücksichtigt: Der sogenannte bereinigte Gender Pay Gap lag in Sachsen demnach 2020 bei 11,7 Prozent. Frauen seien oft besser ausgebildet als Männer, verdienten aber weniger, so Michaela Fuchs.

Auf Grundlage der Studie will das Gleichstellungsministerium nun mit Gewerkschaften und Kommunen ins Gespräch kommen, sagte Gesine Märtens. Zudem sollen über EU-Mittel künftig Alleinerziehende und Migrantinnen stärker im Berufsleben unterstützt sowie Gründerinnen über den bisherigen Bonus hinaus gefördert werden.

Besseres Klima für Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Märtens verwies zudem darauf, dass derzeit in Sachsen über ein neues Gleichstellungsgesetz im öffentlichen Dienst verhandelt wird, das nach dem Sommer zur Anhörung kommen soll. „Wir brauchen in Sachsen ein besseres Klima für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.“

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Von RND/dpa

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