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Ride2go und Mifaz

Großer Andrang bei Mitfahrzentralen in Leipzig wegen hoher Spritpreise

ARCHIV - 09.05.2022, Sachsen, Dresden: LKW und Autos sind am Morgen auf der Autobahn 4 bei Dresden unterwegs. (zu dpa: «Hohe Kraftstoffpreise: Mitfahrzentralen haben Zulauf») Foto: Robert Michael/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

ARCHIV - 09.05.2022, Sachsen, Dresden: LKW und Autos sind am Morgen auf der Autobahn 4 bei Dresden unterwegs. (zu dpa: «Hohe Kraftstoffpreise: Mitfahrzentralen haben Zulauf») Foto: Robert Michael/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Dresden/Leipzig. Der deutliche Anstieg der Kraftstoffpreise beschert den Mitfahrzentralen regen Zulauf. Einen vergleichbaren spontanen Zuwachs habe es zuvor nur bei Bahnstreiks gegeben, sagte Sven Domroes von ride2go bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter Anbietern von Mitfahrgelegenheiten. ride2go, ein Unternehmen aus Mönsheim (Baden-Württemberg), arbeitet in der Leipziger Region über die Plattform mit den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB), dem Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) und mehreren ortsansässigen Unternehmen zusammen.

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„Wir bemerken seit dem starken Anstieg der Spritpreise eine verstärkte Nachfrage“, sagte Christine Neal-Eßmann von der Mitfahrzentrale (Mifaz) in Leipzig. Es gebe verstärkt Anmeldungen und Nachfragen. „Bei Gesprächen mit unseren Kunden kommt das Thema immer wieder zur Sprache.“ Genaue Zahlen für Sachsen könne sie jedoch nicht nennen. „Wir bekommen auch vermehrt Anfragen nach eigenen Portalen für Städte, Landkreise, Gemeinden oder auch Unternehmen, die mit dem Angebot ihre Bürger oder Mitarbeiter entlasten wollen.“

Zahl der Suchanfragen verfünffacht

ride2go etwa vermeldet für März und April einen Anstieg der Nutzer-Zugriffe um das Dreifache, verglichen mit den Monaten Januar und Februar. „Der Preisschock an der Zapfsäule ändert merkbar das Mobilitätsverhalten. Neben Langstrecken-Mitfahrgelegenheiten, etablieren sich vermehrt auch Berufspendler-Fahrgemeinschaften, um Kosten zu sparen“, berichtete Domroes. Die Zahl der Suchanfragen habe sich auf bis zu 50.000 am Tag vervielfacht. Im Vorjahr waren es auch wegen Corona weniger als 10.000 täglich.

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„Nutzer der Vermittlungs-Plattform versuchen, die hohen Kraftstoffpreise auszugleichen, indem sie Mitfahrer mitnehmen oder selbst mitfahren“, erläuterte Domroes. Aus Sachsen seien in dem Portal jährlich die Daten von etwa 258.000 Nutzern registriert. Die Zugriffszahlen der vergangenen Wochen seien für den Freistaat jedoch nicht separat ausgewertet worden.

Mitfahrbeiträge dürfen nur Betriebskosten decken

Der Verbraucherzentale (VBZ) zufolge gibt es inzwischen eine Vielzahl von Internet-Portalen für Mitfahrgelegenheiten. Diese seien zum Teil kostenpflichtig. Es gebe auch solche, an denen Städte, Landkreise oder Verkehrsverbünde beteiligt seien. Eine Kombination von Mitfahrgelegenheiten und öffentlichem Nahverkehr könne für die Pendler sinnvoll sein, hieß es.

Eine Registrierung macht laut VBZ dabei durchaus Sinn, um auch etwas über die Mitfahrer zu erfahren. Wer pünktlich und entspannt ans Ziel kommen wolle, müsse sich auf seine Fahrer oder Mitfahrer verlassen können. Dabei können bestimmte Informationen vorab hilfreich sein. Die Mitfahrbeiträge dürften maximal die Betriebskosten wie Sprit und Wartung decken. Wichtig seien auch Informationen zum Versicherungsschutz.

So viele Pendler nach Sachsen wie noch nie

Auch beim Pendeln zum Arbeitsplatz spielen Mitfahrgelegenheiten eine Rolle. Nach Angaben der Regionaldirektion der Arbeitsagentur sind im vergangenen Jahr fast 146.400 auf diese Weise aus Sachsen ausgependelt. Gleichzeitig sind rund 136.900 Frauen und Männer aus anderen Bundesländern oder dem Ausland in umgekehrter Richtung zur Beschäftigung nach Sachsen gekommen. Das waren so viele wie nie zuvor. Jüngere Zahlen liegen noch nicht vor. Laut Arbeitsagentur sind die meisten Pendler (68 Prozent) mit dem Auto unterwegs. Aber auch das Fahrrad (11 Prozent) und die Bahn seien häufige Verkehrsmittel.

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Von RND/dpa

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