Neuer Schmuck für die Potsdamer Mitte

Dresdner Bildhauer schaffen drei Grazien für den Potsdamer Alten Markt

Die Dresdner Bildhauer Stefan und Marie-Josefin Zimmermann mit ihrer Hündin Selva in ihrer Werkstatt. Hinter ihnen sind die drei Grazien sowie ihre Zwillinge aus Gips zu sehen.

Die Dresdner Bildhauer Stefan und Marie-Josefin Zimmermann mit ihrer Hündin Selva in ihrer Werkstatt. Hinter ihnen sind die drei Grazien sowie ihre Zwillinge aus Gips zu sehen.

Potsdam. Feine Gewänder umschmeicheln ihre mehr als zwei Meter großen Körper, auf eleganten Hälsen prangen hübsche Köpfe mit edlen Gesichtern. In anmutiger Pose halten sie ihre schlanken Arme und Hände. In der Werkstatt des Bildhauer-Ehepaares Stefan und Marie-Josefin Zimmermann in Dresden sind gerade drei Grazien entstanden. Sie werden in der Potsdamer Mitte im Block III den nach historischem Vorbild errichteten Neubau am Alten Markt 3 zieren, den die Potsdamer Wohnungsgenossenschaft 1956 eG (PWG) dort errichtet.

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Die drei originalen Statuen wurden von Benjamin Giese (1705–1755) gefertigt und fielen zusammen mit dem Haus dem Bombenangriff vom 14. April 1945 zum Opfer.

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Auch die Minerva auf Potsdams Stadtschloss stammt vom Bildhauer-Paar

Minutiös und mühevoll wurden die Kopien in den vergangenen Monaten aus weißem Cottaer Sandstein gehauen. Dort, wo bereits vor Jahrhunderten das Material für filigranste Bildhauerkunst gewonnen wurde: in einem ehemaligen, mittlerweile stillgelegten Steinbruch in Cotta, unweit von Dresden. Nahe des Abgrundes, mitten im Wald, betreiben Stefan und Marie-Josefin Zimmermann ihre Werkstatt.

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In den vergangenen Jahren waren die beiden Bildhauer deutschlandweit bei zahlreichen bekannten Bauprojekten für die aufwendige Rekonstruktion feinster Figuren und Reliefs verantwortlich. So etwa für die fast drei Meter große Göttin Minerva, die samt schmuckem Helm, einem Schild und Gürtelschnalle im vergangenen Jahr auf den Giebel des Theaterflügels des Potsdamer Stadtschlosses zurückkehrte. Oder für den Moses, der das Portal am Hauptzugang zum Foyer des Humboldt-Forums ziert.

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Für die beiden Künstler war die Arbeit an den Statuen dennoch nicht alltäglich: „Wir haben bisher noch nie an drei Figuren parallel gearbeitet. Das ist schon etwas Besonderes“, sagt Stefan Zimmermann. Drei rund viereinhalb Tonnen schwere Sandsteinblöcke wurden dazu von einem benachbarten Steinbruch in die Werkstatt des Ehepaares transportiert. Jeweils etwa drei Monate dauerte es pro Figur, um behutsam mit Hammer und Meißel aus den kantigen Steinschichten die edlen Gesichter und Körper zu formen.

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„Ihre Namen sind eigentlich die Frohsinnige, die Blühende und die Strahlende“, erklärt Marie-Josefin Zimmermann. Von dem Bildhauer-Paar und werden sie aber liebevoll die drei Grazien genannt, wie Stefan Zimmermann erzählt. Diesen Winter werden sie noch eingelagert in Sachsen verbringen. Wenn die Arbeiten am Block III abgeschlossen sind, zieren die Figuren dann wieder das Eckhaus am Alten Markt, von wo aus sie direkt auf die Nikolaikirche und das emsige Treiben in der Potsdamer Mitte blicken werden.

Von MAZonline / pede

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