Abtauchen im eigenen Garten

Neun Fragen, die Sie beantworten sollten, bevor Sie einen Swimmingpool für Ihren Garten kaufen

Mittlerweile gibt es in Deutschland 800.000 privat genutzte Schwimmbäder.

Köln. Die Sommer in Deutschland werden zunehmend wärmer. An vielen Tagen wünschen sich die Menschen eine Abkühlung – am besten direkt im eigenen Garten. Kleine Planschbecken für Kinder gehören dort schon fast zur Grundausstattung. Aber auch große Becken erfreuen sich zunehmend an Beliebtheit. Der Bundesverband Schwimmbad & Wellness (bsw) schätzt, dass es hierzulande mittlerweile 800.000 privat genutzte Schwimmbäder gibt. Wer ein solches neu plant, muss einige Aspekte berücksichtigen:

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1. Ist genügend Platz vorhanden?

Als erstes ist zu klären, ob ausreichend Platz vorhanden ist und wo sich der Pool befinden soll. Vorteilhaft ist ein sonniger Ort, damit das Wasser aufgewärmt wird. Außerdem sollte der Pool möglichst windstill und weit ab von Bäumen liegen, sodass möglichst wenig Blätter und kleine Äste hineinfallen. Soll das Becken zumindest teilweise im Erdreich verschwinden, muss der Boden entsprechend beschaffen sein. Zu berücksichtigen sind etwa der Grundwasserspiegel und Baumwurzeln. Um den Pool sollte ausreichend Bewegungsraum bleiben. In der Regel muss ein Abstand von mindestens drei Metern zu den Nachbargrundstücken gewahrt werden. Die Nähe zu Strom- und Wasseranschlüssen ist empfehlenswert.

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2. Welche Größe soll es sein?

Soll der Pool zum Schwimmen geeignet sein, empfiehlt sich eine Größe von mindestens acht Metern Länge, vier Metern Breite und 1,30 Meter Tiefe. Das entspricht einem Wasservolumen von weniger als 50 Kubikmetern. Für Wassergymnastik sollte das Becken etwa 1,5 Meter tief sein. Je weniger tief das Becken, desto weniger Wasserdruck müssen die Wände abfangen. Ein weiterer Vorteil: Kinder können noch gut im Pool stehen.

3. Pool aufstellen oder im Boden einlassen?

Auf dem Markt sind verschiedene Typen von Pools, erläutert der bsw: Sogenannte Quick-Up-Pools können ganz einfach auf dem Rasen aufgebaut werden. Größere Becken werden zumindest teilweise in die Erde eingelassen. Es gibt fertige Stahlwandbecken und Bausätze aus Polystyrol-Steinen. Individuelle Pools können gemauert oder aus Beton gegossen werden. Eine Beratung sollte durch ein Fachunternehmen erfolgen.

Ganz natürlich baden gehen

Eine Alternative zum Pool kann ein Schwimmteich sein. Der fügt sich meist harmonisch in den Garten ein und ist zudem ökologisch, weil er ohne chemische Zusätze und mit wenig Technik auskommt. Ein Schwimmteich sollte mindestens zwei Meter tief sein und aus mehreren, unterschiedlich tiefen Zonen bestehen, erläutert die Firma BioNova Schwimmteiche und Naturpools. Zunächst sollten Umriss und Tiefe festgelegt werden. Dann wird die Erde ausgehoben, außerdem sollten scharfe Steine und Wurzeln entfernt werden. Anschließend werden ein Schutzvlies, eventuell ein Nagerschutz und eine Teichfolie ausgelegt. Der Teichgrund kann auch aus Beton gegossen werden. Große Schwimmteiche besitzen eine große Reinigungszone. Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere wie der Wasserfloh halten das Wasser sauber. Für kleine, naturnahe Schwimmteiche müssen in der Regel Skimmer, Umwälzpumpe und eventuell Filter angeschafft werden.

4. Ab wann ist eine Genehmigung nötig?

Bis zu einem Volumen von 100 Kubikmetern seien Pools in den meisten Bundesländern genehmigungsfrei, erklärt der Verband privater Bauherren (VPB). Werde das Becken allerdings überdacht, mit Glaswänden umfasst oder ans Haus angebaut, ist in der Regel eine Baugenehmigung erforderlich. Auch andere bauordnungs- und bauplanungsrechtliche Vorschriften gelte es zu beachten, so der VPB: „Es gibt sogar B-Pläne, die Swimmingpools explizit verbieten.“ Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollte bei der zuständigen Baubehörde nachgefragt werden.

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5. Wie groß ist der Aufwand?

Einfache Pools lassen sich an einem Tag aufbauen. Sind Erdarbeiten erforderlich, müssen mehrere Arbeitstage eingerechnet werden. Individuelle Pools erfordern oft Bauzeiten von mehreren Wochen oder sogar Monaten. Einige Arbeiten wie das Ausheben der Baugrube können grundsätzlich in Eigenleistung erbracht werden. Mit anderen Arbeiten wie das Verlegen von Fliesen oder die Installation von Stromleitungen sollten Fachleute beauftragt werden. Dietmar Rogg, Präsident des bsw, empfiehlt alle Leistungen aus einer Hand zu beziehen: „Wenn ein Fertigbecken bereits ab Werk mit Einbauteilen bestückt und die Verrohrung schon vorhanden ist, kann die Baustellenzeit gering gehalten werden.“

6. Wie wird der Pool gesichert?

Wer einen Pool im eigenen Garten hat, ist für die Verkehrssicherungspflicht verantwortlich. So muss um das eigene Grundstück ein 1,20 Meter hoher Zaun errichtet werden. „Wenn kleine Kinder oder andere Nichtschwimmer sowie Tiere am Becken sind, ist stets eine Aufsicht durch eine Person sicherzustellen, die im Notfall retten kann“, betont der bsw. Unter Umständen empfehlen sich auch eine Umzäunung des Pools, eine Sicherheitsabdeckung und ein Alarmsystem.

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7. Welche Technik ist nötig?

„Die Schwimmbadpumpe ist das Herzstück des Beckens“, erklärt der bsw. Damit wird der Beckeninhalt umgewälzt und der Reinigungskreislauf in Gang gesetzt. Soll das Wasser beheizt werden, kommen vor allem Wärmepumpen, Solarabsorber und ein Anschluss an die Hausheizung infrage. „Mit einer Schwimmbadabdeckung braucht man bis zu 80 Prozent Energie weniger“, so der bsw. Manche Abdeckungen enthalten Solarprofile, mit denen regenerativ Energie zum Erwärmen des Wassers erzeugt werden kann. „Nice to have“ sind unter anderem Massagedüsen, Gegenstromanlage und Poolbeleuchtung. Die Komponenten lassen sich mittlerweile über smarte Technologie zentral und einfach steuern – etwa per Touchscreen.

8. Wie wird der Pool gereinigt?

Reinigung: Verschiedene Filter säubern das Wasser. Mittels eines Skimmers oder Überlaufes können zuvor größere Schmutzpartikel entfernt werden. Ganz ohne Chemie geht es aber nicht: Verwendet wird in der Regel Chlor, auch Brom oder Biguanide kommen infrage. Wasserwerte wie der Chlorgehalt oder der PH-Wert sollten regelmäßig überprüft werden. Ein Poolroboter reinigt automatisch die Beckenwände. „Ein kompletter Wasserwechsel wird jährlich bis alle zwei Jahre empfohlen“, schreibt der bsw.

9. Und was kostet das?

Pop-up-Pools gibt es schon für wenige 100 Euro. Ab 2000 Euro müssen für Stahlwandpools einkalkuliert werden. Die Preise für individuell geplante Pools beginnen laut bsw bei etwa 25.000 Euro. Zusätzlich zu bedenken sind Kosten für Handwerker, das Ausschachten der Baugrube, das Entsorgen des Aushubs und eventuell weitere Technik.

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