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Das richtige Maß beim Düngen

Probleme beim Pflanzenwachstum? Wie eine Bodenanalyse im Garten helfen kann

Wer die Zusammensetzung seines Gartenbodens erfahren will, kann diesen in einem Labor analysieren lassen.

Sattes Grün und eine reiche Ernte – das wünschen sich Gärtnerinnen und Gärtner. Doch nicht immer sprießt und blüht alles so wie erhofft. Junge Pflanzen können verkümmern, von Schädlingen befallen werden oder daran scheitern, sich gegen zähes Unkraut durchzusetzen. Was steht dem Gartenglück im Weg? Das ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Die Probleme liegen oft tief im Erdreich verborgen: im Boden. Tausende Mikroorganismen, Nährstoffe und Tiere bilden die Grundlage für das Pflanzenwachstum.

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Wer erfolgreich gärtnern will, braucht einen gesunden, lebendigen Boden. „Es ist wichtig, die Zusammenhänge zwischen Bodenleben, Nährstoffen und Pflanzenwachstum zu verstehen“, betont Friedrich Wenz, Biolandwirt und Pionier der Regenerativen Landwirtschaft in Deutschland. Wenz hat schon über 1400 Betriebe dazu beraten, wie sie den Boden auf ihren Feldern gesund und fruchtbar halten können. „Gerade auch für Hobbygärtner ist es spannend, mehr über den Boden zu lernen“, betont Wenz.

Doch wie lässt sich am besten herausfinden, wie es um das Erdreich im eigenen Garten bestellt ist? Hier hilft eine Bodenuntersuchung weiter.

Die Bodenart im Garten bestimmen: Sand, Lehm oder Ton?

Ein paar Dinge über den Boden kann man recht einfach selbst herausfinden – zum Beispiel die Bodenbeschaffenheit. Hier unterscheidet man grob zwischen leichtem, sandigem Boden, schwerem Tonboden und der Zwischenform, dem sogenannten Lehmboden aus einem Ton-Sand-Gemisch. Welche Bodenart sich im eigenen Garten befindet, lässt sich mit der Fingerprobe feststellen, die die Biologin Bärbel Oftring in ihrem Bodenratgeber „Mach mich locker“ beschreibt. Dabei nimmt man eine kleine Menge Erde in die Hand und versucht, sie zu einer Kugel zu formen. Gelingt das und ist die Oberfläche recht glatt, hat der Boden einen sehr hohen Tonanteil, während ein sandiger Boden sich nicht formen lässt und durch die Finger rinnt.

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Am besten für das Gärtnern geeignet ist die Mischform aus Ton- und Sandboden. Die Bodenqualität von sehr schweren oder sehr leichten Böden lässt sich verbessern, indem man die jeweils fehlenden Bestandteile in ihn einbringt, rät Bodenexperte Friedrich Wenz. Ein sehr schwerer, tonhaltiger Boden lasse sich durch das Beimischen von Sand auflockern. „Ein sandiger Boden kann dagegen nur wenig Wasser und Nährstoffe speichern“, erklärt Wenz. Der Experte rät hier zu Tonmineralen, um die Bodenqualität zu verbessern. „Zeolith eignet sich besonders gut“, so der Landwirt.

Bodenanalyse im Labor für mehr Details

Wer mehr über den Gartenboden erfahren möchte, kann eine Probe zur Bodenanalyse bei einem Labor einschicken. „Eine solche Untersuchung prüft, ob ich irgendwo ein großes Problem im Boden habe, das meinem Erfolg beim Anbau im Wege steht“, erklärt Wenz. Eine Auswahl an Anbietern findet sich im Internet. Die Kosten betragen zwischen 35 und 80 Euro, je nach Anzahl der getesteten Bestandteile. Wenz rät, eine Untersuchung einmal durchzuführen und dann nach drei bis fünf Jahren zu wiederholen, um Veränderungen nachvollziehen zu können. Im Labor werden neben der Bodenart auch der pH-Wert und der Gehalt an Phosphat, Kalium und Magnesium getestet. Noch detailliertere Analysen untersuchen auch das Vorkommen von Spurenelementen wie Bor, Eisen, Kuper oder Zink.

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Der beste Zeitpunkt für das Einschicken einer Bodenprobe ist das Frühjahr, erklärt Wenz. Alternativ kann die Probe auch im Herbst nach der Ernte entnommen werden. „Wichtig ist auf jeden Fall, dass die letzte Düngung schon etwas länger zurückliegt“, sagt der Experte. Außerdem sollte beachtet werden, dass die Bodenproben von ein und derselben Nutzungsfläche stammen. Wer unterschiedliche Flächen untersuchen will – etwa Rasen, Obstbäume und Gemüsebeet – sollte für jede Nutzungsart eine eigene Probe einschicken.

Bodenprobe entnehmen: So geht es richtig

Damit die Bodenprobe aussagekräftig ist, sollten einige Punkte beachtet werden. Zuerst werden Mulch oder Pflanzenteile an der Oberfläche entfernt und dann wird mit einer Schaufel ein etwa 30 Zentimeter tiefes Loch ausgehoben. Die Seiten des Lochs sollten möglichst senkrecht gegraben werden. Nun wird mit dem Spaten von einer Seite eine schmale Scheibe der Erde abgeteilt und entnommen. So ist sichergestellt, dass die Probe gleiche Anteile aus den unterschiedlichen Tiefen enthält. „Für ein verwertbares Ergebnis braucht man etwa zwölf dieser Einstiche“, erklärt Wenz. Die entnommene Erde wird gut vermischt und, falls sie sehr feucht ist, etwas zum Trocknen stehen gelassen. 250 bis 400 Gramm der Mischprobe reichen dem Labor für die Untersuchung aus. Bis zum Ergebnis dauert es meist zwei bis vier Wochen.

Überdüngung im Garten als Problem

Je besser der Boden belebt ist, desto mehr treten die physikalischen Eigenschaften in den Hintergrund, und Nährstoffe werden für die Pflanzen besser verfügbar.

Friedrich Wenz

Bio-Landwirt

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Oft liefert das Labor nach der Analyse eine konkrete Düngeempfehlung mit. Dabei erwartet die Gärtnerinnen und Gärtner oft eine Überraschung, erklärt Wenz. Denn die Ursache für Wachstumsprobleme ist meist nicht ein Fehlen von Nährstoffen. „Im Gegenteil, das Problem ist oft ein eklatanter Nährstoffüberschuss“, sagt der Bodenexperte. Denn ein übermäßiges Vorkommen eines oder mehrerer Bestandteile könne die Aufnahme anderer Nährstoffe blockieren und damit das Pflanzenwachstum stören. „Oft wird dann noch mehr gedüngt, weil man fälschlicherweise von einem Nährstoffmangel ausgeht“, erklärt Wenz. Durch eine Bodenanalyse könne die Düngung angepasst und eine Überdüngung vermieden werden.

Um die Bodenqualität im Garten langfristig zu verbessern, sollte man sich auch nach der Bodenanalyse weiter mit dem fruchtbaren Untergrund beschäftigen, rät Wenz. Das Bodenleben spiele eine zentrale Rolle – beispielsweise Regenwürmern, die wertvollen Humus ausscheiden. Durch Mischkulturen im Frühjahr und Sommer und Zwischenkulturen im Winter könnten die Organismen im Boden gefördert werden.

Der Experte empfiehlt außerdem Gaben von milchsauren Pflanzenfermenten, die das mikrobielle Bodenleben fördern und im Handel erhältlich sind. „Je besser der Boden belebt ist, desto mehr treten die physikalischen Eigenschaften in den Hintergrund, und Nährstoffe werden für die Pflanzen besser verfügbar“, betont Wenz. So erhalte man auch besonders schmackhafte Pflanzen. „Wer einmal so süße Möhren und Tomaten geerntet hat, der will nichts anderes mehr“, versichert der Bodenexperte.

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