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Test Zittern auf dem Heimweg
Thema Specials e-Golf-Test Test Zittern auf dem Heimweg
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20:30 15.05.2017
Die e-Golf-Tester-Tester verlangen dem Akku auf ihrer Überlandfahrt alles ab
Die e-Golf-Tester-Tester verlangen dem Akku auf ihrer Überlandfahrt alles ab  Quelle: Marko Förster
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Dresden

„Am Ende war es doch ein bisschen knapp“, sagt Franz Herrmann und schließt seinen e-Golf an die Ladesäule an der Gläsernen Manufaktur an. Es ist Sonntagabend gegen 18 Uhr und der Stromer von Volkswagen hat unsere DNN e-Golf-Tester in den zurückliegenden Stunden knapp 200 Kilometer durch das Erzgebirge und die Sächsische Schweiz manövriert – am Ende des Tages auf dem Tacho: 20 Kilometer Restreichweite.

Mit 93 Prozent Akkuladung rund einer prognostizierten Reichweite von 250 Kilometern starteten Franz und Lisa-Marie am Sonntagmorgen zunächst von Striesen nach Gohlis, um Muttertagsgeschenke zu überreichen. Anschließend stand ein Besuch im 70 Kilometer entfernten Ökodorf Schmilka bei Familie Hitzer an, die neben dem Bio-Hotel Helvetia auch eine ökologische Brauerei, eine Bäckerei und ein Cafe betreiben. „Herr Hitzer Junior hat uns freundlich empfangen und uns durch die Anlagen vor Ort geführt“, so Franz Herrmann. Unter anderem konnte er sich gemeinsam mit seiner Freundin einen Eindruck von der ökologischen und nachhaltigen Arbeit vor Ort machen.

Neben zwei großen Solaranlagen mit einer Leistung von insgesamt 60 Kilowatt nutzen die Hitzers auch die Abwärme ihrer Brauerei und Bäckerei, um Wasser für Café und Hotel zu erwärmen. Zudem ist besteht das Hotel Helvetia samt Einrichtung aus ökologisch nachhaltigem Material. Auch zwei kleine e-Mobile auf Frankreich gehören zum Arsenal der Hitzers. Trotzdem mussten Herrmann und Scheida in Schmilka auf das Laden des e-Golfs vor Ort verzichten. Wegen der bislang unzureichend ausgebauten Infrastruktur verkraftet das Stromnetz von Schmilka noch keine Schnellladestation für Elektroautos. So ging es für das Dresdner Studentenpaar ohne Zwischenladung weiter ins wiederum gut 80 Kilometer entfernte Freiberg zur Bergakademie. „Dort hatten wir uns über eine App eine kostenfreie Elektrotankstelle ausgesucht“, sagt Lisa-Marie. Und diese war dann auch dringend notwendig, immerhin war dem großen LCD-Display nur noch eine Restreichweite von 25 Kilometern zu entnehmen. Doch auch hier war Schnelladen Fehlanzeige. „Wir haben an einer herkömmlichen Typ-2-Dose geladen, nach 30 Minuten betrug die Reichweite wieder 45 Kilometer“, so Herrmann.

So machten sich die beiden Studenten mit einem mulmigen Gefühl auf den Weg zur Schnellladestation an der Gläsernen Manufaktur nach Dresden. „Am Ende ist alles gut gegangen, auch weil es von Freiberg aus bergab ging“, sagt Lisa-Marie. Franz Herrmann zieht deshalb ein gemischtes Fazit. „Auch wenn es durchs Gebirge ging, war die Netto-Reichweite am Ende schon spürbar geringer als angegeben.“

Von Sebastian Burkhardt

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