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e-Golf-Test Dresden lässt sich mit der Elektromobilität Zeit
Thema Specials e-Golf-Test Dresden lässt sich mit der Elektromobilität Zeit
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20:00 15.05.2017
Ehe Stromer in Dresden so wie an der Elektro-Tankstelle von VW an der Gläsernen Manufaktur flächendeckend nachladen können, wird noch einige Zeit vergehen.
Ehe Stromer in Dresden so wie an der Elektro-Tankstelle von VW an der Gläsernen Manufaktur flächendeckend nachladen können, wird noch einige Zeit vergehen. Quelle: AP
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Dresden

Pilotstadt für Elektromobilität? Das ist – sieht man mal von den VW-Aktivitäten ab – in Dresden noch immer eher eine Absichtserklärung. Während zum Beispiel Leipzig schon 2013 damit begonnen hat, an öffentlichen Straßen Mobilitätsstationen aufzubauen und Anfang 2015 die ersten 25 davon in Betrieb hatte, kommt Dresden aus dem Planen nicht heraus.

Immerhin: Die Landeshauptstadt macht das Beste aus ihrem Hinterherhinken: Sie lernt von den anderen großen deutschen Städten, die mit Vorzeigbarem schon weiter sind, schaut sich die verschiedenen Programme an und optimiert das eigene. Am 23. März hat der Stadtrat das Konzept der intermodalen Mobilitätspunkte beschlossen. „Zum Beispiel setzt Dresden auf einen flächenhaften, schlanken Ansatz und verzichtet damit auf aufwendige Stellen wie in Leipzig oder München“, erläuterte jüngst Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain das Vorgehen.

Hektik scheint durchaus unangebracht, wenn man bedenkt, dass in der Landeshauptstadt Ende März 2017 bislang lediglich 248 Elektroautos gemeldet waren – von insgesamt 241 793 Fahrzeugen (ohne Anhänger und Kräder). Die Stadt rechnet vor: „Das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel von einer Million Elektrofahrzeugen bis zum Jahr 2020 würde aktuell für Dresden eine Quote von rund 2,2 Prozent und damit etwa 5300 Elektro-Kfz bedeuten. Das entspricht dem 26fachen der heute zugelassenen Elektrofahrzeuge.“ Eine solch dynamische Entwicklung hält man im Rathaus für eher unwahrscheinlich, will aber im Fall der Fälle gewappnet sein. Und baut dabei natürlich auch auf rasant wachsende private Angebote in der heimischen Tiefgarage, im Parkhaus, am Supermarkt oder auf Firmenparkplätzen.

Für eine funktionierende Infrastruktur plant Dresden mit Mobilitätspunkten, die in Zukunft an zentralen Orten Carsharing, Radverleihsysteme und den ÖPNV verbinden und mit Elektrolademöglichkeiten im Bereich von bis zu 50 kW Ladeleistung ergänzen sollen, so die Stadtverwaltung auf Anfrage. Dies sei zum Beispiel am Bahnhof Neustadt geplant. Die Betreiber der Ladesäulen in den Mobilitätspunkten seien derzeit noch offen. Fest steht bereits, dass die Stadt einen ersten Mobilitätspunkt mit Schnell-Ladesäule im Herbst 2017 eröffnen will, Betreiber soll die Drewag sein.

75 solcher Mobilitätspunkte sind in Dresden geplant, die Stadt rechnet für die Einrichtung mit jeweils 2000 Euro Aufwand zuzüglich Mehrwertsteuer und sieht damit zunächst Ausgaben in Höhe von 175 000 Euro. Finanzierung: offen. 13 Stellen der Stadt sind als Zentrale Mobilitätspunkte im Gespräch – das Rathaus hofft auf einen kostenneutralen Betrieb, indem zum Beispiel kostenpflichtige Konzessionen an die Anbieter von Mobilitätsdienstleistungen erteilt werden. Die vertraglichen Konstrukte dafür sind knifflig – Dresden sieht sich hier durchaus als Vorreiter. Vereinzelt gebe es an diesen Punkten bereits E-Mobil-Angebote, zum Beispiel am Ullersdorfer, am Trachenberger oder auch am Nürnberger Platz. 62 Orte in Dresden sind für wohnortnahe Mobilitätspunkte vorgesehen – Ausstattung nach dem jeweiligen Bedarf.

Ein Standortkonzept ist für fünf zentrale Pilotstandorte in Arbeit, wo eine hohe Nachfrage absehbar ist, Verkehrsrecht besteht und die nicht groß umgebaut werden müssen – Vorrang haben Bahnhof Neustadt, Pirnaischer Platz und Bahnhof Mitte. Eine einzige sogenannte Mobilitätskarte soll den Zugang zu allen unterschiedlichen Angeboten sichern.

Über allem steht die Einsicht: Die E-Mobilität ist als zentraler Baustein der Mobilitätswende das Schlüsselthema für eine integrierte Klima-, Energie- und Mobilitätsstrategie. Und E-Autos werden erst gekauft, wenn die Leute sicher sind, dass sie auch überall tanken können.

Von Barbara Stock