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Semperopernball Nach Ordensvergabe: Semperopernball-Moderatoren Rakers und Kaiser prüfen Konsequenzen
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16:36 28.01.2020
Die Journalistin Judith Rakers vor der Semperoper in Dresden. Quelle: dpa
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Dresden

Die Vergabe eines St. Georgs Ordens an den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi beim diesjährigen Semperopernball in Dresden sorgt weiter für Wirbel. Nachdem am Montag bereits Oberbürgermeister Dirk Hilbert seine Teilnahme an der Veranstaltung in Frage gestellt hat, prüfen nun auch die Moderatoren des Events, Tagesschau-Sprecherin Judith Rakers und Sänger Roland Kaiser, Konsequenzen.

Aus dem kulturellen Ereignis sei durch die Verleihung des Ordens an al-Sisi ein politisches geworden, schrieb Rakers auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. „Mich irritiert diese Verleihung sehr und ich bin seitdem in Gesprächen über die Konsequenzen, die ich als Moderatorin des Balls ziehen möchte“, so die Tagesschau-Sprecherin weiter.

Kaiser veröffentlichte ein ähnliches Statement auf seiner Facebook-Seite. Beide wollen sich abschließend äußern, sobald dazu alle Gespräche – vor allem mit dem übertragenden ARD-Sender MDR – abgeschlossen sind.

Roland Kaiser steht am Rande einer Pressekonferenz vor der Semperoper auf dem Theaterplatz. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa

Der Dresdner Semperopernball hatte Ägyptens Präsident Al-Sisi die Auszeichnung am vergangenen Sonntag in Kairo verliehen – trotz öffentlicher Kritik. Der Chef des Ballvereins, Hans-Joachim Frey, rechtfertigte die Entscheidung damit, dass der Ball eine Kultur- und keine politische Veranstaltung sei. Es gehe vielmehr darum, „mit der Sprache der Kultur Dialog herzustellen“. Al-Sisi sorge in Ägypten für Stabilität, den Aufbau der Gesellschaft, für Kultur und Bildung und sei als Präsident der Afrikanischen Union die Stimme Afrikas.

Der ehemalige General und Armeechef war 2013 nach einem Militärputsch an die Macht gekommen und 2014 als Präsident vereidigt worden. Seitdem geht er mit harter Hand gegen Oppositionelle und Kritiker vor. Die Meinungs- und Versammlungsfreiheit ist in Ägypten stark eingeschränkt.

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