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Semperopernball Chauvinismus-Vorwürfe gegen Netrebkos Ehemann im Vorfeld des Dresdner Semperopernballs 2020
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19:05 16.01.2020
Yusif Eyvazov und seine Frau Anna Netrebko. Quelle: dpa/epa/Franz Neumayr
Dresden

Im Vorfeld des Semperopernballs am 7. Februar steht der Verein, der das Event organisiert, in der Kritik.

Nach Behauptungen zweier Musikplattformen – der französischen Website „Forumopera“ und des Musikblogs „Slipped Disc“ – habe sich Yusif Eyvazov, aserbaidschanischer Tenor und Ehemann von Anna Netrebko, geweigert, gemeinsam mit der Sängerin Ruzan Mantashyan auf der Bühne zu stehen. Deshalb sei ihr Engagement geplatzt. Der Grund hierfür sei ihre armenische Herkunft. Seit Jahren ist die Beziehung zwischen beiden Ländern angespannt.

Verein weist Vorwürfe zurück

Doch die Anschuldigungen gehen noch einen Schritt weiter: Nach Aussagen von Forumopera soll der Semper Opernball e.V., bei dem die Programmhoheit für die inhaltliche und künstlerische Ausrichtung der Veranstaltung liegt, Mantashyan daraufhin gebeten haben, von einem Auftritt in Dresden abzusehen.

Hans-Joachim Frey, der künstlerische Leiter des Opernballs, nennt die Behauptungen „falsch und beschämend“. „Als Veranstalter des Semperopernballes weisen wir diesen diffamierenden Vorwurf entschieden zurück“, sagt er. „Wir verstehen uns als Brückenbauer zwischen Kulturen, Ländern und Sichtweisen – da ist kein Millimeter Platz für irgendwelche Ressentiments oder gar Rassismus.“

Yusif Eyvazov äußert sich auf seinem Instagram-Account. Dort heißt es ebenfalls: „Als Aserbaidschaner habe ich eine klare Meinung zur politischen Situation zwischen Armenien und Aserbaidschan. Aber meine politische Meinung hat meine Arbeit auf der Bühne niemals beeinflusst und wird es auch künftig nicht tun [...].“

Frey: „Mantashyan-Auftritt war nur eine Option“

Die französische Agentur der Sängerin Ruzan Mantashyan sieht das anders. Auf DNN-Anfrage heißt es: „Nach einem ersten schriftlichen Kontakt im September 2019, bei dem wir um die Verfügbarkeit von Frau Mantashyan zum Zeitpunkt des Konzerts gebeten wurden, fand ein schriftlicher Austausch statt über die üblichen Elemente einer Verhandlung [...]. Nach ca. 15maligem Mail-Austausch schien alles vollständig abgeklärt zu sein.“

Nach Ansicht der Agentur habe also durchaus der Wunsch des Semperopernball e.V. bestanden, Mantashyan für das Konzert am 7. Februar zu engagieren. „Am 10. Januar 2020 erhielten wir eine letzte schriftliche Mitteilung über die Absage der Teilnahme von Ruzan Mantashyan mit der Begründung, dass Herr Yusif Eyvazov [...] nicht mit ihr auftreten wollte“, heißt es in einer Mitteilung der Agentur an die DNN weiter.

Hans-Joachim Frey bestätigt, dass „ein Engagement von Frau Mantashyan noch bis Dezember eine auch in einem Pressegespräch skizzierte Option war“. Doch es liege „in der Natur der Sache“, dass stets mehrere Optionen bei der Planung des Opernballes geprüft würden. „Traditionell ist das Programm bis kurz vor dem Ball noch im Fluss.“ Auf dem Weg zur Gala würden daher viele Ideen entwickelt und wieder verworfen.

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