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Olympia-News Turntrainer Hirsch nach Karriereende: "Es ist an der Zeit"
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07:17 29.04.2020
Hat seine Karriere als Bundestrainer der deutschen Turner vorzeitig beendet: Andreas Hirsch. Quelle: Tom Weller/dpa
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München

"Ich hätte beim DTB bleiben können. [...] Aber das hätte vielleicht den Touch gehabt, den ich nicht unbedingt haben möchte: Manch einer weiß nicht, wann Schluss sein muss", sagte der 61 Jahre alte Berliner dem "Münchner Merkur".

Am 27. April hatte der DTB bekanntgegeben, die Zusammenarbeit mit den Erfolgscoach schon zum 1. Mai zu beenden. Hirsch wechselt als Trainer zur Bundespolizei ans Olympische Trainingszentrum in Kienbaum.

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Er hätte die Möglichkeit gehabt, bis Tokio 2021, sogar bis Paris 2024 als Chefcoach weiterzumachen. "Das wäre gewollt gewesen, aber es war für mich keine Option. Ich habe mit sieben Jahren angefangen, ich hatte seit 55 Jahren kein Wochenende. Es ist an der Zeit", betonte Hirsch. "Ich verlasse den DTB nicht im Clinch. Für ihn ist das auch eine Möglichkeit, eine neue Tür."

So habe sein Nachfolger, der noch nicht bekannt ist, genug Zeit, die Männer-Riege auf Tokio vorzubereiten. "Wenn man sie geschickt anpackt, dann ist das eine richtig reizvolle Aufgabe. Die Sportler haben eine neue Motivation, der neue Trainer kann unbelastet, frisch an die Aufgabe gehen." Falls er um Rat gefragt werden sollte, helfe er gern, aber: "Was mir aber völlig fern liegt, ist, ein Besserwisser zu sein."

Einmal habe er ernsthaft ans Aufhören gedacht: als sein Schützling Ronny Ziesmer in der Vorbereitung auf die Spiele 2004 in Athen im Training so schwer stürzte, dass er querschnittsgelähmt blieb. "Man hat als Trainer ausgeblendet, dass so etwas passieren kann. Die Katastrophe ist eingetreten. Ohne die mentale Stärke von Ronny hätte ich nicht weitergearbeitet", gestand Hirsch. "Er hat mich und das Team beeinflusst, er hat uns aufgefordert, weiterzumachen. Er hat uns mit auf den Weg gegeben, dass Erfolge und Hochgefühle zwar schön sind, es aber viel Wichtigeres im Leben gibt."

dpa

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