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Olympia als Initialzündung für Neustart des deutschen Sports

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Olympia 2016
15:40 17.05.2021
Alfons Hörmann ist der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).
Alfons Hörmann ist der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa
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Frankfurt/Main

Die Olympischen Spiele in Tokio sollen dem angeschlagenen deutschen Breiten- und Spitzensports aus der Corona-Krise helfen.

"Ich glaube, dass eine andere Durchführung der Spiele besser ist, als wenn sie ausfielen", sagte Stephan Mayer (CSU), der für den Sport im Bundesinnenministerium zuständige Parlamentarische Staatssekretär, bei einem Fachgespräch der CDU/CSU zum Thema "Startschuss für den Neustart im Spitzen- und Breitensport".

Die Tokio-Spiele vom 23. Juli bis 8. August sollten eine "Initialzündung für den Sport in Deutschland" werden. "Ich verspreche mir von den Olympischen Spielen eine wichtige Unterstützung unseres Weges des Neustarts, um den Breitsport zu stimulieren", sagte Mayer.

Nachdem der organisierte Sport seit März 2020 mehr oder weniger lahm liegt und der Mitgliederschwund rasant weitergeht, sind Impulse für einen Auftrieb existenziell. "Hinter dem Breiten- und Spitzensport liegen 15 furchtbare Monate", bilanzierte der CDU-Sportpolitiker Frank Steffel. Es gebe kaum oder wenige Wettkämpfe, der Spielbetrieb in Ligen liege brach, es gebe keine Zuschauer. "Wir müssen die Spiele nutzen, um einen riesigen Aufbruch zu bekommen", sagte er.

Denn der Aderlass an Mitgliedern und Engagierten ist immens. "Wir haben von 28 Millionen Mitgliedern bis Ende 2020 eine Million verloren. Mittlerweile haben wir mehr Einblick: Es sind mindestens 500.000 bis 700.000 dazukommen", berichtete Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes. Viele der rund 8,6 Millionen Ehrenamtlichen würden "Kraft, Energie und die Freude" verlieren. Dem entgegenzuwirken werde "die Herkulesaufgabe des deutschen Sports".

Die Olympia-Starter wollen als Vorbilder zur Revitalisierung mit guten Auftritten in Tokio beitragen. "Es werden andere Spiele für die Athleten vor Ort werden. Wir müssen das Beste daraus machen", sagte Athletensprecher und Fechter Max Hartung. Nachwuchssportler würden dabei am Fernseher zuschauen. "Ich werde antreten und eine gute Show machen. Vielleicht motiviert es junge Leute, den Säbel oder Basketball in die Hand zu nehmen."

Auf jeden Fall werden die Topathleten in Japan geschützt durch eine Corona-Impfung antreten. Von den rund 1400 potenziellen deutschen Sportlern, Trainern, Betreuern und Ärzten sind inzwischen rund 80 Prozent geimpft worden. Bis Ende Mai sollen laut DOSB-Chef Hörmann alle, die es wollen, die Impfung erhalten haben.

Wenn die Tokio-Spiele der große Anfang der Wiederöffnung des Sport in Deutschland werden soll, müsste jetzt schon mit den Vorbereitungen begonnen werden, forderte Steffel. "Mein Appell an die Politik ist: "Es muss eine klare Regelung nach den Sommerferien geben."

Die Sommerspiele würden zwar anders werden, sportlich aber nicht unbedingt schlechter als vorherige, sagte Hörmann. "Wir können mit viel Zuversicht und Vorfreude auf die Spiele blicken. Wir werden viele Weltbestenleistungen sehen", sagte er. "Alle Werte der Athleten, die man zählen und messen kann, sind besser als vor zwölf Monaten. An vielen Stellen werden wir herausragende Leistungen sehen."

Dies ist für das BMI ein Grund, die Förderbestimmung trotz der Beeinträchtigungen durch die Pandemie nicht zu entschärfen. "Durch die Verzögerung der Spiele um ein Jahr ist nicht davon auszugehen, dass die Leistungen schlechter werden", betonte Mayer. "Es wird keinen Corona-Rabatt geben können. Ich habe aber auch nicht den Eindruck, dass so ein Rabatt eingefordert wird."

© dpa-infocom, dpa:210517-99-631675/4

dpa