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Das Themenspecial zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens Die europäische Dimension der Erinnerung
Thema Specials Das Themenspecial zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens Die europäische Dimension der Erinnerung
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17:14 13.02.2019
Eine Geste des Vergebens und der Verzeihung: Justus H. Ulbricht bei seiner Rede. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

„Krass“, sagten Schülerinnen und Schüler der 62. Oberschule Loschwitz am Mittwochmorgen am Aschegrab auf dem Heidefriedhof. Eine ältere Frau hatte ihnen gerade erzählt, wie sie 1945 mit dem Leichnam ihrer Mutter auf den Friedhof gekommen war.

Begegnungen wie diese hatte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) beabsichtigt, als er die Schüler gemeinsam mit ihren Gästen aus Coventry zur Gedenkveranstaltung auf dem Heidefriedhof eingeladen hatten. „Erinnerung ist ein generationsübergreifendes Projekt“, erklärte der OB, „ich bin sehr froh, dass sich die jungen Menschen heute hier beteiligt haben.“

Die Schüler aus England und Dresden hatten nicht nur teilgenommen, sondern am Aschegrab auch gemeinsam Gedichte vorgetragen. „Wir haben uns sehr bewusst für die gemeinsame Teilnahme am Gedenken entschieden,“, sagte Lehrerin Barbara Pietzcker von der 62. Oberschule.

Historiker Justus H. Ulbricht mahnte in seiner Rede eine europäische Erinnerung an, die sich nicht im Ausrechnen der Toten und dem Vorrechnen der Verbrechen erschöpfen sollte, sondern in einer Geste der Vergebung und des Verzeihens. „Sich erinnern und sich entschuldigen, das könnte eine europäische Geste sein“, erklärte Ulbricht.

Wer nur auf die Verbrechen der anderen hinweise, sei darauf bedacht, eigene Verbrechen und Verantwortung zu leugnen. Erinnerungskultur habe gelernt zu unterscheiden und die deutsche Verantwortung anzunehmen. Er wünsche sich den Heidefriedhof in den nächsten Jahren als einen Ort der Begegnungen und des Lernens, so Ulbricht.

Holger Hase, Vorsitzender des Vereins „Denk Mal Fort!“, der das Gedenken auf dem Heidefriedhof zum vierten Mal veranstaltete, erklärte, dieser Ort zeige eindrucksvoll, wie Geschichte gedeutet, gemacht und in Anspruch genommen werde. „Im Zentrum unserer Veranstaltung stehen die Toten, die uns zum Frieden mahnen. Wir wollen hier keine politischen Bekenntnisse ablegen.“

Neben Hilbert legten auch Landtagspräsident Matthias Rösler und Kultusminister Christian Piwarz (beide CDU) eine weiße Rose am Aschegrab nieder. Auch Superintendent Albrecht Nollau oder CDU-Kreisvorsitzender Christian Hartmann waren auf den Heidefriedhof gekommen.

AfD-Politiker und -Anhänger legten eine Stunde vor der Gedenkveranstaltung Kränze am Mahnmal für die Opfer der Bombenangriffe nieder, KPD-Mitglieder hielten eine Kundgebung an der Trauerhalle ab. Auch einige wenige Rechtsextreme waren Randfiguren der Gedenkveranstaltung.

13. Februar in Dresden

Das Themenspecial zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens

Von Thomas Baumann-Hartwig

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