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Wirtschaftspreis So geht’s aufwärts“ Wie DNN-Wirtschaftspreisträger Walther zum Vorbild für andere Bäcker wurde
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10:18 10.10.2019
Die Preisträger und ihre Jury: Minister Martin Dulig, Katrin und Matthias Walther von der Kexerei, Maria Piechnick von Wandelbots, Antje Neubert und Ronald Schulz von Abicor Binzel (vordere Reihe von links nach rechts), DNN-Chefredakteur Dirk Birgel, IHK-Präsident Andreas Sperl, Heiko Lachmann von der Sparkasse, Georg Püschel von Wandelbots und Handwerkskammer-Präsident Jörg Dittrich (hintere Reihe von links nach rechts). Quelle: Anja Schneider
Dresden

Was tun, wenn die alten Rezepte, mit denen Familienbetriebe teils über Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg erfolgreich gebacken haben, nicht mehr funktionieren? Wenn rings um die alteingesessene Backstube, bei der früher Hinz und Kunz Schrippen und Mischbrot gekauft haben, die Supermärkte die Brötchen zum halben Bäcker-Preis anbieten? Und gleichzeitig die Löhne und Einkaufspreise für Mehl steigen? Spätestens dann wird es Zeit, über neue Geschäftsmodelle nachzudenken.

Matthias Walther und sein Vater Eberhard gehörten zu den Bäckermeistern in Dresden, die beizeiten Antworten auf die Herausforderungen durch osteuropäische und asiatische Teiglings-Fabriken und andere Billigkonkurrenten gefunden haben. Mit altüberlieferten und eigenkreierten Keks-Rezepten haben sie in den vergangenen zehn Jahren eine zusätzliche Unternehmenssäule aufgebaut, die inzwischen andere Umsatzquellen überflügelt hat: Die Kreationen aus Walthers „Kexerei“ haben auch überregional für Furore gesorgt, seien es nun die schwarzbraunen Heino-Kekse, die verkekste Frauenkirche, Hunde-Leckerli oder Keks-Pizzen.

Walthers waren Vorbilder für andere Bäcker

„Die Roland-Kaiser-Keks-Box, die Walther erfand, beweist gleichzeitig sein soziales Engagement“, lobte Handwerkskammer-Präsident Jörg Dittrich. „Mit jeder verkauften Keks-Box unterstützt die Bäckerei die Cottbuser Tafel.“ Und durch einen Online-Shop verbreiten sich die Kekse aus Dresden mittlerweile auch weltweit.

Die Walthers waren Vorbilder für andere Bäcker. Sie haben in der Zunft gezeigt: Wenn der Wind der Globalisierung und Digitalisierung härter bläst, muss der schlaue Handwerker eben neue Geschäftsmodelle entwickeln. Dann muss er oder sie neben dem traditionellen sächsischen Ertrags-Quartett aus Brötchen, Brot, Kuchen und Stollen eben neue Produkte kreieren. Am besten solche, die sich auch zum weltweiten Verkauf per Internet eignen. Inzwischen haben viele andere Bäcker in Sachsen mit modernen Geschäftskonzepten wieder an Boden gewonnen und ihr Portefeuille verbreitert.

Unternehmer mit Herzblut

Für diese Vorbildwirkung, für die besonderen Ideen des Bäckermeisters und nicht zuletzt für dessen leckere Kekse hat eine Fachjury nun Matthias Walther und sein Team mit dem ersten Rang im Wettbewerb um den diesjährigen DNN-Wirtschaftspreis „So geht‘s aufwärts“ bedacht. „Ich sehe in der Verleihung eine große Würdigung für unseres einzigartigen Konzeptes“, bedankte sich ein glücklicher Matthias Walther für diese Ehrung. „Kekse backen viele Bäcker, jedoch in solch einer Vielfalt und Art und Weise der Präsentation finden Sie keinen Vergleich. Wir betreiben unsere Geschäfte mit viel Herzblut und ohne Stillstand.“

Auch auf Rang 2 und 3 finden sich Unternehmer, die mit viel Herzblut ihre Visionen verfolgen – in diesem Falle allerdings eher technologische als süße: Der Drittplatzierte „Abicor Binzel“ hat sich über acht Jahrzehnte hinweg mit seinen Schweißbrennern an die internationale Spitze vorgearbeitet. Heute gehört das Altlöbtauer Unternehmen zu den legendären „Hidden Champions“, zu den Weltmarktführern in der Nische, wie Heiko Lachmann von der Ostsächsischen Sparkasse Dresden lobte.

Hoffnungsträger für die nächste große Hightech-Erfolgsgeschichte

Wandelbots

Wirtschaftsminister Martin Dulig würdigte all jene Unternehmer, die tagtäglich Verantwortung übernehmen. Mit Blick auf die Klimaschutz-Diskussionen forderte er, auch nachhaltig zu wirtschaften. Quelle: Anja Schneider

Auch der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) zeigte sich angetan von den Geschäftsideen, Innovationen und unternehmerischen Geschichten, die die DNN im Vorfeld der Preisverleihung vorgestellt hatten. „Ich gratuliere den Nominierten und Gewinnern des DNN-Wirtschaftspreises“, würdigte er auch all jene, die in die engere Wahl gekommen waren. „Die Unternehmerinnen und Unternehmer zeigen in ihrem täglichen Engagement Verantwortung, Mut und Anpassungsfähigkeit an die Bedürfnisse der Zeit und der kommenden Generationen. Sie sind positive Beispiele und Vorbilder im Handwerk, als etablierte Industrieunternehmen und innovative Start-ups.“

Nachhaltigkeit ist das neue Thema

Zugleich warnte Dulig aber auch davor, wirtschaftliche Entwicklung nur nach den Kriterien „Immer höher, immer weiter, immer schneller“ zu messen: „In den vergangenen Jahren haben wir viel über Industrie 4.0 und Digitalisierung gesprochen. Nun ist Nachhaltigkeit das neue Thema“, schätzte der Wirtschaftsminister beim Festakt im Lingnerschloss Dresden ein. Denn die jungen „Fridays for Future“-Demonstranten haben den Klimaschutz vehementer als jeder vor ihnen auf die gesellschaftliche Tagesordnung gesetzt.

Jenseits der Frage, wer mit welcher Studie und welchem Argument nun recht habe, sei durch das Engagement der Jugendlichen klar geworden, dass Klimawandel ein wichtiges Thema sei, betonte Dulig. „Leider ist der Klimaschutz auch zu einem Thema geworden, das die Menschen spaltet. Das sollten wir überwinden. Unsere Aufgabe ist es, Innovation und Nachhaltigkeit zusammenzubringen.“

Alle Porträts der Nominierten und der Preisträger finden Interessierte im Themen-Special unter www.dnn.de/Thema/Specials/DNN-Aktionen/Wirtschaftspreis-So-geht-s-aufwaerts

Von Heiko Weckbrodt

Weil er wegweisende neue Geschäftsmodelle wie die „Kexerei“ und einen Keks-Online-Handel entwickelt hat, um sein Handwerk zu modernisieren, bekommt Bäckermeister Matthias Walther aus Dresden den DNN-Wirtschaftspreis 2019.

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